Knights Contract im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Die Japaner vergreifen sich an Goethes Faust und schaffen ihr ganz eigenes Werk hochmoderner Kunst. Geniestreich oder Reinfall?

Das hätten sich die Japaner sparen sollen

Knights Contract Knights Contract Es stellt sich die Frage: Warum? Warum solche Vorsicht und warum haben die Entwickler nur diesen Schritt gewagt! Denn Knights Contract ist von Anfang bis Ende eigentlich eines: Eine äußerst langwierige, dank einer miesen Künstlichen Intelligenz äußerst ärgerliche und mit dem voranschreitenden Spielfortschritt abgrundtief frustrierende Beschützermission. Heinrich ist unsterblich, keine Frage, Gretchen dagegen alles andere als kämpferisch begnadet und stellt sich meist einfach völlig dumm in Szene. Als ob die schleimigen Kreaturen aus der Hölle Interesse an ihrem Dekolletee hätten und sie nur begaffen wollen, alles klar! Das Problem ist ja nicht unbedingt der fehlende Beschützerinstinkt, sondern das Fehlverhalten der zweiten Person, welches oftmals nicht mehr beeinflussbar ist und den Spieler ausweglos in fatale Situationen zwingt. Spätestens auf dem Weg zur Schwester Holda - und das ist noch in der ersten Hälfte des Abenteuers - ist die Frustgrenze definitiv überschritten. Denn Gretchen geht alles andere als bedacht vor und lässt sich ihrer Natur gemäß auch gerne bei lebendigem Leibe abfackeln. Verflucht seien die Schöpfer von Feuer und Lava, welche zahlreiche Bissspuren auf dem Controller hinterlassen!

Knights Contract Knights Contract Der Titel hat übrigens bis zu fünf Schwierigkeitsgrade (müssen zum Teil erst freigespielt werden), doch auch schon auf dem zweiten "Knappe" geht es ganz schön zur Sache und der Tod rückt immer wieder in greifbare Nähe. Nicht selten sind die Rücksetzpunkte ärgerlich, vor allem bei den Endgegnern. Dort werden übrigens im finalen Schlag wirklich gelungen in Szene gesetzte Quick-Time-Events zelebriert, welche uns fast gar epische Szenen servieren. Zum Glück kann man diese aber auswendig lernen, denn auch hier erlauben sich die Entwickler einen gewaltigen Fauxpas. Während die bösen Geschwisterhexen und deren Monster ihre gewaltigen Waffen und ähnliches zum Schlag ansetzen, müsst ihr mittels eingeblendeter Tasten ausweichen und zugleich selber den Gegner vernichten. Nicht selten kommt dabei das Gefühl auf, überhaupt keine Chance gegen die CPU zu haben und man muss das Monster zigfach bezwingen. Das passiert einmal, ok! Es passiert vielleicht ein weiteres mal, wir drücken die Augen zu! Doch wenn uns jedes Mal zu wenig Zeit für eine Reaktion überlassen wird, fliegt der Controller im hohen Bogen gegen die Wand.

Meinung

Wertung zu Knights Contract (PS3)

Wertung:

6.4 /10
Pro & Contra
verwirrende aber kreative Interpretation europäischer Märchenmit zahlreichen Storyschnipselnschnell zu lernendes Kampfsystemmit gewaltigen und witzigen Finishernabsolut ungleiches Duo (Heinrich stark, Gretchen schwach und hilfsbedürftig)übliche aber gut umgesetzte Fantasykostmit abwechslungsreichen Gegnernund imposant in Szene gesetzten Bossfightsgelungener (wenn auch sich wiederholender) Soundtrack
sehr komplexe ControllerbelegungKameraprobleme sorgen für Chaos auf dem Schlachtfeldteils sehr hektische Kämpfebiedere, völlig veraltete Grafikendämliche KI der Mitstreiterin Gretchenhäufiges Spielende aufgrund der Suizidgefahr von Gretchenextrem unfaire QTEsGameplay nutzt sich ab und bietet auf Dauer zu wenig AbwechslungLeveldesign wirkt stellenweise recht altbacken
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