Wir haben für euch den Master-Chief erneut durch die Galaxie gejagt um zu sehen, wie er sich auf dem Vista-PC schlägt.
Drei Jahre alt und trotzdem frisch
Kommen wir zur Technik. Ein drei Jahre altes Xbox 1 Spiel, dass nach dem modernsten Betriebssystem der Jetzt-Zeit schreit? Musste dass sein, Microsoft? Nein eigentlich nicht, denn weder wird DirectX 10 genutzt, noch hätte man Live-Services nutzen MÜSSEN, schließlich gibt es genug andere Varianten des Onlinegamings, die auch MS schon genutzt hat. Das Halo 2 nur auf Vista läuft hat genau einen Grund und der heißt schlicht und einfach, das Microsoft mehr Vistas verkaufen möchte. Halo 2 hätte problemlos auf XP umgesetzt werden können.
Halo 2
OK, nachdem das aus dem Weg ist: Halo 2 ist technisch nicht auf dem Stand der alten Version stehen geblieben, aber es ist auch nicht im Jahr 2007 des PC-Gamings angekommen. Die höhere Auflösung ist natürlich ein dickes Plus und es wurden auch die Objekte und Texturen überarbeitet, trotzdem konnte Halo 2 nicht ganz den Look eines Spiels der letzten Konsolengeneration abschütteln. Die Landschaften und Objekte haben nach heutigen Maßstäben eine sehr geringe Polygonzahl und wirken häufig blockig und kantig. Die Texturen sind trotz der Nacharbeit etwas matschig und grob aufgelöst und spektakuläre Effekte sollte hier niemand erwarten. Ist Halo 2 deshalb aber ein hässliches Spiel? Auf gar keinen Fall, denn es war schon spektakulär auf der Xbox und auch jetzt noch ist das Grafikdesign mit einem ganz eigenen Charme ausgestattet. Es wird auf viel Dunkelheit und düsteres Ambiente verzichtet, stattdessen findet die Action unter dem blauen Himmel des Halo-Kreises statt oder in gut ausgeleuchteten Alienachitekturen. Die Bauten und Schiffe sind beeindruckend sowohl in Größe als auch in dem was die Entwickler damit anstellen, denn auch ohne den allerneuesten Lichteffekt ist es beeindruckend in einer Raumstation zu spielen, die sich im freien Fall auf den Planeten zu befindet. Physikalisch gibt es nichts zu meckern und auch die Animationen, vor allem der Allianz sind gelungen.
Soundtechnisch gibt sich das Ganze sehr solide in 5.1 mit einigen schönen Tracks im mystisch-fröhlichen und sehr eigenwilligen Halo-Stil, die das Geschehen auf dem Screen atmosphärisch aufwerten. Gute, donnernde Effekte, durch die Bank brauchbare Sprecher und klar zuzuordnender Surroundsound sind sehr schön, letztendlich aber kein großer, wenn überhaupt ein, Fortschritt zur alten Xbox. Bei der Steuerung wird es da schon interessanter, denn der ja bekanntlich auf für PC verfügbare Controller der Xbox 360 wird nativ unterstützt und sogar die Menüs sind mit farbcodierten Buttons versehen, mit denen man sich bequem und genau wie auf einer Spielkonsole durchklicken kann. Wer jetzt einen Schreck bekommt: Maus und Tastatur sind völlig frei beleg- und benutzbar; niemand muss auf sein geliebtes WASD verzichten. Trotzdem sollte man ruhig der Controllersteuerung einen Versuch geben, denn es ist schnell zu merken, dass Halo 2 ursprünglich für diese Eingabemöglichkeit geschaffen wurde und sich wahnsinnig gut damit spielt.
"Tray and Pray"? Nicht nötig, es funktioniert.
Halo 2
Dies ist ein Schritt zum vollständigen Konsolenflair am PC, ein anderer heißt "Tray and Play". Die Installationsroutine von Halo 2 bietet euch neben der normalen Installation, die wir jetzt seit 20 Jahren kennen, eine für PC-Besitzer verblüffende Option an: Sofort Spielen. Wie, jetzt spielen? Das Spiel ist noch nicht installiert! Genau wie bei einer Spielkonsole lässt sich einfach die CD einlegen und man kann sofort beginnen. Im Hintergrund werden dann freie Zyklen und Prozessorkerne genutzt, um dann das Spiel im Hintergrund wirklich zu installieren. Das Beste an der Sache ist, dass es funktioniert. Das Warum kann man dabei im Raum stehen lassen, denn selbst mit einer vollständigen Installation ist Halo 2 nach nicht mal fünf Minuten auf der Platte. Trotzdem ist es ein beeindruckender Schritt in Richtung Nutzerfreundlichkeit und es bleibt zu hoffen, dass sich viele Hersteller dieser bequemen Routine bedienen.
Halo 2
Zur nächsten großen Neuerung muss ich die Leser aber um Geduld bitten, denn die Implementierung von Live-Services in das Spiel konnte derzeit noch nicht getestet werden. Microsoft hatte in der Review-Phase einige Probleme und die Onlinefunktionalitäten werden wohl erst mit dem offiziellen Release starten. Was man jetzt schon sagen kann, ist das der mit dem Blade-Dashboarddesign vertraute 360 Nutzer hier viel Bekanntes sehen wird. Die Live-Anmeldung sieht dem recht ähnlich und die verschiedenen Nutzerprofile lassen sich gut verwalten, nur geht halt derzeit noch nicht viel. Man muss es abwarten, aber ich bin guter Dinge, dass Microsoft gerade hier souveräne Arbeit leisten wird, zumal dieser Part des Spiels ja auch auf der alten Xbox schon glänzte. Auch den Map-Editor, die Achievments der Live-Einbindung und Headset-Funktionalität müssen warten, bis die Live-Server von Microsoft dann endlich laufen.
