Wer wollte nicht schon immer mal mit einem Bürostuhl in Hong Kong einen Berg hinunter rasen und dabei Mafiosi verkloppen?
Kung Fu Rider
Für viele Moves reichen simple Bewegungen aus. Für manche muss man gleichzeitig eine Taste gedrückt halten und in eine bestimmte Richtung schwingen und andere Manöver kommen einem im Eifer des Gefechts fast unmöglich vor und man braucht sie im Grunde auch gar nie. Eine solche Steuerung ist in den ersten Levels noch ganz ok. Man muss ab und an mal springen, hier und da einen Gegner aus dem Weg kicken und der ein oder anderen Leitplanke ausweichen. Alles kein Problem, wenn es in kleinen Häppchen serviert wird und man sich lange genug darauf vorbereiten kann. Wenn man in späteren Levels aber einen Move nach dem anderen durchführen muss und nur noch wie ein Wilder in der Luft herumfuchtelt, dann wird es extrem schwer das Zeitlimit einzuhalten, nicht zu oft mit der Windschutzscheibe eines Autos Bekanntschaft zu machen oder den prügelnden Mafiosi auszuweichen. Da die Steuerung bei vielen Bewegungen sehr ungenau und unpräzise reagiert, kommt schnell Frust auf und man hat irgendwann keine Lust mehr den gleichen Hügel noch 20 Mal hinunter zu düsen, nur weil man an einer bestimmten Stelle wieder zu spät gesprungen ist oder nicht rechtzeitig bremsen konnte. Da es unheimlich viele Moves gibt und man sich irgendwann sowieso nicht mehr merken kann, wann man nun welche Bewegung ausführen muss, wirkt alles ein bisschen überladen und überstrapaziert. Das Konzept sollte ja eigentlich darauf ausgelegt sein, dass man durch einfache und eingängige Bewegungen jede Menge Spaß hat, aber oft ist leider genau das Gegenteil der Fall und man möchte den Move-Controller viel lieber vor Frust in die Ecke pfeffern und auf eine exaktere Steuerungsvariante per Digipad oder Analogstick umsteigen. Das hektische Spielprinzip ist nämlich definitiv nicht gerade als Vorzeigebeispiel zu gebrauchen. Potentielle Käufer und Interessenten des "Move-Konzeptes" werden damit eher abgeschreckt als neugierig gemacht.
Hilfe, ich falleeeeeeeeeeeeee
Kung Fu Rider
Normalerweise verliert niemand gerne, aber bei "Kung Fu Rider" ist dies (zumindest anfangs) irgendwie unterhaltsam. Denn immer wenn man eines seiner fünf "Leben" verliert, sieht man den Sturz von Toby oder Karen in Zeitlupe und so kann es schon mal vorkommen, dass die beiden wild über ein Auto und anschließend in hohem Bogen durch die Luft gewirbelt werden. Die Mimik ist dabei besonders witzig, da beide extrem übertrieben die Augen verdrehen oder den Mund auf merkwürdige Weise bewegen. Mal davon abgesehen werden einem optisch aber leider keine Highlights geliefert. Die Umgebungen sind unterdurchschnittlich und man sollte keinesfalls ein Grafikfeuerwerk erwarten. Man merkt sehr deutlich, dass es sich "nur" um einen Move-Titel handelt, bei dem die Optik nicht wirklich im Vordergrund steht. Auch soundtechnisch ist nicht viel zu erwarten. Ein nichtssagendes Gedudel, das im Hintergrund mitläuft und mit dem letzten Klang auch direkt wieder aus dem Gehörgang verschwunden ist.
