Mit dem dritten Teil der Halo-Serie haben sich die Bungie Studios selbst übertroffen. Ein absoluter Gameplay-Hit für die Xbox 360!
Under control
Halo 3
Was sofort in den ersten Spielsekunden auffällt, ist die äußerst präzise und eingängige Steuerung. Selbst Genreneulinge und Spieler, die nur selten einen Ego Shooter mit Gamepad gespielt haben, sollten sich dennoch schnell einleben. Alle Funktionen sind an ihrem Platz, der Rumble gibt herrlich den Rückstoß der Waffen wieder, während eine leichte Zielverfolgung dabei behilflich ist schnelle Gegner im Fadenkreuz zu behalten. Das Ganze ist auch eine gute Vorraussetzung, um im Multiplayer zielgenau Headshots zu verteilen. Bei so einer sauberen Steuerung dürften nur wenige die Maus-Tastatur-Steuerung zu sehr vermissen. Wenn wir schon mal bei Headshots sind. Wieso hat die USK eigentlich eine 18er Freigabe verteilt? Obwohl wenig Blut fließt und man gegen Menschen nie Gewalt anwendet, sind es die Flood, die unter Beschuss zu gerne ihre Körperteile in der Gegend verstreuen, und das reichlich. Zudem ist das Ragdoll-System äußerst ausführlich ausgefallen. Dies dürfte dazu geführt haben, dass Halo 3 erwachsenen Spielern vorenthalten bleibt, obwohl es im Großen und Ganzen nicht zu brutal wirkt. Ein Quicksave-System hat Halo 3 nicht. Dafür wird an sehr fairen Stellen automatisch gespeichert. Nie müssen längere Wege erneut gespielt werden. So motivieren auch die hohen Schwierigkeitsstufen. Die Spieldauer dürfte je nach Stufe etwa 12-16 Stunden dauern.
Multiplayer & Co.
Halo 3
Da wir euch den Test schnellst möglich präsentieren wollten, und Microsoft Online-Features sehr spät frei geschaltet hat, konnten wir nicht detailliert testen, wie sich die Online-Schlachten auf Dauer spielen. Dennoch konnten wir einen flüchtigen Blick riskieren und können sagen, dass der MP-Modus das Potential zum Dauerbrenner hat. Was wir bereits sagen können ist, dass die Spielersuche äußerst komfortabel ausgefallen ist und darüber hinaus allerlei Optionen bietet. So können benutzerdefinierte Spiele nach allen möglichen Vorlieben erstellt werden, genauso wie das Erscheinungsbild des eigenen Charakters. Auch die Sprachkommunikation funktionierte tadellos. Satte neun Spielmodi stehen zur Verfügung. Neben den typischen Deathmatches und einer Capture the Flag-Variante, werden Bomben in der feindlichen Basis gelegt, Flood eliminiert und Menschen infiziert. In weitläufigen Maps müssen Hügel und ganze Territorien möglichst lange gehalten werden, und das Ganze mit bis zu 16 Spielern. Daneben können über den System-Link ebenfalls bis zu 16 Kumpels den Matches frönen. Weitere und detaillierter Eindrücke liefern wir euch nach.
Halo 3
Darüber hinaus bietet Halo 3 weitere, sehr nette Features. Da wäre der geniale Coop-Modus, in dem bis zu vier Mann die Kampagne durchspielen können. So macht die Story doppelt viel Spaß, da ihr euch durch Absprachen taktisch bewegen könnt, um noch effizienter gegen die Allianz vorzugehen. Hier lässt sich auch einstellen, ob ihr mit Freunden oder Fremden in die Schlacht ziehen wollt. Von jeder Spielsitzung, sei es Singleplayer oder Multiplayer, zeichnet das Spiel ein Video auf. Diese Videos könnt ihr speichern und Freunden schicken. Habt ihr den letzen Endgegner besonders lässig erledigt und wollt es Hermann aus der Friendlist zeigen? Kein Problem mehr. Die Videos können dabei aus allen möglichen Perspektiven betrachtet werden. Ihr könnt die Kamera sogar frei im Raum bewegen. Screenshots lassen sich übrigens auch anfertigen und online stellen. Grundsätzlich ist das Datei-Sharing für Gold-Mitglieder kostenlos. Wer jedoch mehr Speicherplatz will, muss zusätzlich zahlen. Für den normalen Heimgebrauch dürfte das gebotene Volumen allerdings völlig ausreichen. Ein besonders cooles Feature ist die Schmiede. Hier kann die Geometrie bekannter Maps verändert werden. Dadurch kann schon mal ein ganz anderer Spielfluss entstehen, der die Karten noch langlebiger machen dürfte.
Master Chief's High Technology
Halo 3
Die Dschungellandschaften eines Halo 3 sind längst nicht so detailliert wie bei Crysis und auch die Texturqualität von Gears of War wirkt auf den ersten Blick knackiger. Was die Grafik von Halo 3 ausmacht ist der unverwechselbare Charme, der die Welt des Spartans so unverwechselbar macht. Die dargebotene Optik bewegt sich ständig auf höchstem Niveau: Verpixelte Texturen, unschönes Kantenflimmern, Slowdowns, Clippingfehler, Tearing, all das hat Halo 3 nicht. Halo 3 ist weitestgehend fehlerfrei und bietet dabei sehr Abwechslungsreiche und weitläufige Areale mit einer enormen Sichtweite. Manchmal dürftet ihr einfach stehen bleiben, und den Blick in die Ferne schweifen lassen. Mit Ladepausen müsst ihr euch nicht herumschlagen. Zwar wird euch im Display ständig angezeigt, dass nachgeladen wird, merken tut ihr davon jedoch nichts. Die Texturaufplopper aus Halo 2 gehören weitestgehend der Vergangenheit an. Nur ganz selten werdet ihr bemerken, dass in Zwischensequenzen Texturen zu spät ins Bild platzen. Während des Spiels kommt es dennoch recht selten zu Pop-Ups, obwohl sich eigentlich nur Gras recht spät ins Bild aufbaut. Die stets flüssige Auflösung in 1080p ist das Tüpfelchen auf dem "i".
Halo 3
Erstaunlich ist, dass auch das Ragdoll-System bzw. Physik-System so gut wie fehlerlos arbeitet. Bei der Konkurrenz kam es da schon oft zu komischem Merkwürdigkeiten. Manchmal meint man dann aber doch, dass der Worthog durch Granatenfeuer etwas zu hoch und unkontrolliert in die Luft geschleudert wurde. Halo 3 verzichtet weitestgehend auf spektakuläre Licht- und Schattenspielereien, was einfach nicht zum Stil der Serie passen würde. Dafür bekommt ihr bombastische Explosionen, buntes Blitzgewitter und mehr denn je glaubt ihr, dass ihr euch mitten im Krieg befindet, da ständig um euch herum der Kampf tobt, obwohl die Inszenierung hierbei nicht an ein Call of Duty herankommt. Ein Highlight ist der Master Chief und die vielen anderen Hauptcharaktere. Gerade der Chief könnte frisch aus einem Rendertrailer entsprungen sein. Dadurch wirken auch die vielen Ingame-Zwischensequenzen unheimlich beeindruckend. Wer braucht da noch die vorberechneten Videos, wenn man auch mit Ingame-Grafik für offene Münder sorgen kann? Ankreiden muss man jedoch die manchmal sehr hölzernen Animation einiger Spielfiguren, die sich eher wie Puppen bewegen.
Ein kleines Manko stellt die deutsche Sprachausgabe dar, die in ihrer Qualität schwankt. Mal abgesehen davon, dass der Master Chief eine etwas gewöhnungsbedürftige Stimme erhalten hat, wirkt Stefan Raabs Showpraktikant Elton als Synchronsprecher zu deplaziert. Viele der Synchronsprecher machen ihren Job dennoch ordentlich, auch wenn hier die englische Sprachausgabe besser klingt. Was für Gänsehaut sorgt, ist wieder unverkennbare Orchester-Musik, die Halo 3 den epischen Touch verpasst. Sie ertönt immer an den richtigen Stellen und lässt noch tiefer ins Geschehen eintauchen. Mit einem Dolby Digital-System ein Hörgenuss aller erster Kajüte.
