Der UT-Mod kam Anfang des Jahres als Vollpreistitel für den PC auf den Markt und bringt Gameplay a la Left 4 Dead.
Das erste Mal - Verbindungsmassaker
Quelle: Tripwire Interactive
Killing Floor
Killing Floor ist was den ersten Kontakt mit dem Spielgeschehen betrifft ein wenig störrisch. Zumindest war es das für den Autor. Die ersten Versuche an einem Mehrspielergefecht teilzunehmen, scheiterten kläglich an ein paar technischen Unzulänglichkeiten. In der Tat scheint es so zu sein, das es im Zusammenhang mit dem Spiel und Routern der Firma Thomson und deren Derivaten bekanntermaßen zu Verbindungsproblemen kommt. Was zu dem merkwürdigen Effekt führt, dass kurz nach Betreten eines Levels alle anderen Spieler inaktiv werden und alle Monster ziellos durch die Gegend laufen. Der erste Eindruck des Spiels war daher natürlich miserabel.
Quelle: Tripwire Interactive
Killing Floor
Beim zweiten Versuch, der ein paar Tage später erfolgte, bot sich das gleiche Bild. Sterbende Gefechte, sobald man ein aktives Spiel betrat. Erst die Recherche im Netz führte dann zu beschriebener Ursachenerkennung. So ist es derzeit nur möglich an einem Mehrspielergefecht teilzunehmen, wenn man nach Aktualisierung der aktiven öffentlichen Killing Floor-Server 60 Sekunden abwartet, bevor man sich zu einem Spiel hinzugesellt oder sofort nach Eintritt des beschriebenen Effekts zweimal "reconnect" in die Spielkonsole einhämmert. Alle anderen von Tripwire vorgestellten Lösungen, die vorher ebenfalls funktionierten, haben sich früher oder später als nicht mehr funktionierend herausgestellt. Natürlich betrifft diese Vorgehensweise Spieler mit anderen Hardware-Routern, wie etwa von AVM oder Siemens, nicht.
Quelle: Tripwire Interactive
Killing Floor
Also, beim dritten Versuch klappte es dann auch mit den Online-Nachbarn und man konnte endlich ordentlich Monster metzeln. Wobei man natürlich immer Gefahr lief, auch mal ein nettes Monster zu erwischen, man kannte sich ja kaum. Jedenfalls fanden sich sofort an die 100 Killing Floor-Server, von denen die meisten auch über einen günstigen Ping-Wert verfügten. In Wirklichkeit sind es natürlich weit über 1000 Server, doch viele davon sind leer oder mit Passwort geschützt, so das es Sinn macht gleich mal den Filter im Server-Browser anzuwerfen und den ganzen überflüssigen Krempel weg zu filtern. Es bleiben immer noch genügend brauchbare übrig, von denen erfreulich viele aus dem deutschsprachigen Raum stammen. Killing Floor hat nach so kurzer Zeit schon eine große Fangemeinde hierzulande. Nicht zu unrecht. Leider hat während des Tests auch der Filter des Server-Browsers so seine Macken gehabt, weshalb Killing Floor nicht wirklich als fehlerfrei bezeichnet werden kann.
Quelle: Tripwire Interactive
Killing Floor
Anfangs fühlt man sich in der nicht linearen Mehrspielerwelt von Killing Floor hoffnungslos verloren. Zumal in einem Standardspiel nie mehr als 6 menschliche Spieler gleichzeitig spielen können. Das ergibt je nach Map unter Umständen eine weite einsame Gegend, wo einem schon mal der Ein oder Andere aus diversen U-Bahn-Fahrten bekannte Mutantenfahrgast auflauern kann. Aber eigentlich ist es meist nicht nur einer. Die kommen wenn, in Gruppen, trauen sich wohl nicht allein. Ist dann keiner der Mitstreiter in der Nähe, wird es sehr schnell brenzlig. Man tut gut daran, immer die Nähe seines Teams zu suchen und nicht als Einzelkämpfer durch die Map zu geistern. Auch im Team ist man bei den späteren Angriffswellen mehr als gefordert, je nachdem auf welchem Schwierigkeitsgrad der Serveradministrator die Map eingestellt hat.
Killing Floor
Die Spielwelt von Killing Floor bietet von Anfang an Instant-Action ohne groß Brimborium aufzubieten. Man stirbt als Neuling tausend Tode und ist von daher gut beraten, seinen erfahreneren Mitspielern zu folgen und deren Verhalten zu imitieren. Die erste Lektion die man im Spiel lernen wird ist, kämpfe niemals alleine. Das Spielgeschehen selbst ist erschöpfend damit beschrieben, dass man auf alles schießen sollte was irgendwie merkwürdig vermodert aussieht. Darüber hinaus ist es wichtig so viel Munitionspacks einzusammeln wie nur irgendwie möglich. Diese erscheinen an wohl bekannten Stellen rein zufällig mal hier und mal da. Letztendlich sorgen diese kostenlosen Munitionspacks für mehr Geld im Säckle des Spielers. Denn Geld braucht man in Killing Floor um sich bessere Waffen und Ausrüstung kaufen zu können. Nach jeder erfolgreich abgeschlossenen Monsterwelle dürfen sich die Teammitglieder in einem Waffenshop mit neuen Gerätschaften ausrüsten. Vorausgesetzt, man hat genug Penunze während der letzten Wellen kassiert. Moneten gibt es für jedes erlegte Monster, je schwieriger ein Gegner zu erledigen ist (Husk, Fleshpound usw.), desto mehr Geld gibt es.
Quelle: Tripwire Interactive
Killing Floor
Die letzten Monsterwellen sind mit den günstigen Standardwaffen nur sehr schwer zu bewältigen. Erscheinen doch immer mehr von den schwereren Gegnern die mit einer Automatikpistole nur leicht gekitzelt werden können. Daher bietet es sich an, mit seinem Geld zu haushalten. Es ist aber auch häufig aus sozialen und strategischen Gründen möglich und nötig, einem seiner Teamkameraden mit Geld auszuhelfen. Zum Einen weil diese in den späteren Angriffswellen hoffnungslos unterlegen wären und zum Anderen weil die Schwäche der Teamkameraden auch die eigene Schwäche ist. Man ist auf jeden einzelnen Mann angewiesen, kann einer nicht die volle Leistung bringen weil er unzureichend ausgerüstet ist, kann das für einen selbst zum Verhängnis werden, weil man dann deren Arbeit mit erledigen darf. In späteren Angriffswellen ist man einer immer größeren Anzahl an Monstern ausgesetzt. Da merkt man jede fehlende helfende Schusshand.
Insgesamt war der erste Eindruck durchwachsen, vor allem aufgrund der fehlerhaften Technik. Trotz allem entfacht dieses Spiel langfristig ein enormes Suchtpotential. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein No-Brainer. Starten, schießen, sterben. Fast wie das richtige Leben.
