Lost Magic im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Touchscreen-Zauberer im Test: Kann Taitos ambitionierter Genremix die DS-Spieler auch langfristig überzeugen?

Die Zeichenkunst entfacht ein Feuerwerk

Lost Magic Lost Magic Der Clou am gesamten Kampfsystem stellt aber Isaac selbst dar; Während alle weiteren Einheiten automatisch ihre Waffen schwingen, kann der Zauberer das Mana der Umgebung für sich nutzen und den Feinden so richtig Feuer unter dem Hintern machen. Ein Harry Potter könnte den Zauberstab nicht besser schwingen, wie ihr den Stylus auf dem Touchscreen! Mit den passenden Runen kann Isaac alles Mögliche anrichten: Feuer, Wind, Wasser, Erde, Dunkelheit und Licht zu befehligen, gehört zu seinen Stärken. Mit dem Drücken der L-Taste wird die Zeichenfläche aufgerufen, anschließend versucht ihr die Symbole der Runen nachzumalen. Umso besser euch die Kopie gelingt, umso stärker wird sich eurer Hexenwerk auswirken. Die nötige Kraft schöpft Isaac aus seiner Umgebung, reicht das Mana nicht aus, füllt eine Erholungspause die Anzeige wieder auf. Während ihr zeichnet, solltet ihr eines stets im Hinterkopf behalten: Das Spiel wird nicht pausiert und braucht ihr zu lange, werdet ihr schnell vom Jäger zum Gejagten.

Lost Magic Lost Magic Das Prinzip der Magie ist leicht zu verstehen: Feuriger Atem wird mit Wasser bekämpft und Licht besiegt die Dunkelheit, alle anderen Gesetzmäßigkeiten sollten für Rollenspieler ebenfalls Allgemeinbildung sein. Daher müssen Zauber bedacht eingesetzt werden, nur so werden die Feuer- und Eisgeschosse, Barrikaden oder auch Giftwolken sinnvoll verwendet. Mit sechs unterschiedlichen Elementarzaubern, einigen Ausbaustufen und der Möglichkeit, bis zu drei Runen miteinander kombinieren zu können, versorgt euch "Lostmagic" mit einem Repertoire von bis zu 400 Zauberformeln. Hier den Überblick zu wahren, dürfte jedem noch so gutem Zauberschüler schwer fallen - daher wird jede neu von euch kreierte Formel und deren Wirkung nach dem Kampf in eine umfangreiche und gut sortierte Liste eingetragen, welche auf der Weltkarte angeschaut werden kann. Habt ihr die Bedingung einer Arena in der vorgegebenen Zeit erfüllt (welche oft sehr knapp bemessen ist), ist der Level beendet und der Held bekommt Erfahrungspunkte. Dadurch wird dieser für ein Rollenspiel typisch aufgestuft, genau wie seine Zauber. Hier bestimmt aber der exzessive Einsatz, wie weit deren Fähigkeiten verbessert werden.

Pikachu lässt grüßen

Lost Magic Lost Magic Die bereits angesprochenen "Einheiten", welche der Zauberlehrling in den Kämpfen befehligen kann, stehen euch nicht von Beginn an zur Verfügung, ähnlich der "Pokémon" wollen diese Geschöpfe erst einmal eingefangen werden. Dazu schwächt ihr einen Gegner in der Arena und wendet anschließend die Fallenmagie an. Mit etwas Glück, könnt ihr die Kreatur einfangen und eurer Sammlung hinzufügen. In einem gesonderten Menü auf der Landkarte kümmert ihr euch um die virtuellen Haustierchen, verwaltet diese und bestimmt, welche Truppen in die Schlacht ziehen sollen. Habt ihr in den Arenen zusätzlich noch Gegenstände wie Rüstungen oder magische Lebensenergie in Kisten gefunden, könnt ihr die Attribute der Einheiten zusätzlich noch verbessern. Einmal ausgewählt, gehorchen die nun zahmen Tierchen aufs Wort und stellen eine vor allem später unverzichtbare Armee im Kampf gegen das Böse dar.

Lost Magic Lost Magic Der Genremix vereint viele Elemente, insgesamt erfordert aber kein Bereich wirklich tiefgründiges Fachwissen. Isaac bildet sich im Laufe des Abenteuers fort, dessen Attribute erhöhen sich aber automatisch mit dem Levelaufstieg. Einen Einfluss habt ihr wenn dann nur auf die Weiterentwicklung der Zauber durch deren Einsatz. Der Strategieteil umfasst mehrere steuerbare Kampfeinheiten, welche ihr über den Bildschirm scheucht. Außer abzuwarten, formieren von Truppen und Einsatz der richtigen Kreaturen habt ihr nicht viel zu tun und müsst mit den wenigen Eingabemöglichkeiten zufrieden sein. Zudem ist die KI der virtuellen Mitstreiter nicht gerade glücklich ausgefallen. Immer wieder ärgert ihr euch über Nachzügler, welche an den Wänden hängen bleiben und eine Extrabehandlung beanspruchen. Insgesamt ist das Spiel sehr linear ausgelegt und bietet leider wenig Abwechslung, nur einige Gespräche könnt ihr durch die Wahl der Antworten beeinflussen - der Umfang und die abwechslungsreichen Welten wissen aber zu gefallen.

Offline und Online: Der Mehrspielermodus

Lost Magic Lost Magic Auch wenn die Packungsrückseite etwas anderes von sich gibt (2-Spieler Modus mit EINER Karte), so lässt "Lostmagic" nur mit ZWEI Modulen ein freundschaftliches Duell zu. An der Tagesordnung steht der Zweikampf, wobei ihr Charaktere mit festen Attributen oder euren selbst trainierten Helden verwendet. Letztere Methode ermöglicht sogar das Importieren der selbst gefangenen Kreaturen. Anschließend findet ein strategischer Kampf vollkommen gleich wie im Einzelspielermodus in einer gewählten Arena statt. Erweisen sich die Freunde als unwürdig oder können aufgrund der Abwesenheit eines weiteren Spielemoduls nicht teilnehmen, verbindet ihr euch kurzerhand mit dem Internet. Die Modiauswahl gleicht "Mario Kart" von Nintendo: Die Duelle tragt ihr gegen Freunde, bestimmte Rivalen oder aber einem zufällig gewählten Kontrahenten aus. Leider gibt es keine einheitliche Freundesliste, mühsames Eintippen der Freundescodes bleib euch also nicht erspart. Gespeichert werden zusätzlich Punkte, welche bei Siegen steigen und mit Niederlagen sinken. Onlineduelle erweisen sich aber als mühevoll, nicht selten trefft ihr auf Profis, welche mit nur einem Zauber das komplette Feld leer fegen - viel schlimmer erweisen sich aber die starken Einbrüche in der Framerate, so dass selbst das Aktivieren der Zeichenfläche in einer deutlichen Verzögerung vonstatten geht. Hier hätte man durchaus noch etwas Zeit investieren und die Probleme beheben müssen.

Die Technik zum Schluss

Lost Magic Lost Magic "Lostmagic" erinnert stark an alte Rollen- oder Strategiespiele: Nicht nur das Gameplay wurde mit Zutaten dieser Genres angereichert, auch grafisch ist der Ursprung nicht zu leugnen. Die Arenen sind mit netten Bitmaps gezeichnet und erfreuen mit diverser Details, doch leider sahen schon auf dem Super Nintendo einige Rollenspiele deutlich hübscher aus. Nichts desto weniger versprüht der Titel Charme und bringt den comichaften Helden gut herüber. Beeindruckend sind dabei durchaus einige Zauber, welche bildschirmfüllende Drachen oder ähnliches herauf beschwören, meistens sich aber eher bescheiden auf einen kleinen Bereich beschränken. Ganz so gravierend fällt die Problematik mit der sehr variablen Framerate im Solomodus nicht auf. Flüssig zeigt sich das Geschehen mit nur wenigen Gegnern, steigt die Anzahl sowohl beim Kontrahenten als auch in den eigenen Reihen, kommt das Rechenwerk aber auch hier deutlich sichtbar ins Schwitzen. Soundtechnisch vermisst man eine Sprachausgabe, bekommt aber ordentliche Musikstücke sowie nette Kampfgeräusche auf die Ohren.

Meinung

Wertung zu Lost Magic (NDS)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Fast 400 Zauberformelnunzählige und einfangbare Kreaturennetter Genremixsympathischer Titelheldsympathischer wenn auch tollpatschiger Held
Mit der Zeit wenig AbwechslungEinbrüche in der FramerateOnlinemodus nicht sonderlich motivierendetwas zu lasch erzählte Story
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