Kinect Adventures im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Dieses Spiel erhält jeder Kinect-Käufer, motiviert dieses aber auch direkt zum Kauf der neuen Hardware?

Manch ein Leser wird sich über einen wenn auch recht kurzen Test zu Kinect Adventures wundern, dient dieser sicherlich keinem interessierten Kinect Spieler als Kaufentscheidung. Der Titel wird im Bundle mit der Hardware an den Mann respektive die Frau gebracht und findet somit unter den Kinect-Käufern - zumindest derzeit - unweigerlich den Weg ins heimische Wohnzimmer. Die unglaublich farbenfrohe und dessen ungeachtet abenteuerliche Minispielsammlung zeigt aber zumindest auf, was in Microsofts Kamera steckt und wohin der Trend eventuell gehen könnte.

Kinect Adventures Kinect Adventures Ein Abenteurer geht - wie sollte es auch anders sein - gerne auf Abenteuer und durchlebt im Dschungel oder dem Weltall nicht nur Nervenkitzel, sondern gibt sich auch zahlreichen Aktivitäten hin. Was wäre ein Indiana Jones ohne Lorenfahrt und Rafting, oder ein Weltraumreisende ohne den schwerelosen Raum - den Fantasien sind keine Grenzen gesetzt. Im Spiel Kinect Adventures durchaus schon, doch sorgen die fünf grundverschiedenen Minispiele für üppige Abwechslung und Spielspaß - vor allem bei den jüngeren Spielern. Insgesamt dürfen bis zu zwei Spieler vor der Kamera den Hampelmann machen und auf Rekordjagd gehen. Die technischen Augen registrieren den ersten Spieler und sobald sich ein Freund ins Bild begibt, wird das Spielfeld kurzerhand erweitert und ein weiterer Avatar auf den Bildschirm gezaubert. Platz wird dennoch benötigt, denn einige Minispiele verlangen durchaus eine Bewegungsfreiheit von mehr als 3 Metern. Möbel und ähnliche Dinge sollten daher vorsichtshalber auf die Seite geschoben werden.

Die Minispiele

Die Microsoft Game Studios setzten mit ihrem Vorzeigeprodukt vor allem auf möglichst viel Variantenreichtum. Bei Rallye-Ball muss ein Ball den Blöcken entgegen geschleudert werden, wobei sämtliche Körperteile diesen zurückwerfen. Manche Blöcke sorgen für weitere Bälle, um die man sich kümmern muss. Mit einigen Tricks holt ihr sogar rasante Schmetterbälle heraus oder beeinflusst die Flugrichtung und könnt somit schnell das Feld räumen. Das ganze erinnert ein wenig an Squash oder, wenn man es auf die Spielwelt bezieht, Breakout (Alleyway). Alleine sicherlich spaßig und vor allem deutlich koordinierter, zu zweit aber eine mords Gaudi vor dem TV. Die Kamera verrichtet, auch wenn es wohl meist in wildes Gefuchtel ausartet, recht gute Arbeit, weißt aber auch eine gewisse Verzögerung auf. Diese ist dann spürbar, wenn man gezielt einen Ball schlagen will, aber oftmals viel zu spät reagiert!

Kinect Adventures Kinect Adventures Mit Flusssause wird es feucht, denn ein knallrotes Gummiboot schlängelt sich auf reißenden Flüssen durch Canyons und klaffende Felsschluchten hindurch, wobei vor allem die Vegetation am Rande optisch einiges her macht. Die Palmen und Büsche bringen das Dschungel-Camp direkt ins Wohnzimmer. Wer alleine im Boot sitzt - bzw. bei Kinect Adventures eher steht - wird kaum Koordinationsschwierigkeiten haben. Läuft man zum linken Rand des Bildes, so verlagert sich das Gewicht auf dem Boot und es schwappt in dieselbe Richtung und das ganze natürlich umgekehrt. Teilen sich zwei Wasserratten das Schlauchboot, so kann es durchaus spaßig werden, vor allem wenn man sich nicht einig ist. Die Flusssause wurde zudem mit einigen actionreichen Elementen erweitert. Das Boot hebt in die Luft ab, wenn ihr hüpft, wodurch Sprungschanzen sowie höher gelegene Plattformen zu erreichen sind, zudem sorgen Tore für einen weiteren Ansporn, eine gezielte Abfahrt hinzulegen.

Ins Schwitzen kommt man spätestens mit Reflex-Bergkamm. Versteckt auf hohen Gipfeln wird ordentlich Bergluft geschnuppert und die Höhenangst auf die Probe gestellt. Auf einer Art Draisine fährt man vorgegebene Bahnen auf Schienen entlang und muss unterdessen diversen Objekten geschickt aus dem Weg gehen. Blaue Balken werden übersprungen, unter roten taucht man geschickt hindurch. Rosafarben Hindernisse zwingen den Spieler zu einem herzhaften Sprung auf die Seite. Jede Hüpfbewegung beschleunigt aber auch die Draisine, so dass immer mehr Geschick gefragt ist. Ein Schweißbad ist nach einigen Runden jedenfalls garantiert.

Kinect Adventures Kinect Adventures Mit Raumknall geht es nicht nur ins All, man begibt sich in den schwerelosen Raum - zumindest virtuell. Im Gegensatz zu den anderen Minispielen gehört dieses zu den lockeren Übungen einer gemächlicheren Arten - es entspannt. In einer Weltraumstation gilt es Blasen einzusammeln. Mittels kurzer Armhiebe gleitet man zur Decke, kann mit ausgestreckten Armen sogar schweben und dabei alles einsammeln. Raumknall ist mit 20.000 Lecks auch das Vorzeigespiel für die 3D-Detektion der Kinect Kamera. Denn ihr müsst nicht nur auf einer zweidimensionalen Fläche so viel wie möglich Blasen erwischen, sondern auch nach vorne oder hinten treten, um an die begehrten Objekte heranzukommen.

Wie fähig die Kamera in diesem Bereich ist, wird uns letztendlich mit 20.000 Lecks demonstriert. Gefangen in einem Glasquader müsst ihr euch vor der Kamera im Raum bewegen um gefährliche Risse wie auch Lecks zu stopfen. Eigentlich wollen die Fische ja nur einen besseren Blick auf euch erhaschen, sehen die unsichtbare Scheibe aber nicht und schwimmen mit einem ordentlichen Rums dagegen. Mit Händen, Füßen und gar dem Kopf gilt es die richtigen Positionen zu erreichen, um das einlaufende Wasser aufzuhalten - das natürlich natürlich räumlich. Zwar gibt es immer wieder, vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen und wenig Platz im Spielzimmer gewisse Differenzen mit dem technischen Auge der Xbox 360, doch im Großen und Ganzen funktioniert die Auswertung der Kamerabilder hervorragend.

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