Invizimals: Das verlorene Königreich im Test: Den Tierchen geht auf der PS3 die Puste aus
Test
Die Invizimals machen nach einigen Abenteuern auf PSP und PS Vita erstmals einen Abstecher auf Sonys Heimkonsole, können aber nicht überzeugen. Am spannendsten ist noch ein Feature, das "Das verlorene Königreich" mit dem Vita-Ableger "Das Bündnis" verknüpft.
Erstmals trefft ihr die Invizimals (zu Deutsch: "Unsichtbare Tiere") auf der PlayStation 3 an. So ist das Spiel nicht wie seine PlayStation Portable Ableger gedacht, sondern wartet als eigenständiges Action-Adventure auf. Dabei könnt ihr euch auf die Suche nach exklusiven Invizimals machen, die ihr zwischen dem PSVita Ableger Invizimals: Das Bündnis tauschen könnt. Warum dem Adventure aber schon frühzeitig die Luft ausgeht, klärt unser Test.
Quelle: Sony
Invizimals: Das verlorene Königreich im Test (2)
Da ist er endlich: Der Kristall. Mit diesem Kristall ist es nun möglich das Schattentor zu erzeugen und in die Welt der Invizimals zu reisen. Für Professor Kenichi Nakamura darf nun Hiro Tanaka, die Hauptfigur des Spiels, in das verlorene Königreich reisen und dort Forschungen anstellen. Schon frühzeitig wird die Bedrohung durch die sogenannten "Stahl-Invizimals" erkannt. Doch woher kommen diese Roboterartigen-Wesen und was wollen sie in der Welt der Invizimals? Diese Frage geht ihr im Verlaufe der mit 29 Kapiteln gespickten Geschichte nach.
Die ersten Minuten des Spiels bieten euch eine Zwischensequenz mit echten Schauspielern (über deren Darbietung man sich sicherlich streiten kann) an, ganz wie man es von den vorherigen Invizimals-Spielen gewohnt ist. Erst nachdem man das Schattentor mit Hiro betritt, wechselt das Spiel in die Comic-Grafik und bleibt es bis zu Ende der Story. So haben wir fortan Kontakt mit Conny und Dawson, die uns während des Spielverlaufs immer wieder Hinweise zu neuen Invizimals geben und uns in Situationen helfen, wo wir eventuell mal nicht weiterkommen.
Schon kurze Zeit später begegnen wir auch schon dem ersten Invizimal im Spiel: Ocelotl. Diese Jaguarartige Kreatur schließ sich uns freiwillig an und gewährt uns für die kommenden Aufgaben ihre Kräfte. Ocelotl ist ein agiles Wesen, welches sich vor allem durch seine guten Kletterkünste auszeichnet. Fortan steuern wir also den grade ausgewählten Invizimal durch die Level und zerkloppen Roboter, Kisten und Urnen. Urnen und Kisten geben uns Z-Funken, die uns für Verbesserungen der Invizimals zur Verfügung stehen und in den Level frei herumliegen.
Simples Kampfsystem gepaart mit unvorteilhafter Kameraeinstellungen
Quelle: Sony
Invizimals: Das verlorene Königreich im Test (3)
Insgesamt drei Arten von Schlägen hat jeder Invizimal drauf. So reicht die Palette an Angriffen von normalen Angriffen, über Starke Angriffe und Elan-Angriffe. Die Starken Angriffe lassen sich mit Z-Funken verbessern und sind bei fast jedem Invizimal unterschiedlich anzuschauen. Allerdings lassen sich solche Angriffe nur für begrenzte Zeit nutzen, da auf kurz oder lang der Cooldown einsetzt. Elan-Angriffe sind besondere Angriffe und können auch mehrere Gegner schnell besiegen. Sie können erst durch Füllung einer Leiste aktiviert werden, die sich erst durch das zerschlagen von Robotern füllt. Mit der linken Schultertaste kann man auch ein Schild einsetzen, welches für begrenzte Zeit gegen Angriffe schützt.
Während man sich so schön durch die relativ linearen Level bewegt und Roboter verhaut, merkt man schnell, dass einem die statische Kamera manchmal ziemlich nerven kann. Grade wenn man auf die Kamera zuläuft, wenn man z.B. zurückgehen will, verharrt die Kamera an einem ungünstigen Punkt und nur wenig vom unteren Bildschirm ist zu sehen. Grade bei Sprungpassagen oder dergleichen ärgerlich. Mit dem rechten Analog-Stick kann man dieses Manko auch nur leicht korrigieren, da die Kamera nur bis zu einem bestimmten Punkt geschwenkt werden kann.
Sag mir was ich zu tun habe!
Quelle: Sony
Invizimals: Das verlorene Königreich im Test (5)
Fast jedes der 16 Invizimals, die man trifft, muss man erst im Kampf besiegen. Was sich erst richtig cool anhört, verkommt jedes Mal zu einem eintönige Quick-Time-Event. Selbst wenn man die Tasten erst falsch drückt, bestraft einem das Spiel nicht sofort. Ist dann das Invizimal besiegt, so gibt es uns immer seine spezielle Fähigkeit. Ocelotl kann zum Beispiel an bestimmten Punkten klettern, der Minotaur kann gepanzerte Wände durchbrechen, Tigershark kann unter Wasser schwimmen und Xiong Mao hilft uns bei schweren Kisten, die es zu verschieben gilt. Der Einsatz dieser Fähigkeiten kommt in so gut wie allen Levels immer wieder zum Einsatz, dennoch hätte das Spiel etwas sparsamer mit seinen Hinweisen und auch Hilfen umgehen können.
Es mag sein, dass Invizimals – Das verlorene Königreich eine jüngere Zielgruppe anspricht, diese wird aber immer wieder unterfordert. So wechselt man immer automatisch zum passenden Invizimal, wenn man sich vor der glitzernden Stelle stellt. Nachdenken, wen man von den Invizimals nun nehmen muss, fällt also flach. Zudem ist "Conny" als Hinweisgeberin manchmal viel zu offensichtlich. So kann man mit einem Invizimal z.B. kaputte Sachen reparieren. Conny, so hilfsbereit sie uns im Spiel unterstützt, gibt uns dann schon, bevor wir die Situation erst gesehen haben, schon des Rätsels Lösung. Ein bisschen mehr Eigenständigkeit hätte man von dem Spieler sicherlich erwarten können.
Ermüdendes Gameplay und Kampfmodus
Schon nach wenigen Kapiteln ist klar: Invizimals – Das verlorene Königreich wird nicht viel bieten. Zum einen fehlt die spielerische Abwechslung und die Begegnungen mit den Invizimals fallen immer nach dem gleichen Schema aus. Jedes der Level hat Sammelbares Zeugs, sogar zusätzliche Invizimals für den Kampfmodus (dazu gleich mehr) können gesammelt werden, wenn man vier "Pubs" findet. Die Gegner sind nur in der Masse wirklich gut – getreu dem Spruch: Quantität statt Qualität, viele Roboter lassen sich zu leicht besiegen und die Fähigkeiten der Invizimals spielen keine große Rolle, da ein einfacher Angriff auch ausreicht. Würde die Geschichte an sich noch ein wenig packender sein, dann würde man auch nicht so schnell die Lust am Spielen verlieren.
Quelle: Sony
Invizimals: Das verlorene Königreich im Test (7)
Die Idee mit echten Filmchen im Spiel ist auf den PlayStation Portable Ablegern wirklich gut umgesezt und man fühlt sich direkt angesprochen. Dieses "gefesselt werden" kommt zwangsläufig nicht in Das verlorene Königreich vor, da wir nicht selbst der Hauptcharakter sind, sondern den Hauptcharakter steuern. Ein paar mehr Realitätsfilmchen hätten aber sicherlich nicht geschadet. So weichen wir irgendwann auf den Kampfmodus aus, der sich an unseren Fortschritten im Einzelspielermodus bedient und uns dann auch das eigentliche Invizimals-Gameplay bietet. Gesammelte Sachen aus der Geschichte werden in den Kampfmodus übernommen und man darf sich neue Invizimals über den spielinternen Katalog kaufen oder sich in Arenen gegen den Computer oder einen anderen Spieler an derselben Konsole oder sogar über das PlayStation Vita System (Invizimals – Das Bündnis erforderlich) messen.
Jedem Invizimal stehen vier Angriffe zur Verfügung, die sich in Kraft, Reichweite und Nutzen unterscheiden. Tritt man gegen ein anderes Invizimal an, so versucht man natürlich mit einer schnellen Attacke den Erstschlag zu landen. Wenn man geschickt und schnell die richtige Taste drückt, kann man aber auch Angriffen ausweichen. Zudem steht einem ein kurzzeitig wirksames Schild zur Verfügung. Ist der Gegner besiegt, so bekommt man Erfahrungspunkte und blaue Funken, die einem im Rang aufsteigen und das Invizimal langsam im Level steigen lassen. Mit einem höheren Rang schaltet man Vektoren (Gesundheitsboosts etc.) oder neue Arenen frei. Zudem werden einem Gameplay-Kniffe erklärt, die das Spielerlebnis ausweiten. Der Invizimal lässt sich auch verbessern, wenn er einen neuen Level erreicht. So kann man zwischen Kraft, Gesundheit und unter anderem auch Ausdauer auswählen – je nachdem, wie man kämpft.
Hübsche Levels mit dahinplätschernden Soundtrack untermalt
Die 29 Kapitel sind insgesamt schön anzusehen. Vom Tempel, bis schwebende Inseln und über Sümpfe gibt es viele abwechslungsreiche Gebiete zu bereisen. Zudem sind Invizimals und Roboter gut designt und sind stimmig mit der Spielwelt. Teilweise unsichtbare Wände und ziemlich starre Kulissen trüben das Gesamtbild aber etwas. Vom Sound her macht Invizimals nicht alles richtig. Die Level haben zwar einen thematisch passenden Soundtrack im Hintergrund laufen, diese wirken aber doch recht dahinplätschernd und uninspirierend. Die Synchronsprecher sind weitesgehend auf guten Niveau und passen zu den Charakteren. Die Lippensynchronisität ist stellenweise nicht gegeben, was aber im großen und ganzen nicht weiter störend ist. Von der Steuerung her kann man nicht viel falsches sagen. Zwar hätte man sich über die Einbindung von der PlayStationEye Kamera Gedanken machen können, so funktioniert das Action-Adventure aber auch mit Controller und ohne außenweltliche Einflüsse gut. Die Befehle werden fast immer präzise umgesetzt und das Kampfsystem ist nicht zu komplex.
