Neue Prachtgrafik, klassisches Gameplay: Kann die einstige Kultserie auch heute noch voll und ganz überzeugen?
Heroes of Might & Magic 5
Wie in einem Echtzeit-Strategiespiel kommt auch hier den Städten eine ganz besondere Bedeutung zu: Einmal erobert, dient der wunderschön in Szene gesetzte Regierungssitz fortan als zentrale Quelle für den lebenswichtigen Nachschub an Einheiten. Doch damit außer bewaffneten Bauern auch berittene Paladine trainiert werden können, müsst ihr zuerst die dafür benötigten Gebäude bauen. Hier kommen dann auch wieder die sieben verschiedenen Rohstoffe ins Spiel, welche von eurem Helden auf der Weltkarte mühselig gesammelt werden müssen. Nur wer über genügend Rohstoffe verfügt, kann auch schnell seine Stadt ausbauen und damit besonders effektive Einheiten und Belagerungswaffen produzieren. In der örtlichen Taverne können außerdem zusätzliche Helden angeworben werden, welche für Profis auf großen Karten eine schnellere und zeitsparende Spielweise ermöglichen. Eine wichtige Neuerung: Neu trainierte Kämpfer müsst ihr ab sofort nicht mehr persönlich mit eurem Helden in der Stadt euerer Wahl abholen, da ein praktischer Zauber den Nachschub auch direkt an die Front befördern kann. Viele zeitraubende Reisen zurück zur Basis kann man sich damit sparen.
Heroes of Might & Magic 5
Zugunsten der spielerischen Abwechslung hat man den Ablauf der 30 Missionen in handliche Quests unterteilt, stellenweise warten sogar noch ein paar optionale Bonusquests auf euch. Beim Design dieser lohnenswerten Aufgaben hat man sich viel Mühe gegeben und sich die verschiedensten Ziele einfallen lassen. Wer sich Zeit lässt und neben allen Quests auch noch jede Spielkarte vollständig aufdeckt, alle Rohstoffe sammelt und seine Armee für jeden Schlusskampf bis zum Limit aufstockt, der hat mit "Heroes V" mindestens 50 unterhaltsame Spielstunden vor sich. Die sehr häufigen Kämpfe und die rundenbasierte Fortbewegung auf der Weltkarte sind aber auch stellenweise etwas zäh und kosten mitunter sehr viel Zeit. Diesen Umstand als Manko anzukreiden ginge allerdings zu weit, schließlich sehen viele Fans darin auch eine der großen Stärken der Serie. Natürlich kann man die sechs Kampagnen auch etwas schneller durchspielen, jedoch verpasst man dann viele der liebevoll ausgearbeiteten Details und auch der Schwierigkeitsgrad ist dann mitunter wesentlich höher. Damit es Einsteiger zu Beginn des Spiels etwas einfacher haben, haben die Entwickler bereits einen Patch angekündigt, der den normalen Schwierigkeitsgrad etwas entschärft - die langjährigen Fans der Serie steigen also gleich auf "Schwer" ins Spiel ein.
Mehrspielermodus mit neuen Ideen
Heroes of Might & Magic 5
Neben dem genretypischen Hot-Seat-Modus, bei dem bis zu vier Spieler an einem Computer abwechselnd ihre Züge machen können, bietet "Heroes V" natürlich auch das Spiel über LAN oder das Internet an. Hier darf man sich dann nicht nur mit seinen Helden duellieren, sondern auch ein ausgedehntes Match auf zehn speziell dafür vorgesehenen Mehrspielerkarten ausfechten. Als gelungene Innovation kann man den neuartigen und optional zuschaltbaren Ghost-Modus bezeichnen, bei dem endlich auch die Spieler etwas zu tun haben, die im Moment nicht an der Reihe sind. Während nämlich der aktive Held seine Züge auf der Weltkarte macht, dürfen alle anderen in einer Geister-Dimension agieren und damit sogar aktiv auf die Welt der Lebenden Einfluss nehmen. Fiese Fallen und Flüche bringen zusätzliche Überraschungen in den Mehrspielermodus - eine sehr lobenswerte Neuerung!
Heldenhafte Grafik: Endlich vollständig in 3D
Heroes of Might & Magic 5
"Heroes V" währe ohne seine traumhafte Grafik wirklich nur halb so schön. Da das eigentliche Gameplay nur mit Samthandschuhen angefasst wurde, findet sich die größte Veränderung zu den Vorgängern bei der Grafik. Die strotzt nämlich geradezu vor Details und liebevollen Animationen und ist zudem mindestens so farbenfroh wie die der Vorgänger. Die im Mittelpunkt stehende Weltkarte ist endlich völlig frei dreh- und zoombar und bietet dadurch auch wesentlich mehr Übersicht. Zwar ist es manchmal etwas schwierig das Ziel punktgenau mit dem riesigen Mauszeiger in Pferdeform festzulegen, früher oder später hat man sich aber auch daran gewöhnt. Und auf dem Schlachtfeld legt das Spiel dann erst richtig los: Zwar ist die simple Draufsicht keine optische Offenbarung, sobald die Kamera dann aber für den Schlagabtausch zweier Einheiten an Geschehen heranzoomt, wird man mit prächtigen Animationen und jeder Menge toller Spezialeffekte belohnt. Lobenswert sind auch die mit viel Liebe zum Detail ausgearbeiteten und über 80 verschiedenen Kreaturen, welche man nur allzu gerne direkt aus nächster Nähe bewundert. Gleiches gilt für die Zwischensequenzen, welche vollständig in Echtzeit-Grafik ablaufen. Obwohl man dabei auf eine Lippenbewegung bei der Sprachausgabe verzichtet hat, sorgen die deutschen Sprecher dank tadelloser Lokalisierung dennoch für eine passende Atmosphäre.
