Kinect Sports im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Rare begeistert mit sportlichen Mitteln und einer gelungenen Atmosphäre – einer der besten Titel zum Start von Kinect!

Mit Köpfchen hat das Hand & Fuß

Kinect Sports Kinect Sports Die verschiedenen Sportarten wurden mal recht authentisch, mal eher spaßig umgesetzt und sind allesamt recht gut spielbar. Mitunter zu den Glanzleistungen von Rare zählt wohl die Adaptierung von Bowling und den Leichtathletik-Disziplinen. Die ruhige Kugel wird wie auch schon bei der Konkurrenz gelungen durch schwunghaftes Ausholen des Arms nachgeahmt, wobei die Höhe zum Schluss entscheidet, ob die Kugel über den gebohnerten Boden schlittert oder ein Fehlversuch vorhanden war. Mit etwas Technik und einem Wurf aus dem Handgelenk heraus kann man sogar die Kugel entsprechend anschneiden und dirigieren, wobei eine kleine Anzeige auf der Bahn noch preis gibt, wo sich euer Avatar dazu befindet.

Kinect Sports Kinect Sports Ebenfalls ziemlich gelungen sind die Disziplinen Sprint, Speerwurf, Weitsprung, Hürdenlauf sowie Diskuswurf. Hier zeigt Kinect auch, was in der Technik steckt und welches Potenzial noch in der Kamera schlummert. Denn Dinge wie der Speerwurf wären auf den anderen Konsolen nur kaum derart gelungen und spielerisch vor allem genauso unterhaltsam möglich. Ihr rennt auf der Stelle los, den Arm mit dem Speer in der Hand erhoben und müsst kurz vor der Wurfzone kräftig ausholen, damit das Geschoss einerseits an Höhe, andererseits an Geschwindigkeit gewinnt. Ebenso der Hürdenlauf, welcher ziemlich genau den Sprung erkennt. Die Leichtathletik-Meisterschafft erinnert zwar eher an eine Ansammlung kleiner Minispiele, sorgt aber für kurzweiligen Spielspaß.

Kinect Sports Kinect Sports Seit Wii Sports gehört auch Boxen zu den beliebten, für die Arme und Muskeln aber auch anstrengenden Sportarten, welche ein jeder in seiner Sammlung vorzuweisen hat. Die Hände erhoben, könnt ihr euch prima im Gesicht oder auf Höhe der Brust vor den brutalen Schlägen retten und danach selber zum Schlagabtausch ansetzen. Prinzipiell kann man sowohl hohe, als auch niedrige Treffer landen, doch das Move-Repertoire ist eingeschränkt. Vor allem zeigt sich auch, dass schnelle und unkontrollierte Schläge durchaus eher zum Erfolg führen, als eine taktische Auseinandersetzung mit dem Gegenüber. Das versaut vor allem online oder gegen Freunde ein wenig den Spaß, mindert aber keinesfalls den Trainingseffekt für Körper und Geist. Wer aber mehr Raffinesse erwartet, sollte lieber ein Auge auf die Konkurrenz werfen.

Kinect Sports Kinect Sports Veteranen ist auch Tischtennis nicht ganz unbekannt und Rare hat auch diesen Sport zumindest mit dem Gesichtspunkt Fun & Spaß recht gut umgesetzt. Zu Beginn wird die Spielhand gewählt, mit der anderen der Ball geworfen und der Aufschlag durchgeführt. Anschließend folgt ein Ballwechsel, der mit der Zeit nicht nur an Tempo zulegt, sondern auch atmosphärisch immer spannender und brisanter wird. Ein schneller Schlag nach dem anderen, immer wieder garniert mit Schmetterbällen, wird es zunehmend spannend. Irgendwie fühlt sich Tischtennis ohne Schläger aber etwas komisch an, doch der Kinect Kamera scheint es nichts auszumachen, wenn kurzerhand die Drum-Sticks vom Rock Band Schlagzeug missbraucht werden oder eben ein Schläger in die Hand genommen wird. Bei dieser filigranen Sportart hat aber Sports Champions von Sony ebenfalls die Nase vorn, vor allem da mit den Controllern präziser gespielt werden kann.

Kinect Sports Kinect Sports Mit Fußball und Volleyball folgen noch zwei Arten, die zugegebenermaßen auch recht schwer umzusetzen sind. Den feinen Sand zwischen den Füßen, gilt es eher einen Reaktionstest zu bestehen, der nur wenig Anspruch auf eine reelle Umsetzung des beliebten Strandsport hat. Ihr müsst einfach zur rechten Zeit Hand, Kopf oder Fuß bewegen, um den Ball zu spielen. Gelegentlich hüpft man in die Luft. Spaß kommt trotz der äußerst simplen Art dennoch auf, vor allem wenn sich mehrere Spieler einfinden und gemeinsam gespielt wird. Fußball ist übrigens recht ähnlich simpel aufgebaut. In der Defensive muss man nur rechtzeitig links oder rechts den Pass abfangen und anschließend in der Offensive mit dem Fuß den Ball zum nächsten Feldspieler oder ins Tor kicken. Der Vorteil gegenüber Nintendo und Sony ist ganz offensichtlich, könnte man mit Move oder den Wii-Controllern nur schwer den Fuß nachahmen. Kinect erkennt die Bewegung und kann entsprechend reagieren, was durchaus verblüffend ist. Leider macht dies den Sport nicht besser und so ist auch Fußball eher nur kurzzeitig eine spannende Sache.

Mit einem hat Kinect Sports aber immer wieder zu kämpfen: Eine bisweilen recht langsame Auswertung der Bewegungen vor der Kamera. Vor allem in den Reaktionstests fällt der zeitliche Unterschied zwischen Bild und Reaktion gewaltig auf. Doch wie bei vielen anderen Spielen ist dies eine reine Gewöhnungssache und kann mit der Zeit durchaus ausgeglichen werden. Spiele wie Boxen oder auch Tischtennis in einem hohen Tempo werden aber zur Geduldsprobe.

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