In diesem Schwerkraftpuzzler wir der bevorstehende Tod thematisiert, was erstaunlich gut funktioniert.
Auf das Gameplay heruntergebrochen handelt es sich bei In Between um einen Schwerkraftpuzzler, bei dem wir mit dem linken Stick den Charakter steuern und mit dem rechten Stick die Schwerkraft in alle vier Richtungen umschalten können. Das genügt völlig um anspruchsvolle Rätsel darauf basieren zu lassen, denn unser Charakter kann nicht springen oder sich festhalten. Die Schwerkraft beeinflusst nicht nur ihn, sondern weitere Objekte in den Leveln, die sich quasi gleichzeitig bewegen, wenn wir die Richtung der Schwerkraft umschalten.
Quelle: Headup Games
In Between (2)
Das Besondere an dem Titel ist das zugrundeliegende Thema, der bevorstehende Tod unseres Charakters. An Krebs erkrankt hat er nur mehr wenige Wochen zu leben und durchläuft nun die von Psychologen festgestellten Phasen Todgeweihter. Zuerst ignoriert er das Unausweichliche, dann packt ihn die Wut, warum ausgerechnet er und nicht der Kettenraucher in der Familie? Darauf folgt die Verzweiflung und schließlich die Akzeptanz.
Während wir die immer schwierigeren Level zu lösen versuchen, durchleben wir all diese Phasen, die sich in verschiedensten Gameplay-Elementen manifestieren. Diese zu entdecken und zu erleben ist ein wichtiger Teil des Spiels, weswegen ich sie nicht im Detail beschreiben möchte. Doch kann ich soviel sagen, dass sie wirklich geschickt und intelligent integriert wurden und sich auf die gestellten Rätsel auswirken. So erleben wir wie uns die Wut Wege verstellen und die Verzweiflung erblinden lassen kann. Es ist wirklich ein einmaliges Erlebnis mit welcher Kreativität die Macher die Elemente in das Puzzlespiel integrierten.
Quelle: Headup Games
In Between (4)
Während des Spiels bekommen wir nicht nur die Gedanken unseres Charakters mit, wir begegnen auch seinen wichtigsten Stationen im Leben, seiner ersten Liebe oder den Fehlern die er gerne wiedergutmachen würde. Technisch stellen sie Sammelobjekte dar, doch sind sie auch ein weiteres Beispiel dafür, wie gelungen ganz banale Gameplay-Mechaniken in diesem Titel enorm an Bedeutung gewinnen können.
Trotzdem muss man keine Angst haben, dass einen In Between wegen des ernsten Themas frustriert, viel mehr regt es zum Nachdenken an, gleich in mehrerlei Hinsicht. Denn nicht nur die Gedankengänge unseres Protagonisten sind höchst interessant, auch die Rätsel haben es wahrlich in sich. Man muss schon bald über mehrere Ecken denken um der Lösung auf die Spur zu kommen und nicht selten ist auch exaktes Timing notwendig. Das ist auch der einzige Kritikpunkt den ich an dem Spiel anbringen möchte, dass der Anteil der Passagen in denen unglaublich gutes Timing vonnöten ist, etwas hoch ausfiel. Nicht selten muss man auch schlicht mehrmals ausprobieren, ob der gedachte Weg überhaupt gangbar ist. Doch wer nichts gegen bisschen Trial&Error hat, es gibt auch ein Achievement bzw. eine Trophie für 100 Tode, kann sich auf wirklich knackige Rätsel freuen. Nicht nur bezüglich des Themas Tod haben sich die Entwickler viele Gedanken gemacht, auch bei den Rätseln fragt man sich mitunter, welchem Mastermind die wohl entsprungen sind.
