IL-2 Sturmovik: Birds of Prey im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Man traut es sich kaum sagen, aber so viel Spaß hat der Zweite Weltkrieg noch nie gemacht!

Das Ende vom Lied Das Ende vom Lied Da man wahrscheinlich nur selten alleine in den Krieg geschickt wird, verfügen wir in den meisten Einsätzen über mehrere Flügelmänner, die wir per Steuerkreuz befehligen können. Die zwei wichtigsten Befehle sind natürlich der Angriff und die Verteidigung, der Clou an dem System ist aber, dass wir nicht nur einzelnen Piloten oder allen gleichzeitig Befehle geben können, wir können auch differenzieren ob sie jeweils für sich selbst oder im Verbund agieren sollen. Denn beispielsweise zwei Flügelmännern einen Angriffsbefehl zu geben ist nicht so effektiv als wie wenn man ihnen sagt, dass sie dies gemeinsam machen sollen. Greifen wir noch dazu unterstützend ein, wird aus einem Geschwader ganz schnell eine bissige Rotte. Dabei macht es unglaublichen Spaß die KI bei der Arbeit zu beobachten, denn diese funktioniert wirklich gut, einzig die sich schnell wiederholenden Funksprüche der Gegner trüben diesen Eindruck etwas. Dafür bekommen wir im Gegenzug aber Piloten geboten die in ihrer Landessprache funken. So reden die Engländer natürlich Englisch und die Italiener in ihrer Sprache.

Nicht nur die Flugzeuge sehen herrlich aus Nicht nur die Flugzeuge sehen herrlich aus Besonders wenn man es sich leicht macht und das Spiel im Arcade-Mode durchspielt, könnte einem die Kampagne mit knapp 20 Einsätzen, die jeweils etwa 10 bis 15 Minuten dauern, etwas kurz vorkommen. Derweil bietet uns IL-2 Sturmovik viel mehr, denn während der Kampagne schalten wir permanent neue "Missionen" frei welche wir sodann parallel zur Kampagne spielen können. Diese sind in dieselben Kapitel eingeteilt wie die Kampagne selbst, bieten uns aber komplett andere und vor allen Dingen viel mehr Einsätze. Haben wir also die Kampagne beendet haben wir noch nicht mal das halbe Spiel gesehen. Fast möchte man fragen, weshalb man diese Missionen nicht mit in die Kampagne aufnahm, oder wenigstens einige davon.

Bevor wir zum Multiplayer-Part des Spiels kommen möchte ich noch die Enzyklopädie erwähnen, die wir ebenfalls Stück für Stück Freischalten. Auch wenn solche Datenbanken eigentlich nicht mein Ding sind, belehrte mich Sturmovik eines Besseren. Denn besonders das Kapitel mit den diversen Flugmanövern ist hochinteressant und verschafft einem wirklich Vorteile im Kampf. Dahingegen fiel der sogenannte Hangar, in dem wir unsere gesammelten Flugzeuge betrachten können, recht mager aus. Denn bis auf einige Infos zu den Geräten und deren Bewaffnung gibt es dort kaum Verwertbares für uns.

Im Tiefflug kaum zu erkennen Im Tiefflug kaum zu erkennen Auch möchte ich noch auf die Zwischensequenzen der Kampagne eingehen, die uns in erstaunlich ruhiger Art und Weise das Schicksal unseres Piloten erzählen. Dies geschieht in Ingame Grafik, lediglich vor jedem der sechs Kapitel bekommen wir echtes Schwarz/Weiß-Material aus dem Zweiten Weltkrieg geboten. Das erstaunliche an diesen ist, dass man im Film zum zweiten (oder dritten?) Kapitel den Namen "Adolf Hitler" ausgeblendet hat und aus Nazi-Deutschland einfach nur Deutschland machte, wohingegen der Name Adolf Hitler im Video zum letzten Kapitel sehr wohl ausgesprochen wird. Ebenfalls wurde an den wenigen Stellen, an denen man gewisse deutsche Persönlichkeiten sehen sollte, so weit hinein gezoomt, dass man nur noch ahnen kann wen das Material zeigen soll. Ebenfalls hat man peinlichst darauf geachtet, dass bei den Aufnahmen der deutschen Flugzeuge niemals die Heckflosse mit dem Hakenkreuz zu sehen ist.

Der Multiplayer

Feuer, schlimmer als ein Loch im Flügel Feuer, schlimmer als ein Loch im Flügel Der MP-Part von Sturmovik bietet uns vier verschiedene Spielvarianten die sich mit bis zu 16 Spielern zocken lassen. Im Einzelnen sind dies "Luftkampf", "Teamkampf", "Flugplatz einnehmen" und "Angriff". Beim Luftkampf bekämpfen sich die Spieler nicht gegenseitig sondern treten gemeinsam gegen computergesteuerte Geschwader an. Wer nach Ablauf der Spielzeit die meisten Abschüsse vorweisen kann ist der Gewinner. Beim Teamkampf hingegen handelt es sich um ein klassisches Team Deathmatch, man schießt also auf alles was nicht zur eigenen Rotte gehört. Der Modus "Flugplatz einnehmen" erklärt sich ebenfalls von selbst, jedes Team versucht dabei seine eigenen Flugplätze zu verteidigen und die feindlichen einzunehmen, wofür man landen und die Bahn für kurze Zeit besetzt halten muss. Beim Angriff schließlich handelt es sich um den komplexesten Spielmodi, denn hier kämpfen zwei Teams mit Flugzeugen UND Bodeneinheiten gegeneinander. Das Team, welches am Ende der Zeit am meisten Abschüsse vorweisen kann oder es vor Ablauf der Zeit schafft alle feindlichen Bodenziele zu zerstören, gewinnt.

Trümmer können uns gefährlich werden Trümmer können uns gefährlich werden Natürlich gibt es - wie nicht anders zu erwarten - bewertete Ranglistenspiele ebenso wie unbewertete Spaßspiele. Um für Chancengleichheit zu sorgen wird darum nach einem Ranglistenspiel die Lobby aufgelöst und man muss sich eine neue suchen. Bei einer durchschnittlichen Spieldauer von ca. 20 Minuten fällt das aber nicht besonders ins Gewicht. In der Praxis als etwas lästig aber stellte sich das klassische Lobby-System heraus. Denn wenn man an einen Host gerät der unbedingt die volle Spielerzahl von 16 erreichen möchte, und dann auch noch so freundlich ist zu warten bis sich alle 16 Spieler auf "bereit" geschaltet haben, kann das schon mal dauern. Dafür wird man dann aber auch mit einer umso epischeren Schlacht belohnt, bei der die Anfänger öfter abstürzen als sie abgeschossen werden und die Profis sich Dogfights liefern die einen so richtig ins Schwitzen bringen.

Groß, schwerfällig und ungemein träge Groß, schwerfällig und ungemein träge Sehr schön in diesem Zusammenhang ist auch das herrlich funktionierende Schadenssystem, denn auch wenn uns meistens schon eine gut getroffene Salve vom Himmel holt, passiert es doch ab und an, dass unsere Tragflächen durchschossen werden oder der Motor Feuer fängt. So ein Loch in den Flügeln wirkt sich zwar nicht besonders stark auf das Flugverhalten aus, ein brennender Motor aber sehr wohl. Denn der Rauch und Qualm vernebelt uns nicht nur die Sicht und verschmutzt die Cockpitscheiben, ein beschädigter Motor verfügt auch über weniger Leistung. Im Gegenzug fällt man mit der gigantischen Fahne auch auf wie ein bunter Hund und wird gerne zum Zielobjekt. Getreu dem Motto, wer schon ein beschädigtes Flugzeug hat ist umso leichtere Beute.

Meinung

Wertung zu IL-2 Sturmovik: Birds of Prey (X360)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Herrlich realistische Physik-Enginetolles Schadenssystemdank Arcade-Mode auch für Einsteiger geeignetschöne Grafikeffekte und angenehm hohe Weitsichtneben der eigentlichen Kampagne gibt es zusätzlich noch viel mehr Einzelmissionender nie leere Himmeldie interessante Enzyklopädieder gelungene Online-Part für bis zu 16 Spieler
Die Geschützsounds könnten mehr „Bums“ habendie Funksprüche der Feinde wiederholen sich recht schnellder „Hangar“ bietet nur wenige Infos
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