Ob mit dem neuen Lips wohl der König „Singstar“ vom Karaoke-Thron gestoßen werden kann?
Lips: Deutsche Partyknaller
Einen direkten Vergleich zu "Singstar: Made in Germany" kann man nur schwer anstellen. Dazu kann man aber auf jeden Fall sagen, dass einige Künstler mit den identischen Titeln in beiden Spielen enthalten sind (z.B. Eisblume, Culcha Candela, Sandra, die Prinzen) und dass einige Stars auf Lips gleich mit mehreren und teils aktuelleren Hits vertreten sind (z.B. Rosenstolz mit zwei Titel, Culcha Candela ebenfalls, ...). Verwunderlich ist es auch, dass Lips solche Stars wie Xavier Naidoo oder Ich + Ich bieten, während man diese bei Singstar vergeblich sucht. Man möge von diesen Künstlern halten was man will, aber in der deutschen Popkultur sind sie heutzutage einfach nicht mehr wegzudenken. Singstar hat dafür andere "Granaten", die Lips nicht bietet. Es ist also ein Rübenzählen und letztlich muss jeder für sich entscheiden, welche Songliste ihn mehr anspricht. Ein Vorteil hat Lips aber ganz klar: Es bietet satte 10 Tracks mehr als die Konkurrenz von Sony!
Freestyle-Modus
Lips: Deutsche Partyknaller
Wem 40 Chartsstürmer dennoch nicht ausreichen und der Online-Shop nicht genug hergibt, der muss sich eben seine eigene Musik auf Lips ziehen. Dazu steckt man einfach einen USB-Stick mit den gewünschten Titeln in die Xbox360 oder schließt eine externe Festplatte, das Handy oder andere Geräte an. Schon kann man zu jedem denkbaren Song munter mitträllern. Dabei wird allerdings weder der Text noch die Balken angezeigt und das Originalvideo, sowie die Möglichkeit Medaillen zu gewinnen, gibt es ebenfalls nicht. Dieses nette Feature ist nicht neu, denn auch in "Lips: Number One Hits" war das bereits möglich. Im ersten Teil war es aber noch so, dass diese "MP3-Titel" zu den ganzen normalen Tracks hinzugefügt wurden, aber leider nicht mit dem Album-Cover dargestellt werden konnten. Wenn man mehrere hundert Songs hinzugefügt hat, dann litt die Übersicht und man musste eine Weile suchen, bis man fündig wurde. Deshalb wurde der Freestyle-Modus eingeführt. In diesem kann man nach Herzenslust seine eigenen Songs auswählen und singen. Und nur diese. Dafür bleibt die normale Songauswahl davon unberührt und es werden nur die 40 Titel aus "Lips: Deutsche Partyknaller" angezeigt.
Gibt's was Neues?
Lips: Deutsche Partyknaller
Der Freestyle-Modus ist bereits eine von vielen kleinen Neuerungen, die mit "Deutsche Partyknaller" und "Number One Hits" eingeführt wurden und durchweg Sinn machen, da sie entweder die Übersicht verbessern, für mehr Spaß sorgen oder einfach nur praktisch sind. Eine weitere wäre die Textvorschau am Ende einer zu singenden Linie. Der Text, den man aktuell singen muss, wird ja wie bereits erwähnt immer auch direkt unter dem entsprechenden Balken dargestellt. Da man aber nicht sämtliche Wörter eines Songs auf einmal als Balken auf dem Bildschirm darstellen kann, muss der alte Balken, den man gerade gesungen hat, ausgeblendet und der neue eingeblendet werden. Wie bei einem Klavierspieler, der nach Noten spielt. Irgendwann muss man einfach umblättern. Damit dieses Umblättern mit den Augen aber nicht so schwer fällt, wird am Ende des aktuellen Balkens bereits der nächste angedeutet und leicht durchsichtig (mitsamt dem ersten Wort) dargestellt. So weiß man direkt wie es weitergeht und kann sich voll und ganz auf das Singen konzentrieren. Ein schönes Feature.
Andere coole Spielereien sind beispielsweise die Avatare. Zum einen werden diese als Bild angezeigt, damit die Zuweisung der Mikros einfacher läuft und zum anderen tauchen sie hier und da mitten im Spiel auf. Wenn man das Mikro wie eine Luftgitarre schwingen soll, dann macht euer Avatar diesen Move erst einmal genau vor. Am Ende eines Songs sehr ihr euer Abbild dann auch unter der Bewertung eurer Leistung stehen. Wer besonders herausragende Leistungen abliefert, der darf sich darüber freuen, dass der Avatar am Ende einen Pokal in die Hände gedrückt bekommt und jubelt. Je nach Punkten gibt es natürlich auch verschiedene Pokale (z.B. Bronze, Silber...). Doch nicht nur das. Man kann sogar Accessoires für sein Alter Ego abstauben. Das motiviert ungemein und bringt ein bisschen mehr Pepp ins Spiel.
Lips: Deutsche Partyknaller
Wen das auch noch nicht so ganz überzeugen konnte, der wird sich vielleicht über das Feature des schnellen Diskwechsels freuen. Wer schon das erste Lips oder "Number One Hits" besitzt, der hat nicht nur den Vorteil, dass er die Mikros nicht noch mal kaufen muss, nein er kann auch sämtliche Songs aus den beiden "Vorgängern" importieren. Allerdings gibt es natürlich schon einen kleinen Haken. Will ich etwa "Umbrella" von Rihanna spielen, das auf dem ersten Lips zu finden ist, dann wähle ich es ganz normal aus. Kurz bevor es losgeht wird man allerdings gebeten die Disk des ersten Lips einzulegen. Gesagt getan und schon darf man bei "Lips: Deutsche Partyknaller" Rihannas Megahit singen. Am Ende wird wieder die Disk gewechselt und siehe da, plötzlich gibt es für den Song sogar die neu eingeführten Trophäen zu gewinnen. Es klingt nun zwar umständlich, wenn man für jeden einzelnen Song, den man aus dem ersten Lips singen möchte, die Disk wechseln muss, aber bei der Konkurrenz von Singstar ist das auch nicht weniger kompliziert. Wer gerade "Singstar Pophits" spielt und ein Lied aus "Singstar 80s" trällern möchte, der muss ebenfalls die Disk wechseln und darf dann auch nur die Songs der 80er singen. Von daher ist das bei Lips ganz gut gelöst. Und damit man die "fremden" Tracks von den Songs auf der eingelegten Disk unterscheiden kann, wird bei diesen (ähnlich wie früher bei den importierten MP3-Songs) das Album-Cover nicht dargestellt. So kann man sich's immer noch überlegen, ob man nun wirklich die Disk wechseln will oder vielleicht doch lieber ein anderes Lied singt.
Auch in Sachen Optik hat man ein paar Veränderungen vorgenommen. Während die Konkurrenz von "Singstar" auf einen sehr schlichten Stil mit viel weißer Farbe setzt, kommt "Lips: Deutsche Partyknaller" deutlich peppiger und fetziger daher. Seit dem ersten Lips hat man die Menüs noch weiter verbessert, an der Übersicht gearbeitet und damit einen optisch sehr ansprechenden Titel erschaffen. Musikspiele bieten grafisch natürlich nicht das, was man etwa von einem Action-Adventure kennt, aber gemessen an Spielen seines Genres ist Lips wirklich sehr stylisch.
