Haunting Ground im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Die eher sanfte Form des Horrors: Hier wird nicht geballert, sondern im richtigen Moment im Schrank versteckt.

Eile mit Weile

Das Marionetten-Zimmer Das Marionetten-Zimmer Haunting Ground hat eigentlich die besten Voraussetzungen, ein spannendes Game zu sein: Interessante Story, nettes Heldenduo... Dummerweise spielt es sich aber sehr träge und langsam. Wenn ich um mein Leben renne und vor einem geisteskranken Kerl flüchte, der mir an die Wäsche will und größer ist als ein Schrank, dann reiß ich doch die Tür in Windeseile auf und knall sie hinter mir zu. Fiona sieht das jedoch ein wenig anders. Sie stellt sich erstmal gemütlich vor die Türe hin, schaut diese an, sucht nach dem Griff und betätigt ihn dann irgendwann. Geht ja nur um ihr Leben! Aber das ist nicht alles: Sie ist generell der Kategorie Baldrian-Patientin zuzuschreiben, da sie vieles einen Tick langsamer ausführt, als ein "normaler" Mensch das vermutlich tun würde. Das wirkt sich leider auch auf die Steuerung aus, denn manchmal weiß man nicht ob sie jetzt bereits untersucht und ob man den Knopf schon gedrückt hat oder nicht. Auch sonst steuert sich das schüchterne Mädel etwas hakelig, im Großen und Ganzen kommt man aber schon damit klar.

Grauschleier?

Der Panik-Effekt Der Panik-Effekt Zur Grafik kann man generell sagen, dass sie durchaus gelungen ist. Fiona ist ganz nett anzusehen und die Hintergründe und Objekte brauchen sich in Sachen Optik ebenfalls nicht zu schämen. Die Szenarien könnten häufig auch aus einem Teil der Resident Evil Serie stammen und sind sehr atmosphärisch (z.B. ein Zimmer mit vielen kaputten Marionetten, dunklem Licht und Augen an den Wänden). Großes Manko dabei: Irgendwann scheinen die Farben ausgegangen zu sein und es blieb nur noch grau übrig. Es ist völlig logisch, dass ein Horror-Spiel keine quietschbunten Knallbonbon-Farben bietet, aber Haunting Ground ist doch etwas übertrieben trist und sehr viel grau in grau. Untermalt wird das Ganze von drückenden Musikstücken die sich nicht aufdrängen, sondern mehr im Hintergrund vor sich hin plätschern. Immer wenn etwas Erschreckendes passiert und beispielsweise Debilitas auftaucht, wird ein kleines musikalisches Chaos ausgelöst und je nach Panikintensität von Fiona lässt dies auch wieder nach oder wird immer stärker. Hervorragend zur Verdeutlichung der steigenden Gefahr und ihrer Angst und prima zur Schaffung eines kribbeligen, hektischen Flairs.

Meinung

Wertung zu Haunting Ground (PS2)

Wertung:

7.3 /10
Pro & Contra
Story an sich interessantinnovatives Hunde-Featuretechnisch sauberdüstere Atmosphäre
Spieltempo sehr langsamteils langatmige Präsentation der GeschichteDebilitas nervt mit der ZeitFarbwahl sehr einseitig
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