Eine recht einfach ausgefallene WiSim von der wir uns nach zwölf Jahren eigentlich etwas mehr erwartet haben.
Wenig Abwechslung aber nicht ganz ohne Reiz
Hollywood Pictures 2
Das war es, jetzt geht das Prozedere von vorn los. Der einzige Unterschied ist ab hier die wöchentlichen Zuschauerzahlen, die entscheiden, was von dem Investment wieder zurück in die Kasse gespült wird. Sollte dies zuwenig sein, kann man bei der Bank einen Kredit oder die wesentlich zinsgünstigere Filmförderung bemühen. Sollte es sich dagegen so richtig ausbezahlt haben, können auf dem Gelände des Studios ca. 20 Gebäude errichtet werden, die einem das Leben einfacher, sprich günstiger machen. Eine Elitefilmschule senkt die Gagen der Schauspieler dramatisch, eine Feuerwehr verhindert das Zufallsevent "Feuer vernichtet Set" und mit eigener Pyrowerkstatt arbeiten die Effekt-Leute für die Hälfte. Verteilt werden die Gebäude nach Gutdünken und, wenn man mit der futzeligen Steuerung nicht aufpasst, auch mal übereinander. Macht aber nichts, sieht sowieso nicht besonders toll und in jedem Spiel letztendlich gleich aus. Als einziges bleibt dann noch das Warten auf die Filmpreisverleihungen, die dann in einer kleinen Animationssequenz darüber entscheiden, ob man etwas bleibendes abgeliefert hat.
Dabei könnte trotz allem Hollywood Pictures einen gewissen Reiz haben, denn es ist nicht so schnell zu durchschauen, was einen mittelmäßigen Abendfüller von einem Oskar-verdächtigen Meisterwerk trennt, zumindest nicht während man daran arbeitet. Es muss vor allem darauf geachtet werden, das die Fertigkeiten der Crew zu den Anforderungen des Scripts passen. Dies zu balancieren ist spannend und nachdem erst einmal die Bürde des Szenendrehs geschultert wurde, wartet man mit einem guten Stück Spannung auf das Urteil der Kritik.
Hollywood Pictures 2
Die erwähnte hakelige Maussteuerung zieht sich übrigens durch das Ganze Spiel und verdirbt einem gelegentlich dank winziger anzuklickender Buttons einen Teil der Freude. Man sollte ja meinen, dass mehr als 30 Jahre nach Erfindung von Computermäusen möglich sein sollte einen Cursor flüssig über den Screen zu bewegen. Es ist hier bei weitem nicht so schlimm, dass es unspielbar wäre, wirkt aber doch sehr unprofessionell. Dies gilt übrigens für einige Bereiche des Spiels, insbesondere die Untermenüs wirken halbfertig. Sie funktionieren zwar problemlos, sind jedoch teilweise englisch, während der Rest des Spiels deutsch ist, blenden sich über den Screen, statt in das Design richtig eingebunden zu sein und wirken mehr als nur ein wenig unaufgeräumt. Der erste Patch ändert daran übrigens nichts, sondern bewirkt "lediglich", dass das Spiel etwas stabiler läuft. Das ist auch ganz gut, denn selbst mit dem Patch hatte ich während meines ca. 10 stündigen Tests vier oder fünf Abstürze, wobei ich für das Autosave-Feature dankbar war. Die restliche Technik vegetiert auf unterem Mittelmaß vor sich hin. Die 2D-Screens sind zweckmäßig aber nicht gerade schön und es hätte ruhig ein wenig mehr Liebe zum Detail beim Ausbau des Studios sein dürfen. Der eine Screen hier ist völlig statisch und leblos, ein Attribut, das auf das Spiel insgesamt zutrifft. Soundtechnisch werden ein paar belanglose Effekte geboten und eine Musikbegleitung, die auch nach einigen Spielstunden noch nicht stört, hier ist unauffällig also ein Segen.
