Microsofts Antwort auf Singstar lautet Lips! Mit funky Mikros wird eine bunte Party gefeiert – seid mit dabei!
Deine Party, deine Musik!
Lips
Wahrlich nicht meckern kann man über das breit gefächerte Spektrum der Titelliste. Angefangen bei neueren Radiohits wie "Supergirl" von Reamon, "Umbrella" von Rihanna, "Mercy" von Duffy, den Smashits "Complicated" von Avril Lavigne oder "No One" von Alicia Keys sorgen auch zahlreiche Klassiker für Wohlgefallen. Die Jackson Five begrüßen uns, Nena ist mit von der Partie und wenn Blondie mit "Call Me" aus den Boxen dröhnt, ist 80er Party schlechthin angesagt. Die Auswahl ist sehr gelungen und macht richtig Spaß - ein wenig was für Deutsche Songs sollte man aber auf jeden Fall übrig haben oder aber auf die UK Version zurückgreifen. Denn zahlreiche deutsche Interpreten geben ihr Stelldichein. Darunter zwar auch recht aktuelle Titel wie "36 Grad" der 2raumwohnung oder "Dieser Weg" von Xavier Naidoo, die Palette reicht aber sogar bis hin zu Roland Kaiser oder dem Titel aus dem Musikantenstadel "Lebt denn dr alte Holzmichel noch ...?" von De Randfichten - textlich sicherlich keine schnulzige Volksmusik, aber musikalisch doch arg auf Schunkeln ausgelegt.
Erweitwert wird das Sortiment durch ein stetig wachsendes Downloadangebot, welches bis dato aber noch recht schmalspurig ausfällt. Nur eine Handvoll neuer Songs finden sich im Onlinestore, welcher ähnlich wie in "Rock Band" oder "Guitar Hero World Tour" direkt im Spiel integriert ist. Für einen Download müsst ihr satte 160 MS Points (umgerechnet 1,92 Euro) berappen, was nicht gerade wenig ist. Dafür bekommt ihr aber Originalaufnahmen inklusive der hübschen Musikvideos. Dennoch wünscht man sich auch in "Lips" eine entsprechende Jukebox, welche die Lieblingssongs inklusive der Videos wie eine DVD abspielt, ohne selber singen zu müssen.
Lips
Das wirklich herausragende Feature von "Lips" ist aber die einmalige Möglichkeit, eigene Songs zu integrieren. Stöpselt einfach euren MP3-Player bzw. eine externe USB-Festplatte an die Xbox 360 an, nutzt auf der Konsolenplatte gespeicherte Files oder streamt gar Titel über das heimische Netzwerk via einer PC-Verbindung zwischen der Konsole und eurem Rechner, schon habt ihr eine unendliche Auswahl an eigenen Songstücken. Diese werden analysiert und die Informationen wie Titel und Interpret direkt in die Playlist übernommen. Bei Bedarf kann man Microsoft sogar eine Meldung schicken, in der Hoffnung, dass sein Lieblingssong irgendwann auch mal offiziell im Download-Store zur Verfügung steht. Eigene Songs haben aber ganz klar den Nachteil, dass keine Texte auf dem Bildschirm vorgegeben werden - die Lyriks sollte man also im Kopf. Die Software vergleicht euren Gesang aber nachvollziehbar mit dem Original und bewertet die Performance entsprechend plausibel. Dass hier natürlich wesentlich mehr Freiheiten existieren, dürfte klar sein - doch macht es unglaublich viel Spaß, eine Liste eigener Songs für die nächste 80er Party zusammenzustellen oder gar zu Nightwisch bzw. Within Temptation zu grölen. Schade nur, dass nicht alle MP3-Tag Infos übernommen werden. Albumcover zum Beispiel werden nicht angezeigt, was alsbald mit einer Integration vieler Songs zu einer unglaublich unübersichtlichen Liste führt.
