Mit etwas Verspätung schlittert Ubisoft nun auch auf das PS3-Parkett. Wie gut tanzt es sich mit Playstation Move?
Just Dance 3
Der wesentliche Knackpunkt, und natürlich auch Unterschied zur gelungenen Kinect-Version, liegt in der Spielsteuerung. Mit der Playstation 3 kommt natürlich der Move-Controller zum Einsatz, welcher dazu verleitet, weniger akkurat den Vorgaben zu folgen. Ähnlich der Nintendo Wii hält man den Controller in der Hand, welcher mit seinem leuchtend blinkenden Knubbel für die Kamera stets erkennbar bleibt. Die Tänzer machen nun die Schritte vor, während kleine Piktogramme im rechten unteren Bildrand zusätzlich den nächsten Move ankündigen. Eure schlichte Aufgabe ist die Imitation dieser Bewegungen. Von Tanzschritten kann aber weniger die Rede sein, da komplexe Bewegungen, die ganze Bein- und Körperarbeit abverlangen, auf das Wesentliche reduziert sind. Was mit den Armen an Bewegungen gemacht wird, reicht in der Wertung schon aus. Damit ist es also möglich, mit wenig Arbeit das größtmögliche an einer Highscore herauszuholen. Damit nimmt man Just Dance 3 aber jeglichen Spielspaß. Daher sollte man sich schon gar nicht erst darauf einlassen und einfach genüsslich im Beat mit zu steppen!
Just Dance 3
Sieht man von dieser kleinen Schwachstelle mal ab, lässt sich Just Dance 3 auch mit Move recht ordentlich Spielen. Prinzipiell arbeitet die Auswertung recht gut, auch wenn der Weg zur Kalibrierung im Optionsmenü bei manchen TV-Geräten angeraten ist, um den Lag zwischen Video und Sound auszugleichen. Nach so einigen Runden auf dem Parkett erschlich sich uns dennoch das Gefühl, dass die PS3-Versionen einen Tick härter durchgreift. Belobigungen mit 5 Sternen muss man sich wahrlich erarbeiten, vor allem bei den recht flotten und schnellen Songs, die dann trotz allem viel körperliche Arbeit abverlangen. Spaßig kompliziert wird es aber erst, wenn bis zu vier Tänzer oder Tänzerinnen im Wohnzimmer herum hopsen! Viele Songs bieten Choreographien, die ursprünglich für 2-4 Tänzer gedacht waren. Bei "No Limit" zum Beispiel, ein beatreicher Song aus den 90ern von 2 Unlimited, müssen zwei Spieler spiegelverkehrt arbeiten und in gewissen Szenen die Plätze gekonnt tauschen. Als Spice Girl eifert jeder seinem eigenen Idol nach, wobei jeder immer wieder mal etwas anderes darbieten muss, während die anderen normal weiter tanzen. Die Figuren sind witzig, die Moves gekonnt umgesetzt und die Liebe zur Musik ist jederzeit erkennbar. Ob wir nun in die Luftgitarre schrammen oder zum Rhythmus hin und her wippen, jeder einzelne Song macht alleine, aber vor allem auch zusammen mit bis zu drei weiteren Freunden richtig viel Laune!
Tanzen, feiern und Spaß haben
Just Dance 3
Just Dance 3 mischt daher ein etwas anderes Publikum auf und möchte schon gar nicht dem ernsten Anspruch eines Dance Centrals nacheifern. Es ist eine lautstarke Party angesagt, mit grölenden und mitsingenden Gästen. Spontaner Spielspaß ist gefragt, der nicht alleinig auf Können oder Highscores abzielt und zu all diesen Forderungen bietet Ubisoft eine mehr als gelungene Jukebox mit allerlei Hits an. Ob nun aktuelle Chartstürmer wie LMFAO, die mit dem Smashhit "Party Rock Anthem" dem Spielziel alle Ehre machen, oder aber richtig tolle aus den Boxen dröhnende Klassikern, welche mit viel Gefühl auf der Showbühne präsentiert werden - in Just Dance 3 geht einfach die Post ab, hier ist purer Spielspaß angesagt. Leider vergaßen die Entwickler bei all ihren überschwänglich guten Choreographie und dem gemeinsamen Spielspaß einen entsprechenden Party- und Turniermodus zu integrieren. Dafür hatte man ja nun ein paar Wochen mehr Zeit und das hätte, wie auch schon beim Kinect-Review erwähnt, die ganze Sache ordentlich abgerundet!
