Yasuhiro Wada galt jahrelang als Erfinder und kreativer Kopf hinter Harvest Moon. Nun hat der Japaner nach 26 Teilen genug und macht etwas Neues - das stark an Harvest Moon erinnert. Heraus kommt eine Art Tante-Emma-Laden-Simulator für Nintendo 3DS, mit niedlicher Geschichte und viel Emotionen. Wir haben einen Blick darauf geworfen.
Hometown Story, das neueste Nintendo-3DS-Spiel von Yasuhiro Wada, erschien vergangenen Freitag, am 02.04.14, in Deutschland. Um das minimalistische, sehr eigensinnige Spiel in vollem Umfang schätzen zu können, muss man ein wenig über seinen Erfinder Bescheid wissen.
Quelle: Koch Media
Hometown Story im Schnellcheck
Yasuhiro Wada gehört in einigen Gamer-Kreisen zu den legendärsten japanischen Videospiel-Designern. Es ist also erstaunlich, dass es kaum Informationen über den Harvest-Moon-Erfinder im Internet zu finden gibt. Zum Glück gab der Präsident und Producer von Toybox-Games auf der Quo Vadis 2014 in Berlin einen Vortrag über seinen Werdegang in der Spielebranche. Wada wuchs auf einer Farm in Japan auf, doch sein Drang zu studieren trieb ihn nach Tokyo. Mangas, Kurzgeschichten, Bücher und Filme interessierten Wada-San, er liebte Videospiele jedoch seit jeher und sieht sich selbst als Core-Gamer. Vor 23 Jahren, 1991, kam Yasuhiro Wada zum ersten Mal in die Spielebranche. Er übersetzte Terminator 2 auf dem SNES ins Japanische und begann sich, über die nächsten zwei Jahre, hochzuarbeiten. Als Assistant-Producer konnte Wada eine Idee für ein Videospiel - Harvest Moon - einreichen.
Drei Jahre später (1996), und nach vielen Schwierigkeiten während der Entwicklung, erschien Harvest Moon auf dem SNES in Japan. Über die nächsten 17 Jahre kamen insgesamt 26 verschiedene Harvest Moon Spiele heraus, jedoch erschienen in Europa lange nicht alle. Nach so langer Zeit mit demselben Franchise ist es ist also verständlich, dass Yasuhiro Wada die Fackel abgegeben hat, um etwas Neues, Frisches zu entwickeln.
Die Prämisse von Hometown Story ist schnell erklärt. Die Großmutter des Spielers ist gestorben und hat ihr oder ihm einen kleinen Laden vererbt. Nachdem wir unseren Charakter gestaltet haben, kehren wir in den kleinen Ort in dem wir unsere Kindheit verbracht haben ein, um uns den Laden der Großmutter anzunehmen. Diesen müssen wir jedoch erst wieder herrichten. Während wir das tun, treffen wir auf eine kleine Elfe namens Pochika, mit der wir uns schnell anfreunden. Die kleine freche Elfe steht mit Rat und Tat zur Seite und fungiert gleichzeitig zu Beginn des Spiels als Tutorial - ein bisschen wie Navi in "The Legend of Zelda: Ocarina of Time". Pochika erinnert stark an ein Pokémon - zurecht, denn sie wurde von Pokémon- und Pikachu-Designerin Atsuko Nishida entworfen. Nishida gestaltete in Hometown Story außerdem alle weiteren Charaktere.
Quelle: Koch Media
Hometown Story im Schnellcheck
Während im Hintergrund die einprägsame Musik des Final Fantasy Lead-Komponisten Nobuo Uematsu läuft, kümmern wir uns um das Layout des Ladens. Wir platzieren Tische um diverse Gegenstände darauf zum Verkauf anzubieten. Anschließend setzen wir einen Preis für jeden Gegenstand fest. Ist er zu hoch, ärgern sich die Kunden und er wird verständlicherweise nicht gekauft - zu niedrig und wir machen Verlust. Es liegt an uns herauszufinden, welche Preise für welche Gegenstände angemessen sind. Der Laden lässt sich im weiteren Spiel ausbauen und mit verschiedenen Tapeten und Böden sowie diversen Einrichtungsgegenständen verschönern.
Jeden Tag um 14:00 Uhr erscheint ein Händler, der verschiedene Gegenstände anbietet. Wir können und müssen aber auch das Dorf und die umgebenden Wälder nach diversen Gütern erkunden. Im Wald können wir beispielsweise Wildbeeren finden und treffen dort auf Tiere und Götter. Die Dorfbewohner bieten uns andere Gegenstände und kleinere Quests an. In der deutschen Version von Hometown Story kann man darüber hinaus auch angeln - diese Spielmechanik fehlt laut Wada in der amerikanischen Version.
Neben der Suche nach neuen Dingen, die wir verkaufen können, verbringen wir unsere Zeit im Dorf, freunden uns mit den Anwohnern an und findet eventuell sogar die Liebe unseres Lebens. Ähnlich wie in Harvest Moon geht es auch in Hometown Story darum, ein erfolgreiches Geschäft zu betreiben und sich zu vermählen. Das klingt banal und mag in Zeiten von Action-Blockbustern auch niemanden mehr vom Hocker hauen. Aber in einer Welt, in der sich alles immer schneller dreht, tut ein wenig Entschleunigung gut.
