Der Altmeister Hogan wird mit seinem persönlichen Kinect-Spiel geehrt, doch ob der Hulkster damit zufrieden ist?
Simpler Reaktionstest und nicht mehr
Hulk Hogan's Main Event
Spielerisch dürfte jedem klar sein, dass aufgrund Kinect nicht das volle Repertoire an Wrestling-Aktionen den Weg in diesen Titel gefunden hat, letztendlich wird aber leider doch zu wenig geboten. Hulk Hogan's Main Event ist viel weniger ein Sportspiel, als dass es auf Geschicklichkeit und Timing ankommt. Es gibt durchaus viele bekannte und witzig integrierte Dinge wie Stühle, die wir den Kontrahenten um die Ohren hauen, Leitern, die sich bestens für die Deckung aber auch für den Schlagabtausch eignen und Möglichkeiten, spektakuläre Stunts von der Ringecke aus zu machen. Rein von der Präsentation her erreicht die Show fast schon das Niveau einer TV-Ausstrahlung, spielerisch ist es aber ein abgekapptes und weniger einflussreiches Spektakel, welches uns leider nur anfänglich von den Socken gehauen hat.
Jeder einzelne Kampf ist einerseits in mehrere Phasen eingeteilt, andererseits mehr oder weniger sogar komplett vorgegeben. Zu Beginn werden Backpfeifen verteilt, sobald die Schläge und Tritte des Gegner mit der passenden Reaktion geblockt wurden. Ist die Energie des Gegenübers aufgebraucht, kommt eine kurze Comic-Sequenz und wir finden uns in der nächsten Phase des Kampfes. Das kann der harte Kampf um den Stuhl oder die Leiter sein, der Gegner mag uns in die Ecke befördert haben oder beide Wrestler werfen sich gegenseitig in die Seile, um seinen Gegenüber mit einer Closeline oder ähnlichem auf die Matte zu bringen. Egal was kommt, alles wird vorgekaut: Blocken oder den Attacken ausweichen, den von Hulk Hogen aufgeforderten Schlag ansetzen und alles solange wiederholen, bis der Gegner tatsächlich Sterne sieht. Wir haben es also mit Quick-Time-Events zu tun, auch wenn gelegentlich ein gefühlt offener Kampf aufkommt. Vor allem in Situationen, in denen wir ausweichen sollten, müssen sämtliche Posen und Aktionen vor der Kamera haargenau mit den Angaben auf dem Bildschirm überein stimmen.
Hulk Hogan's Main Event
Dadurch werden selbst Griffe und Würfe zu einer gähnend langweiligen Attitüde. Zwei Kontrahenten stecken ernsthafte Schläge zur Belustigung der bluthungrigen Leute ein, können mit ihren Gehabe den Spieler aber keineswegs überzeugen. Das Gameplay macht vielleicht einen, wer mutig ist auch 2-3 Kämpfe lang Spaß, danach motivieren allerhöchstens die Achievements noch, das Ende zu erreichen. Schade, denn die Aufmachung ist wirklich spaßig und gelungen! Vielleicht kann man daher fast schon vom Glück reden, dass die Karriere nur schlappe zehn Fights umfasst. Nicht gerade tauglich als Dauerbrenner, denn durchgespielt ist der Titel an einem Wochenende, wenn nicht sogar Tag, sofern man konstant dran bleibt. Der anschließend freigeschaltene höhere Schwierigkeitsgrad kann nur bedingt über all die Schwächen hinweg täuschen, ebenso wie die zusätzlichen Spielmodi. Wer hat schon Lust auf vorgegebene und vorgekaute Einzelevents oder Mehrspielerduellen, das vor allem in der Wiederholung?
