Im zweiten Teil des letzten Harry Potter Abenteuers stellt man sich dem Dunklen Lord höchstselbst!
Quelle: Warner Bros.
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2
Cool hingegen ist, dass man in Harry Potter 7.2 nicht immer nur Harry Potter spielt, sondern Rollen tauscht. So muss man als Ginny Todesser im Schulhof Hogwarts abwehren, während Harry im Schloss nach Horkruxen sucht - ein kluger Schachzug, denn in diesen seltenen Momenten des Rollentausches passiert auf Harrys Seite nichts, was man als Spiel verkaufen könnte: Im Film werden dann nämlich Story und Charaktertiefe weiterentwickelt, da es die im Spiel nicht gibt, wird es eben durch Action ersetzt. Trotzdem schade: Professor McGonagall, Ginny, Hermine und die Weasley-Mutter beherrschen alle exakt die gleichen Zauber, wie Harry. Es wäre cool gewesen, wenn wenigstens die erfahrenen Magierinnen für ihre Levelboss-Kämpfe gegen Riesen, Todesser-Horden und miese Zauberer ein paar Tricks auf Lager hätten, von denen Harry noch nichts gehört hat. Eher das Gegenteil ist der Fall: Anscheinend ist Harry der einzige, der sich durch die Gegend apparieren kann - und selbst das nur an bestimmten Stellen im Spiel.
Grafik, Technik, Feeling
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2
Grafisch hat sich doch einiges getan im Vergleich zum direkten Vorgänger Harry Potter 7.1. Das kann man auf den Screenshots vielleicht nur schwer erkennen, die letzten sahen nämlich etwa genauso gut aus, aber in Bewegung versagte Teil 1 komplett: Grob gezeichnete Charaktere, niedrig aufgelöste Umgebungsgrafik und Texturen, dass man heulen möchte. Ganz losgeworden ist man die Probleme zwar nicht, aber man hat sie merklich reduzieren können. Das merkt man auch an seinen zwei Begleitern Hermine und Ron. Während die im letzten Teil häufig mitten im Kreuzfeuer rumgammelten und dort einfach nur störten, hängen sie jetzt oft hinter einem rum - groß Einschreiten werden sie in Kämpfen zwar immer noch nicht, es sind ja nur Sidekicks, aber wenigstens stehen sie dem Spieler nicht mehr ganz soft im Weg.
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2
Auch häufige Perspektivwechsel ist man losgeworden und bleibt somit fast immer in einer Verfolgerkamera knapp über der rechten Schulter seines Protagonisten. Das führt zwangsläufig zu einem sehr direkten Erlebnis. Um den Spieler nun nicht ständig mit der gleichen Perspektive zu nerven, hat man dazu aber noch Verfolgerkameras eingebaut - nicht wie man sie kennt, sondern eine Perspektive, die den Spieler von vorne zeigt. Im Hintergrund sieht man, was einen verfolgt (Voldemort, Werwölfe und Co.) und wie nah es jeweils kommt. Durch diesen beschränkten Sichtwinkel muss man nun Hindernisse schnell genug erkennen, die auf einen zukommen und möglichst rasch ausweichen - was in manchen Situationen echt heikel sein kann.
Was man auf der einen Seite gut macht, verhaut man dann auf der anderen wieder. Beim Charakterdesign der Gegner hätte ruhig ein wenig Arbeit mehr nicht weh getan. Im Spiel wirkt es, als gäbe es nur eine Handvoll Gegnertypen, entsprechend häufig wiederholen sich Feinde, als gäbe es tausendfach geklonte böse Zauberer.
