Auf San Esperito ist der Teufel los, komm so schnell du kannst und befrei uns vom Tyrannen Mendoza. Vamonos!
Die Technik
Die Explosionen sind eine Augenweide
Just Cause begeistert von der ersten Spielminute an mit dem tropischen Flair und der schieren Größe des Inselreichs San Esperito. Besonders auf dem PC und der Xbox 360 bekommen wir dazu eine Grafik geboten die sich nicht verstecken muss und uns neben vielen Details eine angenehm hohe Weitsicht bietet. Auf der Xbox und besonders der PS2 muss man in der Hinsicht aber einige Abstriche hinnehmen, wie die deutlich reduzierte Weitsicht und die viel später ins Bild ploppenden Objekte, sowie so manchen Einbruch bei der Framerate. Die Musikuntermalung passt herrlich zum Geschehen und beschallt uns mit typisch lateinamerikanischen Klängen in vielen Variationen. Was einem aber recht schnell begegnet, sind die immer gleichen Sprüche der Zivilisten, aber auch der Revoluzzer oder Kartellmitglieder, die nur eine Handvoll verschiedener Aussagen auf der Pfanne haben die sich im Laufe des Spiels nicht ändern.
Ein feines Dienstfahrzeug
Zwischen den Missionen bekommen wir natürlich jede Menge Cutscenes geboten, an deren Qualität es nichts zu mäkeln gibt, auch wenn die Charaktere selbst etwas unreal puppenhaftes an sich haben, was aber hervorragend zum umgebenden Setting und dem Stil des Spiels passt. Trotzdem schade, dass die Qualität der einzelnen deutschen Sprecher so schwankt. Wo unser Hauptdarsteller Rico und sein Auftraggeber im Wohnmobil noch mit hochwertigen Synchronsprechern besetzt worden zu sein scheinen, fallen die Stimmen diverser anderer Figuren negativ aus dem Rahmen, die klingen wie im Sprachstudio aufgenommen aber nicht wie ins Spiel involviert.
Rico hängt am Auto
Beim direkten Vergleich der PC-Version mit denen der Konsolen fällt zudem auf, dass sich die Fahrzeuge nicht nur unterschiedlich steuern, die Konsoleros tun sich wesentlich leichter sie auf der Strasse zu halten, auch die Physik und die KI scheint unterschiedlich zu funktionieren. Als Beispiel führe ich eine Mission auf, bei der man einen mit Kisten beladenen LKW ans Ziel bringen muss, wobei man von der Miliz ebenso verfolgt wird wie vom Drogenkartell, denen man den LKW geklaut hat. Auf den Konsolen muss man hauptsächlich darauf achten den LKW nicht schon vor seiner Ankunft zu zerstören, wobei man sich aber voll auf das Gewicht und die Masse dessen verlassen kann um sich der Verfolger zu erwehren. Das funktioniert auf den Konsolen recht gut, nicht aber am PC, denn dort kleben die Verfolger regelrecht am LKW, bis es so viele geworden sind, dass dieser über diese zu springen und zu hüpfen beginnt, bis man mitunter mehrere Autos aufeinandergestapelt hat. Das sieht nicht nur doof aus, das spielt sich auch sehr lästig. So kommt es, dass man am PC so manche Mission anders angeht als auf den Konsolen, weil sich die Fahrzeuge anders steuern und auch die Physik etwas anders reagiert.
Der Sonnenuntergang färbt alles rot
Legt man es darauf an das Spiel möglichst schnell durchzuzocken, indem man ausschließlich die Hauptmissionen spielt, könnte man Just Cause wahrscheinlich sogar in weniger als zehn Stunden schaffen. In der Praxis jedoch wird das kaum jemand machen, denn abseits der Hauptmissionen gibt es einfach viel zu viel zu entdecken, und die Welt von San Esperito lädt regelrecht zum Experimentieren ein. Wer es einmal geschafft hat vom Boden aus einen Hubschrauber zu übernehmen und sich von diesem wieder direkt auf das Dach eines Autos zu stürzen, nur um mit diesem in den nahenden Abgrund zu springen und einen Base Jumg hinzulegen der sich gewaschen hat, der will ausprobieren wie man vom Hubschrauber auf einen Düsenjet kommt oder wie man möglichst lang in der Luft bleibt ohne den Boden zu berühren.
