Flauschig, mit kaiserlichem Bart und kugelrund. Mit Leopold kommt ein grummeliger Held von den Smartphones und Tablets auf die Konsolen und den PC. Leo's Fortune ist ein preisgekröntes Jump-'n'-Run-Adventure, welche im vergangenen Jahr sowohl Kritiker als auch Spieler zigfach begeistern konnte. Nun darf der Fellknäuel auch stationär gespielt werden und wir haben Leo den Erfinder bis zum bitteren Ende begleitet.
Vermutlich dachten sich die Schweden von 1337 & Senri, dass ein typischer Jump-'n'-Run Held wie Mario einen Bart tragen muss, um wirklich erfolgreich zu sein. Leo's Fortune hat aber bereits auf den Smartphones und Tablets mit ganz anderen Dingen überzeugen können. Allen voran das wundervolle Artdesign mit hoch detaillierten Umgebungen wie einen Wald, Piratenschiffen und antiken Ruinen. Dank der kleinen Größe des großen Helden kommen manche Details wie Blätter und Rasen auch richtig gut auf den HD Bildschirm rüber. Es ist ein wahrer Genuss, mit Leopold durch die insgesamt 24 Abschnitte zu wandern.
Quelle: 1337
Die Story dahinter ist eher simpel gehalten, aber gut mit englischer Sprachausgabe vertont und passend mit deutschen Untertiteln unterlegt. Ein gemeiner Dieb hat sich an den Reichtümern des Erfinders Leo bedient und sich anschließend lautlos auf und davon gemacht. Natürlich verdächtigt Leo seine garstige Verwandtschaft, die bis dato jegliche finanzielle Unterstützung abgelehnt hat. Undankbares Pack, die müssen doch dahinter stecken! Wirklich? Das wird man anhand der kleinen Sequenzen in Erfahrung bringen und zum Schluss auch eine kleine Botschaft mit auf den Weg bekommen.
Viel wichtiger als die Hintergrundgeschichte ist das Gameplay und das erinnert an eine Mischung aus klassischen Geschicklichkeitsübung, rasanten Action-Sequenzen sowie kniffligen Knobelaufgaben. Leo spring, hüpft und plustert sich zum segeln auf. Oberste Priorität ist es dem Dieb zu folgen. Dieser hat eine Brotkrumenspur in Form von goldenen Münzen hinterlassen. Viele Gefahren wie gähnende Abgründe, kochend heiße Lava und mörderische Stachelkugeln fordern viel Geschick und regelrecht flinke Reaktionen beim Ausweichen. Interessant ist vor allem auch, dass sich die Umgebung häufig auch bewegt. Plattformen drehen sich, Fallen schnappen auf und zu und so muss man die vielen Elemente stets im Auge behalten. Dabei ist die bereist auf den Smartphones und Tablets grandiose Handhabe dank Controller noch einen Tick besser geworden und wir navigieren den Helden präziser durch die aufwendigen Welten.
Quelle: 1337
Hat der Knäuel etwas Platz, nimmt er auch wie Sonic der Igel richtig Fahrt auf und kann in speziell ausgearbeiteten Konstruktionen Loopings "rennen". Das alles nur, um schlussendlich mit Ach und Krach in die nächste geschlossene Türe zu prallen, die sich ausschließlich mit etwas Hirnschmalz öffnen lässt. Legt ein paar Gewichte in einen Lastenzug oder betätigt einen Schalter. Oftmals müssen auch einfach Kisten gesucht und an eine bestimmte Stelle geschoben werden. Nichts wirklich allzu kompliziertes, die Abwechslung ist aber willkommen und sorgt für viel Spaß. Abwechslung ist auch etwas, was die Schweden bei Leo's Fortune wirklich gekonnt hinbekommen haben. Seien es kreative Rätsel welche sich auch Physik und chemische Elemente zu Nutze machen oder auch die zahlreichen und wechselnden Welten, es gibt bis zum Schluss immer wieder neue Ideen zu entdecken und das hält den Spielspaß hoch.
Den flauschigen Leo führt man recht schnell zu seinen Glück und genießt den Abspann, sofern nicht auf zusätzliche Herausforderungen geachtet wird. All sein Gold wieder in die Hosentasche zu bekommen, ist oftmals auf Anhieb möglich. Ohne den knuddeligen Fellknäuel aber in den sicheren Tod zu schicken, ist eine Herausforderung wie auch in jedem Level schlussendlich die Bestzeit zu schlagen. All das wurde gekonnt mit Erfolgen gekoppelt, so dass auch nach Abschluss des Spiels noch reichlich Gründe für Sammler vorhanden sind, um nochmals an der Seite von Leo in dieses wundervolle Abenteuer einzutauchen. Wer den Hardcore-Modus beendet hat, darf sich gerne dazu auch im Forum noch äußern und seine Erfahrung dazu kund tun!
