I Am Dead: Gespenstischer Rätselspaß für PC und Switch im Test
Test
Der Name ist Programm: In I Am Dead begebt ihr euch als Gespenst gemeinsam mit eurer verstorbenen Hündin Sparky auf die Suche nach einem neuen Beschützergeist für eine kleine Insel. In unserem Test erklären wir, warum das Abenteuer auf jeden Fall einen Blick wert ist, sein volles Potenzial aber nicht entfalten kann.
Ist der Tod ein neues Trendthema in Indie-Spielen? Nach dem herausragenden Spiritfarer vor einiger Zeit erscheint mit I Am Dead das nächste Spiel, bei dem sich alles um Leben und Vergehen dreht. Aber ist dieses virtuelle Nirvana so gelungen umgesetzt wie in bei der Konkurrenz? Wir haben die Erinnerungen der Inselbewohner erforscht, mit Geistern gesprochen und allerlei Objekte durchleuchtet.
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Der Tod ist erst der Anfang
Auf der winzigen Insel Shelmerston mitten im Atlantik hat Morris Lupton mit seiner Hündin ein beschauliches Leben als Museumskurator geführt. Inzwischen ist er verstorben, was ihn jedoch weder daran hindert, der Protagonist von I Am Dead zu sein, noch daran, weiter auf der Insel spazieren zu gehen.
Als er den Geist seiner vierbeinigen Freundin Sparky trifft und diese ihm erörtert, dass unbedingt ein neuer Schutzgeist für die Insel gefunden werden muss, weil sonst der Vulkan in deren Mitte ausbricht und alle Bewohner ins Unglück stürzt, macht sich Morris mit Vergnügen auf, um einen neuen Kandidaten für den Job zu finden. In Frage kommen dafür fünf ebenfalls verstorbene Personen, beziehungsweise deren Geister. Um diese jedoch zu rekrutieren, muss das ungleiche Duo in den Erinnerungen der lebendigen Bewohnern wühlen und sogenannte Mementos finden - Objekte, die den Verblichenen oder ihren Angehörigen viel bedeutet haben.
Memento Sparky
Quelle: PC Games
Als Geist könnt ihr in und unter Objekte blicken. In diesem Fuchsbau halten die pelzigen Bewohner ein Nickerchen. Steckt hier ein gesuchtes Memento?
Praktisch bedeutet dies, dass wir mit dem linken Stick die Kamera bewegen und mit dem rechten Stick wie per Mauszeiger über Gegenstände und Personen gleiten. Mit einem Knopfdruck wählen wir Ziele aus und erfahren dann mehr darüber. Als Geist hat Morris die wunderbare Fähigkeit, nicht nur in geschlossene Objekte hineinzublicken, sondern auch in die Köpfe der Inselbewohner. Um zu wissen, welche Mementos Sparky und Morris aufspüren müssen, gilt es zunächst, die Erinnerungen der NPCs zu durchkämmen. Spielerisch ist das ganz simpel: Per ZR und ZL dreht ihr cartoonhafte Standbilder so lange, bis sie richtig aussehen. Ist das Objekt der Begierde aus der Erinnerung identifiziert, geht die Suche los. Aus Spoilergründen beschränken wir uns bei den Beispielen auf Aufgaben aus dem ersten Level des Spiels, dem Leuchtturm. Ein Teilnehmer des Yoga-Kurses erinnert sich an die geliebte Buddha-Statuen-Sammlung des Verstorbenen. Forschen wir weiter, finden wir heraus, dass der vierte, kleinste Buddha nach dem Staubsaugen verschwand.
Quelle: PC Games
Ihr dreht die Kamera mit dem linken Stick und wählt alles, was ihr genauer untersuchen wollt, per Knopfdruck und dem rechten Stick aus.
Da ist die Lösung recht naheliegend: Wir suchen also nach dem Staubsauger, gucken ganz tief in den Beutel und finden dort den kleinen Buddha. Später wird das Suchspiel schwieriger und man muss wirklich genau hinsehen und die Umgebung aufmerksam analysieren. Neben der Hauptquest, bei der wir die Mementos aufstöbern, suchen wir nach kleinen Glücksgeistern, die sich erst zeigen, wenn wir Bilderrätsel lösen. In jedem Raum mit einem solchen Geist taucht unten rechts im Eck ein Schema auf. Wir müssen dann einen Gegenstand suchen und ihn mit unserem Röntgenblick so "aufschneiden" und drehen, dass er mit dem Schaubild übereinstimmt. Man merkt schon: Der Komplexitätsgrad des Gameplay in I Am Dead ist überschaubar, aber es handelt sich ja auch um ein Puzzle-Adventure.
Schönes Leben nach dem Tod
Quelle: PC Games
Die Umgebungen sind hübsch gestaltet und es gibt viel zu entdecken. Etwa kleine Glücksgeister, die sich überall verstecken.
Die Aufmachung jedenfalls ist wunderschön: In leuchtenden Farben und einwandfreiem Cartoon-Design gibt es viele liebevolle Details in der Spielwelt zu entdecken, auch das Sound-Design weiß zu gefallen: Immer, wenn Morris in ein Objekt hineinblickt, ertönt ein subtiles, aber befriedigendes Rascheln. Die Vertonung ist ebenfalls gelungen, allerdings gibt es nur englische Stimmen. Immerhin die Texte sind auf Deutsch, sodass jüngere Spieler der Handlung dennoch folgen können. Mit seiner unaufgeregten Präsentation und der nachdenklichen Thematik spricht I Am Dead allerdings eher die älteren Semester an.
Als Störfaktor entpuppt sich die Kontrolle, das Zoomen und Drehen geschieht nur sehr langsam und das Einstellen der Blickwinkel fühlt sich ungelenk und wenig intuitiv an. Zudem wird die im Grunde schöne Röntgenmechanik kaum variiert und die Geschichten rund um die Verstorbenen hätten gerne noch etwas mehr Tiefgang aufweisen können. Sparky und Morris allerdings sind ein sehr charmantes Protagonistenpaar und das Zusammentreiben der herumfliegenden Seelenteile wie bei einer Schafherde auf der Weide macht viel Spaß.
