Keepsake besticht mit seinem mystischen Setting und dem an Höhenangst leidenden Drachen Zak in der Rolle eines Wolfes.
Lydia hatte sich ihren ersten Schultag an der Dragonvale Akademie, einer legendären Magieschule, eigentlich anders vorgestellt. In der Erwartung vieler Schüler und vor allem ihrer besten Freundin Celeste trifft sie nach langer Reise endlich auf dem Schulgelände ein, und findet niemandem vor. Die ganze Schule scheint wie leergefegt, keine Studenten und keine Lehrer sind zu sehen. Stattdessen trifft sie auf einen sprechenden Wolf, der eigentlich ein an Höhenangst leidender Drache ist, weshalb er sich mit der Rolle des Vierbeiner nicht so richtig abfinden kann. Doch wie dem auch sei, schnell schließen die beiden Freundschaft und Lydia begibt sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Freundin Celeste.
Klassisches Point & Klick in magischer Atmosphäre
Dragonvale
Doch was so unbeschwert beginnt wandelt sich recht bald in eine bedrückende Atmosphäre, als Lydia nämlich die Puppe ihrer Freundin Celeste findet, offensichtlich achtlos im Garten der Schule weggeschmissen. Acht Jahre ist es her, dass sie ihre Freundin zuletzt gesehen hat, umso größer nun Lydias Sorge was mit ihr geschehen sein könnte. So also beginnt ihr Abenteuer auf der Dragonvale Akademie, einem gigantischem Gebäudekomplex der mit seiner Architektur ebenso beeindruckt wie mit den vielen Geheimnissen die sich in seinen Mauern verbergen zu scheinen.
Herrliche Architektur
Gespielt wird Keepsake in klassischer Point & Click-Manier, wobei der Cursor die bekannten Anzeigefunktionen übernimmt die uns verraten ob es in der jeweiligen Richtung noch weiter geht oder ob ein Objekt benutzbar ist. Die Kameras sind immer fest an den gleichen Stellen montiert, wohl auch um bestimmte Dinge nicht auf den ersten Blick erkennbar zu machen. Denn bereits in den ersten Spielminuten bemerkt man wie viel Wert die Entwickler auf eine glaubwürdige Umgebung gelegt haben, die trotz des Anspruches eines Fantasy-Adventures recht real erscheint. Gerne nimmt man dem Spiel ab sich in einem real existierenden Gebäude zu bewegen.
Ein Lichterrätsel
Wie ihr den angehängten Screenshots entnehmen könnt, hat man auch nicht mit Details gespart, ganz im Gegenteil gibt es viele Orte an denen man gerne verweilt um die Räumlichkeiten genau zu untersuchen oder schlicht das Gezeigte auf sich wirken zu lassen. So wie der gelungene Drachengarten, in den man sich gerne begibt um die Flora und Fauna zu bestaunen. Doch auch die Gebäude selbst und die darin verborgenen Maschinen sind sehr gelungen und laden zum Experimentieren ein.
Die Wächter von Dragonvale
Vom Gameplay her und den gestellten Rätseln lässt sich Keepsake noch am ehesten mit Syberia vergleichen, auch wenn der grafische Stil ein anderer ist. Die Rätsel selbst reichen von "auf den ersten Blick lösbar" bis hin zu "was sollen mir die rätselhaften Symbole sagen?". Mitunter scheint man auch geringe Einflüsse von Myst wahrzunehmen, besonders die mechanischen Einheiten im Spiel mit ihren lustigen Schiebeschaltern und Drehrädchen die mit anfangs recht unerklärlichen Symbolen geschmückt sind, erinnern doch an so manches Rätsel aus dem Myst-Universum. Allerdings sind sie leichter zugänglich ausgefallen und es gibt eigentlich kein einziges Rätsel im Spiel welches man nicht selbst mit etwas Herumprobieren und Neugierde lösen könnte. Darum heisst es als Spieler ganz genau zu schauen und keinen Hinweis zu übersehen, auch wenn uns das Spiel in verfahrenen Situationen dank des integrierten Hilfesystems nicht im Regen stehen lässt.
Im Großen und Ganzen aber ist Keepsake ein angenehm atmosphärisches Point & Click-Adventure mit viel Spielraum zum experimentieren, einer gelungenen Soundkulisse und einem herrlich lustigen Begleiter in Form eines ängstlichen Wolfes der uns oft im entscheidenden Moment den erlösenden Hinweis gibt. So manches Rätsel verlangt zwar mehrere Anläufe, als geübter Adventure-Spieler aber sollte man über keine unlösbaren Stellen stolpern.
Technisches
Welch ein Ausblick
Keepsake läuft grundsätzlich in einer Auflösung von 1024x768 Pixeln. Gespeichert werden kann an jeder beliebigen Stelle ohne den geringsten Spielfortschritt zu verlieren. Die deutsche Sprachausgabe ist recht gelungen und besonders unsere beiden Hauptdarsteller Lydia und der Wolf Zak glänzen mit einer herrlich motivierten Sprachausgabe die wunderbar ins Spielgeschehen passt. Doch darf man auch die Soundkulisse nicht unerwähnt lassen, die uns stille Momente, um auch jedes Geräusch wahrnehmen zu können, ebenso bietet wie dramatisch unterlegte Szenen wenn es mal besonders spannend wird oder die Zeit drängt. Apropos Zeit: Die Ladezeiten halten sich in angenehmen Grenzen und sorgen so für einen nie abreißenden Spielfluss.
