Eine einmalige Off- und Online-Karriere und das endlich ausgereifte Wettsystem sind die Stärken dieses Titels.
Die Rennen
Im Grunde bietet uns Juiced 2 zwei grundverschiedene Arten von Rennen. Zum einen die ganz normalen Rennen, bei denen man bestenfalls als Erster durchs Ziel kommt und dabei so viele Aufgaben wie möglich erledigt, sowie die Drift-Rennen, wo die Zeit nicht zählt, dafür die Punkte die wir einheimsen. Diese beiden Rennarten werden uns in einer großen Vielfalt angeboten mit diversen Variationen, auf das so schnell keine Langeweile entsteht.
Juiced 2: Hot Import Nights
Allerdings ist nach dem ersten Rennen klar, dass wir es hier mit einem reinrassigen Arcade-Racer zu tun haben, der keinerlei Simulationsallüren an den Tag legt. Stattdessen übersteuern die Autos durch die Bank recht stark, denn nur so ist das nötige Driften möglich, welches wiederum unser Nitro auflädt, und bei den Driftrennen sodann verhalten sich die Fahrzeuge als würden sie auf Glatteis fahren, was durchaus etwas Eingewöhnungszeit benötigt. Doch haben wir den Dreh erst einmal rauß, lassen sich die aberwitzigsten Komboketten erzeugen. Optimalerweise nämlich halten wir den Wagen über das komplette Driftrennen hinweg im instabilen Zustand, ohne dabei die Bande zu berühren, um die maximale Punktzahl zu erreichen. Es gibt sogar eine eigene Herausforderung bei der es nur darum geht den Wagen so lange als möglich ohne Unterbrechung Driften zu lassen.
Für die erhoffte Abwechslung bei den Rennen sorgen die recht unterschiedlich gestalteten Umgebungen. Insgesamt gibt es sieben verschiedene Orte, wie Rom, Tokio, London oder Sidney, die uns um die 35 Rennpisten bieten.
Die Online-Karriere
Juiced 2: Hot Import Nights
Die gebotene Online-Karriere ist praktisch exakt so aufgebaut wie die Offline-Karriere, allerdings komplett von dieser getrennt. Das bedeutet, dass wir auch online in der Anfänger-Liga starten, selbst wenn wir offline schon die Elite-Liga erreicht haben. Der einzige, nennenswerte Unterschied ist eigentlich nur, dass wir online gegen richtige Fahrer antreten, wobei es bei manchen Rennen auch gestattet ist das Feld mit KI-Fahrern aufzufüllen. Ansonsten spielt sich die Online-Karriere exakt wie sein offline Pendant.
Das bedeutet natürlich, dass jedes einzelne Event der Karriere als eigenständige Online-Lobby existiert, in der man sich vor dem Rennen mit den anderen Fahrern trifft. Und damit man auch sieht was diese spielen wollen, wird uns bei der Event-Auswahl angezeigt wie viele Spieler sich eben die einzelnen Events ansehen. Je mehr Augen auf ein Event gerichtet sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit dort auch schon ein aktives Rennen zu finden.
Juiced 2: Hot Import Nights
In der Praxis aber krankt das System daran, dass erst einmal eine recht hohe Anzahl an Spielern in der jeweiligen Liga online sein müssen, um bestimmte Events überhaupt starten zu können. Da kann es einem schon passieren, dass man eine halbe Ewigkeit in einer leeren Lobby verbringt und man schlussendlich überhaupt nicht zum Fahren kommt, weil sich einfach nicht genug Spieler finden die exakt dasselbe Event spielen wollen. Sind hingegen genug Spieler online, macht es auch mächtig Fun sich die einzelnen Ligen nach Oben zu arbeiten.
Grafik & Sound
Juiced 2: Hot Import Nights
Juiced 2 trägt nicht umsonst den Untertitel "Hot Import Nights", denn alle Rennen finden während der Nacht statt. Wer nun befürchtet die meiste Zeit im Blindflug über den Asphalt zu fetzen, kann sich beruhigt zurücklehnen. Trotz des Nacht-Settings sind die Strecken angenehm hell ausgeleuchtet und man sieht immer wo es langgeht. Vergleicht man den Titel aber mit dem Detailgrad eines Project Gotham Racing 3, muss sich Juiced eindeutig geschlagen geben. Die Umwelten sehen wesentlich steriler und nackter aus, und auch die Fahrzeuge selbst, die in der Garage noch supergut aus der Wäsche gucken, wirken auf der Strecke plötzlich nicht mehr ganz so schön. Das wirklich tragische aber ist das ständig auftauchende Tearing in Verbindung mit der einbrechenden Framerate. Dies passiert fast ausschließlich in engen Kurven, was das Einlenken bei manch unübersichtlicher Stelle deutlich erschwert. Doch sogar beim Überflug vor dem Rennen tauchen die hässlichen Tearing-Fehler auf und zerstören mitunter den gesamt guten Eindruck.
An der Soundkulisse hingegen gibt es nichts zu bemängeln. Gut 30 verschiedene Songs sorgen für die musikalische Untermalung, während die Motoren die Atmosphäre vibrieren lassen und der Sprecher aus dem Off das Rennen kommentiert. Schade nur, dass die deutschen Synchronstimmen zu leise abgemischt wurden und gerne im allgemeinen Straßenlärm untergehen. Besonders ärgerlich ist das vor dem Rennen beim Wette platzieren, denn was die Konkurrenten da sagen versteht man praktisch nicht. Wirkt sich aber auch nicht auf das Gameplay aus.
