Jagged Alliance 3 im Test
Test 38,24 €
Mit Jagged Alliance 3 wollten die Entwickler einen würdigen Nachfolger zum legendären zweiten Teil abliefern. Ob ihnen das gelungen ist, klären wir im Test.
Taktik-Feinkost
Da unser Startkapital begrenzt ist, heuern wir zunächst ein paar der billigeren Rekruten an, mit denen wir schließlich erstmals in Grand Chien eintreffen. Unser Feldzug zur Rückeroberung des Landes beginnt auf einer Insel, die im Grunde als eine Art Einführung in die Spielmechaniken dient. Wir kommandieren das Geschehen aus der sogenannten Satellitenansicht. Hier sehen wir eine Karte von Grand Chien, die in 240 quadratische Sektoren unterteilt ist, von denen rund 200 aktiv bespielbar sind. Damit entspricht das Spiel in der spielbaren Fläche ungefähr dem Vorgänger. Um die Kontrolle über das Land zu erlangen, gilt es nun, Sektor für Sektor vorzurücken und die einzelnen Gebiete einzunehmen. Dazu verwalten wir in der Satellitenansicht unsere Kämpfer, weisen ihnen Marschrouten zu und lassen sie Sonderoperationen ausführen.
Wir schieben aber nicht nur unsere Truppen auf einer Strategiekarte umher, sondern übernehmen selbst die Kontrolle darüber, was die Kämpfer in den einzelnen Gebieten so treiben. Die meisten der auf einer Landmasse befindlichen Sektoren verfügen über eine eigene, handgestaltete Taktikmap. Auf dieser befehligen wir unsere Söldner zunächst in Echtzeit durch die Landschaft. Dabei entdecken wir interessante Beute, Hinweise zu möglichen Quests oder besondere Geheimnisse. In den ländlichen Regionen haben wir abgesehen von gelegentlichen Hyänen oder Krokodilen auch selten mit Widerstand zu rechnen. In Siedlungen und militärischen Außenposten sieht das dann schon ganz anders aus.
Quelle: THQ Nordic
Jagged Alliance 3 im Test. (5)
Wenn uns Gegner entdecken, oder wir den ersten Angriff auf einen Feind ausüben, schaltet das Spiel in den Rundentaktikmodus um. In diesem steht jedem unserer Söldner eine gewisse Anzahl an Aktionspunkten zur Verfügung, die von verschiedenen Faktoren wie seiner Beweglichkeit, der Moral und eventuellen Statuseffekten abhängt. Unsere Aufgabe ist es immer, so viel wie möglich aus diesen Punkten herauszuholen. Wir setzen die AP dazu für Bewegung, Angriffe und Spezialfähigkeiten ein. Wenn wir etwa einen Schuss auf einen Gegner abfeuern, kostet dies zunächst einen Grundwert an Aktionspunkten, der von der verwendeten Waffe abhängt. Zusätzlich können wir weitere Aktionspunkte in den Schuss investieren, um besser zu zielen und damit die Trefferwahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Auf den Schlachtfeldern gibt es zudem diverse taktische Möglichkeiten. Diese effektiv auszunutzen, ist häufig der Schlüssel zu Erfolg. So gilt es unter anderem, verschiedene Höhenebenen sinnvoll zu nutzen. Ein Scharfschütze, der sich auf einem Turm platziert hat, wird ein wesentlich einfacheres Leben haben. Nicht nur, weil der Höhenvorteil sich positiv auf die eigenen Schüsse auswirkt, sondern auch, weil er dort von Feinden am Boden schwerer zu treffen ist. Andere Kämpfer sollten sich nach Möglichkeit Deckung suchen. Hier unterscheidet das Spiel ähnlich wie XCOM zwischen halber und voller Deckung. Aber Vorsicht, viele Elemente der Umgebung sind mit genügend Krafteinwirkung auch zerstörbar. Hinter einer Holzkiste in Deckung zu gehen, ist also nicht zwingend so sicher, wie man vielleicht meint. Als weiteres taktisches Element können wir unsere Kämpfer auch anweisen, in die Hocke zu gehen oder sich gar ganz hinzulegen. Damit verkleinert man nicht nur die Angriffsfläche für den Gegner, sondern erhöht auch die eigene Treffsicherheit. Allerdings ist man in dieser Haltung natürlich nicht mehr so mobil. All diese Elemente vereint erlauben spannende Taktikkämpfe mit einer gesunden strategischen Tiefe, die immer wieder herausfordernd sind. Vor allem, wenn die Gegner uns wie so häufig zahlenmäßig deutlich überlegen sind.
Versteckter Zeitdruck
Erfolge auf dem Schlachtfeld sind jedoch nichts wert, wenn wir sie nicht absichern können. Die Gegner bleiben in Grand Chien nämlich nicht untätig. Immer wieder schickt die Legion aus ihren Stützpunkten Angriffstrupps aus, um verlorenes Territorium zurückzuerobern. Um dem entgegenzuwirken, bilden wir in Ortschaften und Außenposten eine örtliche Miliz aus. Diese kann die entsprechenden Sektoren auch ohne die Anwesenheit unserer Söldner verteidigen. Wir müssen uns zwischen den Gefechten aber auch um unsere eigenen Kämpfer kümmern. Medizinisch begabte Kämpfer versorgen die Wunden ihrer Kameraden, während Mechaniker die Ausrüstung in Schuss halten. Ansonsten können sich die Berufskrieger auch gegenseitig ausbilden. Wollen wir etwa die Treffsicherheit von weniger zielsicheren Kämpfern verbessern, weisen wir ihnen unseren besten Schützen als Lehrer zu und nach einiger Zeit verbessern sich die Werte der Schüler. So machen wir unsere Truppe mit der Zeit immer besser.
