Lionheart: King's Crusade im Gamezone-Test

Test Van_Helsing

Auch mit ihrem dritten Versuch im Strategie-Genre konnte sich Neocore wieder nicht in den Olymp programmieren.

Darf es ein wenig Rollenspiel sein?

Lionheart: King's Crusade Lionheart: King's Crusade Hauptaugenmerk des Titels ist zweifelsfrei der Strategie-Modus. In diesem geht es natürlich nicht nur darum, möglichst erfolgreich seine Schlachten zu schlagen, sondern man sollte bei allen Aktionen zu Felde seine Augen aufmerksam über das Kampfgebiet schweifen lassen, denn, dort wird sich das ein oder andere nette Item finden lassen. Mit diesen gefundenen Gegenständen lassen sich die eigenen Truppen ausrüsten, so dass die Statuswerte einen guten Schub erhalten. Wenn wir schon beim Thema "verbessern" sind: Nicht nur Items haben einen gehörigen Einfluss auf das Heer, ihre Stärken, Möglichkeiten, Angriffe, usw., sondern auch die eingefahrenen Erfolge im Kampf. Diese bringen unterschiedliche hohe Fähigkeitspunkte mit sich, welche auf die verschieden Statuswerte der Streitkräfte verteilt werden. Ebenso können Spezialfähigkeiten für den guten Richard freigeschaltet werden, welche allerdings automatisch vom Spiel benutzt werden - somit ohne des Spielers Zutun ihren vorbestimmten Einsatzort finden. Natürlich dürfen die Sarazenen den Fähigkeiten eins Richard Löwenherz in Nichts nachstehen, und somit bekommen Muslime den vielseitigen Bereich Forschung spendiert, welcher sich auch durch aus den Kämpfen erworbene Erfahrungspunkte beeinflussen und aufwerten lässt.

Lionheart: King's Crusade Lionheart: King's Crusade Geht es dann ans Eingemachte, erweist sich das Schlachtgetümmel als Standardkost. Recht schnell wird man raus haben, wie sich gegnerische Einheiten überrumpeln, stoppen oder besiegen lassen. Generell bietet der Kampf um das gelobten Landes die übliche Strategie-Kost bestehenden aus Angriffen, Belagerungen, Vereinnahmungen und das Verteidigen von Städten. Leider beweist die beste taktische Vorgehensweise bei der Aufstellung der Truppen nicht unbedingt den besten Dienst, denn hier kämpft man leider mit einer Beschränkung: Die Breite der eigenen Mannschaft bei der Formationsvorgabe ist nicht frei wählbar. Wenn es dumm läuft, kann sich eine Flanke ganz fix in der Umgebung verhaspeln.

Ein kleines Dilemma

Lionheart: King's Crusade Lionheart: King's Crusade Grundsätzlich geht die optische Präsentation von Lionheart King's Crusade in Ordnung. Die Kämpfe sind nett anzuschauen, bieten allerdings auch Anlass zur Kritik. Neben der Tatsache dass einige Animationen nicht wirklich ausgereift daher kommen, kann man sich auch darüber beklagen, dass die verschiedenen Armeen eher wie Copy & Paste Kandidaten daher kommen und sich nicht wirklich voneinander unterscheiden. Zwar spielt man meistens ohnehin heraus gezoomt, aber wenn man schon einmal die Nahansicht wagt, hätte ein klein wenig mehr Abwechslung (zumal sich das geschichtlich eigentlich anbietet) sicher nicht geschadet. Auch die landschaftlichen Darbietungen sind etwas entfernt davon als gelungen-detailreich beschrieben zu werden. Generell schaut die orientalische Welt gut aus, keine Frage - aber ein paar mehr Abstufungen, vor allem in den Städten, hätten dem Treiben gut zu Gesicht gestanden. Akustisch ist der Titel leider auch zwiespältig: Auf der einen Seite findet man passende Hintergrundmusik, die das Spielgeschehen stimmig untermauert und vor allem auch die vorhanden Sprachausgabe nicht wegdrückt. Auf der anderen Seite hingegen stehen etwas schwache Kampfgeräusche, die vor allem dann negativ auffallen, wenn so einiges auf dem Bildschirm los ist - denn es klingt irgendwie nach "irgendwas" aber sicher nicht nach Schlachtlärm.

Lionheart: King's Crusade Lionheart: King's Crusade Dringender Handlungsbedarf besteht zweifelsfrei im Bereich der KI, welche während des Spielens bisweilen erheblich Patzer offenbart, denn wer hat es schon gerne, dass sich eine Einheit, ohne dass der Befehl gegeben wurde, auf einmal los marschiert, vor allem in eine Richtung, in der keine Feinde vorzufinden sind. Das geht gar nicht und solche Aussetzer dürfen und sollten in einem solchen Spiel nicht vorkommen. Vor allem dann nicht wenn man als Spieler unvorhergesehen mit dem Problem umgehen muss, da feindliche Einheiten auf einmal ins Bild ploppen - das macht die beste taktische, strategische Aufstellung sowie Vorgehensweise zunichte. Damit ist aber noch lange nicht genug, denn sollte man während einer Schlacht durch irgendwelche widrigen Umstände, das zeitliche Segnen (was selten vorkommt, aber immerhin kommt es vor), so darf man die komplette Mission von vorne beginnen. Eine Speicherfunktion während einer Schlacht wurde leider nicht integriert, was hin und wieder zu zusätzlichen Frustmomenten führen kann.

Meinung

Wertung zu Lionheart: King's Crusade (PC)

Wertung:

6.1 /10
Pro & Contra
netter Rollenspiel-Anteilgut anzusehende Schlachten – aber bitte nur aus der Distanzzwei unterschiedliche Fraktionen mit und ohne Lobby-Part spielbarrecht gutes u. ordentliches Balancing
Performance Probleme, Einbrüche und sogar Abstürzez.T. grottenschlechte KI und Truppen, die einfach tun was sie wollengrundlegend gut aussehende, aber gesamt leider schwache Animationengelegentliche Soundprobleme und schwache Geräuschkulisse, wenn es hoch her gehtRollenspielanteil zu geringSteam Anbindung nötig
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