Konnte uns die erste Episode der heiß erwarteten Fortsetzung trotz kurzer Spielzeit wenigstens in Sachen Gameplay überzeugen?
Überzeugend aufgebohrte Edel-Optik
Quelle: Valve Software
Half-Life 2: Episode One
Atmosphärisch ist auch "Episode One" nach wie vor ein Paradebeispiel für das gesamte Genre. Dank zahlloser Scriptsequenzen, bei denen das Spiel ganz behutsam für kurze Zeit die Kontrolle an sich reist, erzeugt man an herrliches Mittendrin-Gefühl. Viel der einzigartigen Atmosphäre wird natürlich auch durch die emotionsgeladenen Charaktere - allen voran natürlich Alyx - erzeugt. Dank der aufwendig animierten Mimik nimmt man den NPCs ihre Sorgen und Ängste tatsächlich ab und freundet sich wie in kaum einem anderen Spiel mit ihnen an. Dieser große Vorteil gegenüber anderen Genrevertretern ist den Entwicklern natürlich bewusst, weshalb es dann auch nicht mehr überrascht, dass der Roboter "Dog" diesmal mindestens so viele Emotionen wie seine Besitzerin an den Tag legt. Letztendlich ist es aber auch die filmreife Vertonung, die den Charakteren echtes Leben einhaucht: Zumindest für das englische Original hat man weiterhin auf die Profisprecher des Vorgängers gesetzt und sie im Tonstudio zahllose Dialoge aufzeichnen lassen. Alyx überrascht gelegentlich sogar mit einem staubtrockenen, aber auch urkomischen Humor, der das Spiel sehr angenehm auflockert. Zusammen mit den Animationen und den extrem detaillierten Charaktermodels sind somit regelrechte digitale Schauspieler entstanden.
Quelle: Valve Software
Half-Life 2: Episode One
Doch für "Episode One" hat man nicht nur die Gesichtsanimationen der Akteure überarbeitet: Auch die restliche Grafik wurde mit edlem HDR-Effekten aufgewertet und mit noch mehr grafischen Shader-Spielereien ausgeschmückt. Dies bedeutet natürlich auch, dass das Addon nicht automatisch mit vollen Details auf dem Rechner flüssig läuft, auf dem ihr "Half-Life 2" gespielt habt. Denn für den vollen Optik-Hochgenuss sollte es schon ein top-moderner Rechner mit Hardware aus den letzten sechs bis acht Monaten sein. Glücklicherweise ist die preisgekrönte Source-Engine auch diesmal fast stufenlos drosselbar, weshalb man mit abgespeckten Details auch auf älteren Rechnern problemlos spielen kann.
Das leidige Thema "Steam" spielt natürlich auch diesmal eine Rolle, dann auch "Episode One" muss zwingend über Valves Onlineservice aktiviert werden. Wer über keinen Internetzugang verfügt, guckt deshalb in die Röhre und sollte tunlichst die Finger von diesem Spiel lassen. Wer allerdings eine DSL-Flatrate im Haus hat, wird schnell die Vorzüge von Steam zu schätzen wissen: Schließlich funktioniert das System bisher einwandfrei und weder das Einlegen einer DVD hindert am schnellen Spielspaß, noch muss man sich mit einem lästigen Starforce-Kopierschutz als Windows-Bremse herumärgern. Außerdem kann das Addon so auch ohne den Kauf von "Half-Life 2" gespielt werden - was allerdings überhaupt keinen Sinn macht.
