Es gibt bekanntlich mehrere Dancing Stage Plagiate, aber dieses hier dürfte Konami mächtig ins Schwitzen bringen!
Hier spielt die Musik
Die Songwahl
Wie immer entscheidet der persönliche Geschmack über die Qualität der Songliste, von daher muss diese Entscheidung ein jeder von euch selber treffen. Generell sollte man bei "In the Groove" aber wissen, dass mehr Wert auf elektronische Beats aus dem Westen gelegt wird. Bekannte Stilrichtungen wie J-Pop oder ähnliches fallen aufgrund eines amerikanischen Entwicklers flach. Die Auswahl bietet sehr viele chillige und trancige Stücke sowie Sounds mit fetter Bassunterstützung im Hintergrund - man merkt aber auch, dass sich die Komponisten explizit auch Gedanken im Bezug auf die Umsetzung der Choreographien gemacht haben. Gerade das Zusammenspiel aus Pfeilkombinatorik und zu hörender Musik ist bei keinem anderen Tanzspiel so fein abgestimmt. Ihr bekommt es mit Rhythmuswechsel, Pausen und stampfenden Kombinationen zu tun, welche sich in den Songs und Steppcharts eindeutig widerspiegeln.
Tough Enough von Vanilla Ninja
Dennoch sollte man die Mängel nicht unter den Teppich kehren: "In the Groove" bietet leider nur ein sehr eingeschränktes Repertoire an Lizenzsongs. Darunter befindet sich "Tough Enough" von Vanilla Ninja, "My Favourite Game" und "Torn" von Natalie Browne, "Mouth" von Rochelle sowie diverse E-Rotic bzw. Missing Heat Lieder. Es fehlt aber das gewisse Etwas, bestimmte Ohrwürmer und Songs, die man einfach nicht mehr vergessen kann. Man hat zwar ein geschicktes Händchen bei der Wahl im Bezug auf die Choreographien bewiesen, dafür fehlt es halt leider an richtigen Hits. Zudem ist die Auswahl etwas einseitig ausgefallen, denn neben den elektronischen Klängen sorgen nur vereinzelte Songs der Stilrichtungen wie Rock, Pop und R'n'B für Abwechslung. Immerhin lässt sich die Anzahl durchaus sehen: Anfänglich noch 58 Songs, buhlen nach fleißigem Spielen satte 81 Dance-Stampfer um die Gunst des Tänzers - dank Einbindung eigener Songs sogar jederzeit erweiterbar!
Plug & Play Features
Ausgezeichnet getroffen
Trotz geringer Hardwareanforderungen überzeugt die Spielbarkeit auf dem PC, aber auch MAC sofort. Die nicht vorhanden Ladezeiten sind genauso erfreulich, wie ein flüssiges und stets sauber laufendes Gameplay. Anhand der "Dancing Stage" Reihe auf der Xbox wissen wir ja, dass selbst bei solch trivialen Spielen so etwas nicht als selbstverständlich anzusehen ist. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen aber auch die Plug & Play Features, welche selbst unerfahrene Nutzern den Aufbau erleichtern. "In the Groove" erkennt viele bekannte Tanzmatten und Adapter automatisch und konfiguriert sofort die Pfeiltasten. Dabei ist das Timing für die Schritte recht gelungen ausgefallen. Sollte dieses dennoch leicht Abseits des gehörten Beats liegen, kann man dieses recht unkompliziert mit Audiounterstützung auf sein eigenes Verhalten anpassen. Einfacher kann man es am PC kaum mehr haben!
Übersicht der Freischaltungen
Auch die Optik ist für ein Tanzspiel ansprechend und durchaus aufwendig ausgefallen. Die Menüs sind animiert, aber auch logisch aufgebaut. Die Spielfläche ist übersichtlich und sinnvoll eingeteilt. Auf Wunsch kann man das Bild zentrieren, sofern nur ein Spieler das Tanzbein schwingt. Die Pfeilgrafiken sind kräftig ausgefallen, dennoch könnten Spieler mit einer Rot/Grün-Schwäche Probleme bekommen. Aber selbst daran hat Roxor Games gedacht und eine entsprechend einstellbare Pfeilgrafik implementiert. Spezielle Videos zu jedem Song gibt es nicht, stattdessen werden die Beats durch passende und zufällig kombinierte Grafik-Animationen im Hintergrund begleitet. Die Spielfläche selber kann zudem optimal an das Rechnersystem angepasst werden, selbst Breitbildformate vieler moderner Laptops werden schon unterstützt. Die umfangreichen und übersichtlich gehaltenen Statistiken und Angaben zu den Songs runden den technischen Teil letztendlich noch ab.
Kurztest: Das Impact Dance Pad
Das übliche Leid mit den Tanzmatten auf dem Markt: Die meisten funktionieren nicht wirklich richtig am PC und haben zudem diverse negative Eigenschaften, welche vor allem Profis vom Erfolg abhalten. Passend zum Spiel hat Publisher Positiv Gaming eine entsprechende USB-Tanzmatte entwickelt, bei der man explizit auf diverse Kritikpunkte anderer Dance Pads geachtet hat. Selbstverständlich wird auch diese Tanzmatte mit dem Namen "Impact Dance Pad" sofort von "In the Groove" erkannt und konfiguriert, so dass auch hier das bekannte Plug & Play Feature des Spiels zum Einsatz kommt.
Das neue Pad noch verpackt
Hat man die neue Tanzmatte vor sich am Boden ausgebreitet, sieht diese fast wie jede herkömmliche aus. Feinheiten fallen erst mit einem zweiten prüfenden Blick auf, welche aber ein komfortables Spielgefühl mit sich bringen werden. Das "Plastik" scheint aus einem sehr strapazierfähigen Material zu sein und faltet sich während des Steppens nicht zusammen, dadurch gerät man schon einmal nicht in Stolpergefahr. Die wichtigen Zonen, nämlich die vier Pfeiltasten, wurden speziell mit einem harten Schaumstoff gestärkt, welche zur Mitte hin leicht abgerundet sind. Durch die leichte Erhöhung stellt man nicht nur seine Position während des Tanzens fest, auch die Präzision beim Auslösen der Tasten lässt kaum mehr zu Wünschen übrig. Zudem werden durch den Schaumstoff die Steppgeräusche etwas reduziert, was den Nachbarn sicherlich freuen wird.
So sieht die Tanzmatte aus
Das Spielgefühlt ist unglaublich gut, die Tasten reagieren punktgenau und das Timing ist perfekt. Dennoch hat auch diese Matte einige wenige Kritikpunkte, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Die Gummibeschichtung der Unterseite ist recht gut und sorgt dafür, dass die Matte auf vielen Böden wenig ins Rutschen kommt. Leider zeigten Praxistests auch, dass auf gewissen Teppichböden im Zusammenhang mit einer entsprechenden Spielweise und dem Gewicht das gute Stück trotzdem zum Wandern anfängt. Gerade in einem solchen Fall stört dann auch die Kabellänge, welche zwar mit ca. 170 cm nicht unbedingt knapp bemessen ist, aber durchaus an die Grenzen stößt. Negativ fällt auch die neutrale Fläche in der Mitte auf, da ab und an von hier aus die empfindlichen Peiltasten betätig werden können.
Letztendlich muss der Langzeittest noch zeigen, ob diese Tanzmatte auch unter extremen Bedingungen dauerhaft durchhält. Das "Impact Dance Pad" ist aber für PC-Spieler auf jeden Fall zu empfehlen und trotz weniger Mängel die derzeit wohl beste Softmatte, die man sich ins Haus holen kann. Der Kostenfaktor liegt bei etwa 30 € für die Tanzmatte alleine, aber es soll auch ein Bundle mit "In the Groove" erscheinen, was dann für etwa 60 € zu haben sein wird.
Wertung des Impact Dance Pad: Sehr Gut
