Ivy the Kiwi? im Gamezone-Test

Test CharLu

Ivy the Kiwi ist ein kleines Juwel das beweist, dass der Plattformer auch heute noch seine Daseinsberechtigung hat.

Wer bremst, verliert!

Ivy the Kiwi? Ivy the Kiwi? Normalerweise besitzt ein Rennspiel durchaus diese Grund-Attitüde, da ihr möglichst turboschnell auf dem besten Wege ins Ziel kommen sollt. Und auch Ivy, das kleine Kiwi-Küken, verlangt ein ähnliches Vorgehen, gleichwohl da ihr mehr als nur eine vorgegebene Wegstrecke im Auge behalten müsst. Gute Aufmerksamkeit, Reaktion und Schnelligkeit sind die Steckenpferde, mit denen ihr Ivy helfen werdet von ganz unten nach oben durchzustarten - und das im besten Sinne sprichwörtlich. Auch wenn der Kiwi eigenständig marschiert, und das bisweilen richtig schnell, so führt der Weg zu Muttern nicht zwangsweise nur auf einer Ebene zum Ziel. Ganz dem Genre-Prinzip folgend, eben jede Menge Plattformen, jede Menge Lücken, usw. zu bezwingen, werden genau diese Aufgabe an euch gestellt. Dabei gilt es, gekonnt Lianen entstehen zu lassen, mit denen Ivy nicht nur nach oben, sondern auch mal vorwärts, rückwärts wieder runter als auch rauf gehen kann. Doch nicht das Gewächs allein ist gut für das eigentliche Vorankommen; Auch das Entstehen lassen von Schaukel-Schlingen oder das Errichten eines Stopps für nötige Wegveränderungen sowie das Nutzen einer Lianen-Steinschleuder, mit der ihr durch die Luft fliegen könnt, werden gleichfalls mit der Kletterpflanze erreicht. Je nach Gelände, Hindernissen und/oder Gegnern könnt ihr drei Lianen zur gleichen Zeit auf den Bildschirm bringen; Solltet ihr eine vierte ansetzen, seid gewahr, dass die erste Liane verschwindet. Beachten solltet ihr auch die Stärke der Liane, die ihr ganz nach Gusto beeinflussen könnt. Fällt die Pflanzenfaser zu dünn aus, wird sie unter Garantie reißen ... und wenn es für euch dumm läuft, stürzt Ivy geradewegs in eine mit Stacheln gefüllte Grube.

Ivy the Kiwi? Ivy the Kiwi? Wer des ständigen Wanders mit Ivy überdrüssig ist und natürlich an entsprechenden Orten vorbei kommt, versucht sich vielleicht als Gegner-Dompteur und lebende Vogel-Kanonenkugel. Je nachdem welche Option gerade ansteht, müsst ihr z.B. Lianen als Schleuder verwenden, mit denen sich nicht nur große Distanzen überwinden, sondern auch Gegner in Grund und Boden stampfen lassen. Damit erlangt ihr auch den Beweis, dass kleine Tierchen nicht immer nur süß, herzig oder sonst wie niedlich sind - auch kleine gefiederte Gefährten können mächtig zum großen, tödlichen Schnabelhieb ausholen. Ab Level Vier, dies sei am Rande vermerkt, lässt sich die Technik-Kombination Schleudern, Fliegen und ggf. Widersacher niederzubügeln kultivieren. Im Übrigen könnt ihr mit Ivy diese Möglichkeit ebenfalls einsetzen, wenn sich euch störrische Wände, Felsen, Felsbrocken und dergleichen mehr in den Weg stellen, zumal sich hinter dem einen oder anderen zerstörten Gestein neue bzw. auch scheinbar unerreichbare Orte befinden. In Sachen Opponenten erinnert euch stets daran, dass eine dünn gewachsene Liane ebenfalls zu gebrauchen und nicht zwangsläufig als misslungener Versuch zu werten ist. Ein kurzes "Snap", vor allem richtig platziert als auch zeitlich gut arrangiert, befördert im Weg stehende Kontrahenten in die ewigen Jagdgründe.

Sammlernaturen wurden gleichfalls von Naka bedacht, da in jedem Level eine vorgegebene Anzahl an Objekten (Federn) eingesammelt werden wollen. Eine durchaus nützliche Angelegenheit, beschert euch doch das Erreichen einer bestimmten Anzahl dieser Gegenstände ein Extra-Leben, für die ihr ganz sicher in höheren Level mehr als nur dankbar sein werdet.

Es gibt so viele Farben ...

Ivy the Kiwi? Ivy the Kiwi? ... aber im Falle von Ivy the Kiwi hat Naka eine auffällige Ausnahme kreiert. Ohne Zweifel kann der gebotene optische Auftritt als auch das spielerische Geschehen als eher ungewöhnlich und auf eine gewisse Weise als hübsch einfach bezeichnet werden. In Kombination mit einem leichten, sehr verständlichen Einstieg sowie einen durchaus guten als auch heftigen Anstieg in Sachen Schwierigkeit, erhält der kleine Piepmatz in seiner Welt zumindest volle Punktzahl für sein gesamtheitliches Auftreten. Zerpflückt man die gebotene Schau allerdings in seine Einzelteile, müssen wir dem Vögelchen den Ast auf dem er sitzt, wenigstens an-, wenn nicht gar doch gänzlich absägen. 100 Level, immer schwierigere Aufgaben, keine Checkpoints, verschiedene Spielmodi - darunter auch Mehrspieler-Optionen (Coop und/oder bis zu vier Spieler sind möglich), erscheinen ordentlich. Dennoch fehlt der letzte Pfiff und auf eine unschöne Art schien Monotonie Pate des Geschehens gewesen zu sein. Naka ist zweifelsfrei optisch einen interessanten Weg gegangen, der im direkten Vergleich schon seines Gleichen sucht und nur wenig kompetente Kollegen in diesem Design findet. Schwierig wird es allerding fürs Auge, wenn Abwechslungen nur marginal mit der Lupe zu suchen sind - mehr noch, wenn sich spielerisch keine Neuerungen auf dem langen Weg ergeben. Ein stets steigender Schwierigkeitsgrad, dazu eine unerbittlich tickende Uhr, die euch im Nacken sitzt und Entscheidungen am Fließband fordert, da Ivy seine Krallenfüße einfach nicht still halten kann, ist nicht zwingend ein Garant für endlosen Spielspaß. Vor allem dann nicht, wenn sich fast alle Umgebungen in verschiedenen Braun-Schattierungen präsentieren, welche nur gelegentlich aufzeigen, dass die gängige Farbpalette eigentlich mehr zu bieten hat. Abwechslung ist immerhin dann geboten, wenn neue Hintergründe (Wälder, Städte, usw.) dem eigentlichen Spielgeschehen optisch etwas unter die Arme greifen. Immerhin ist die Inszenierung an sich durchaus liebevoll ausgefallen, so dass dem augenscheinlich vorherrschenden Einerlei ein wenig den Stempel der amorphen Masse genommen wird. Das eure Ohren soweit wohlklingend akustisch beschallt werden - mit Ausnahme der nicht näher zu definierenden "Quitsch-Laute" von Ivy selbst, darf als angenehmer Nebeneffekt verbucht werden.

Meinung

Wertung zu Ivy the Kiwi? (Wii)

Wertung:

7.7 /10
Pro & Contra
innovatives, frisches Gameplay, das dem Plattformer-Genre würdig istliebevoll gestaltete Storybook-Grafik, mit z.T. sehr hübschen, wenn auch wenigen Detailssehr intuitive Steuerungangenehmer und stetig steigender Schwierigkeitsgrad; Eine nette Herausforderung für die eigene Reaktion und Wahrnehmungcharmante Hauptfigur sowie eine herzige Geschichteschöne, nicht nervige BegleitmelodienMehrspieleroptionen; u.a. 4-Spieler-WettrennenCoop-Modus; Ideal für höhere, schwerere Level
Level-Look ist recht gleichbleibend und liefert wenig Abwechslungdie farbliche Gestaltung der Level wirkt sehr eintönig; Etwas mehr Farbe wäre schön gewesenSchwierigkeitsgrad; Für weniger geschickte Naturen können speziell höhere Level frustig schwer werden (ggf. hilft das Coop-Spiel)spielerisch sind die gebotenen Optionen zu schnell ausgeschöpft und wiederholen sichReaktionsschnelle Spieler, die nicht unbedingt alles einsammeln, könnten in wenigen Stunden das komplette Spiel schon gesehen habenkeine Checkpoints
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