Gleich einem fesselnden Kriminalroman, will man dieses Adventure erst aus der Hand legen wenn man das Ende kennt.
Es darf auch mal gerätselt werden
Hotel Dusk: Room 215
Die interessanten und überzeugenden Einzelschicksale, die sich dem Spieler nach und nach eröffnen, machen aus "Hotel Dusk: Room 215" ein ganz besonderes Spielerlebnis, das inhaltlich überaus gelungen ist. Nur leider gibt es auch ein großes Aber: Rätseleinlagen und generell Passagen, in denen der Spieler richtig aktiv sein muss, sind nämlich zu kurz gekommen. So interessant und fesselnd die Unterhaltungen auch meist sind, so können diese nicht darüber hinwegtäuschen und -trösten, dass Puzzles rar gesät sind. Lange Spielabschnitte, in denen man lediglich das Steuerkreuz oder den Touchscreen zum Weiterblättern antippen muss, sind bei "Hotel Dusk: Room 215" keine Seltenheit. Außerdem sind einige Aufgaben leider zu simpel ausgefallen. So gestaltet sich zum Beispiel ein Handschriftenvergleich oder das Annähen eines Puppenflügels sowie das Beschaffen eines bestimmten Weinetiketts alles andere als herausfordernd.
Hotel Dusk: Room 215
Doch zum Glück sind solche einfachen Puzzles nur die Ausnahme, denn die meisten Rätsel erfordern einen wachen Verstand, Einfallsreichtum sowie eine feine Spürnase und Freude am Experimentieren. Wie soll man eine Spielfigur wiederbeleben, die ohnmächtig geworden ist, ohne dass man sie berührt? Wie kann man die Gravur auf einem Füller lesbar machen? Was sollen wir mit einem Zettel, auf dem nummerierte Punkte abgebildet sind? Den Grips anstrengen muss man auch beim Münzspiel, in dem es darum geht, die sechs Münzen so anzuordnen, dass sich sowohl senkrecht als auch waagrecht vier Münzen in einer Linie befinden, wobei man nur eine einzige Münze verschieben darf. Auch die Streichholzrätsel haben es in sich, die man in der Hotelbar findet und die mit anderen Aufgaben aufwarten, wenn man später noch einmal in der Bar vorbeischaut. Und kleinere Spielereien wie Beispielsweise der Getränkeautomat, für dessen Bedienung man erst einmal die versteckten Sternsymbole finden und dann auch das entsprechende Kleingeld parat haben muss, laden dazu ein, das Hotel gründlich zu erkunden und eventuell den Titel auch ein zweites Mal durchzuspielen.
Der Ort des Geschehens
Hotel Dusk: Room 215
Die Handlung spielt sich nur im Hotel Dusk ab und dementsprechend befindet man sich während des gesamten Abenteuers nur an diesem Ort. Mit seinen vielen Zimmern, wobei man erst nach und nach Zugang zu allen Räumlichkeiten erhält, bietet das Spiel aber schauplatztechnisch genug Abwechslung. Zur Orientierung hat man praktischerweise in seinem Notizbuch eine Hotelbroschüre mit einer Karte des Hotels. In diesem Notizbuch befinden sich darüber hinaus noch viele weitere nützliche Informationen wie zum Beispiel zum Inventar, den Personen oder zur Handlung. Während den Streifzügen durchs Hotel hat man außerdem die Möglichkeit Objekte wie Bilder, Fernseher oder Schreibtische zu untersuchen, um eventuelle Hinweise oder Informationen zu erhalten. Manche Gegenstände lassen sich zwar gleich untersuchen, doch erst wenn man auf das entsprechende Rätsel gestoßen ist, kann man sie aufnehmen bzw. ihr Geheimnis lüften. Will man das "Game Over" Bildschirm vermeiden, dann sollte man bei einigen Aktionen sehr vorsichtig vorgehen, denn lässt man sich erwischen, fliegt man hochkant aus dem Hotel heraus und das Spiel ist vorbei. Glücklicherweise gibt es nicht nur einige Rücksetzpunkte, sondern man hat auch die Möglichkeit, jederzeit seinen Spielstand zu sichern.
Ordentliche Ermittlungszeit
Hotel Dusk: Room 215
Unterteilt sind die Spielabschnitte in insgesamt 10 Kapitel und am Ende eines jeden gibt es wie bei "Another Code" eine kurze Inhaltszusammenfassung in Form eines Frage und Antwort Spiels. Angesichts des mit seinen vielen verschiedenen Handlungssträngen recht komplex ausgefallenen Plots ist das wirklich sehr praktisch, um sich eine Übersicht über die Geschehnisse und Geschichten zu verschaffen, die man in diesem Kapitel erlebt und erfahren hat. Das Beenden eines Kapitels nimmt dabei meist an die zwei Stunden Zeit in Anspruch, so dass "Hotel Dusk: Room 215" insgesamt mit einer Spielzeit von ca. 15 - 20 Stunden doch einen recht ordentlichen Umfang aufweist - wobei angemerkt werden muss, dass man den Großteil der Spielzeit mit dem Führen von Gesprächen und somit dem Textlesen verbringt.
Stimmige Technik
Hotel Dusk: Room 215
Zum Lösen der Rätsel gilt es im Spiel - wie schon bei "Another Code" - alle DS-Features zu berücksichtigen, wobei diesmal das Mikrophon leider vernachlässigt wurde. Am häufigsten Gebrauch macht man dabei vom Touchscreen mittels Stylus. Sowohl das Steuern der Spielfigur als auch beispielsweise das Reiben eines Bleistifts an einer Feile, das Anklopfen an Türen oder das Dekorieren eines Weihnachtsbaums wird mit dem Touchpen auf dem Touchscreen ausgeführt. Und will man sich Notizen machen, dann braucht man lediglich zum Stylus greifen und den Text auf dem Touchscreen in sein virtuelles Notizblock niederschreiben. Sowohl die Steuerung als auch die anderen Aktionen gehen dabei leicht und problemlos von der Hand. Während man die Spielfigur durch das Hotel navigiert, bekommt man auf dem Touchscreen eine 2D Karte von der Umgebung und auf dem anderen Bildschirm eine 3D Ansicht der räumlichen Gegebenheit präsentiert, in der man sich gerade aufhält. Befindet man sich im Gesprächsbildschirm, dann wechselt die Darstellung und man bekommt auf dem anderen Bildschirm Kyle Hyde zu sehen, während sein Gesprächspartner auf dem Touchscreen erscheint. Passend zum Film-noir-Stil erklingen im diesem Spiel jazzig angehauchte Melodien, die die stimmungsvolle Atmosphäre unterstreichen - lediglich die Auswahl hätte ein Tick höher ausfallen dürfen.
