Lula ist zurück und gibt sich schriller als je zuvor in ihrem sexy Empire.
Es gibt Dinge, die wären am besten nie ans Tageslicht gekommen. Vielleicht haben deswegen die Männer mit ihrem dunklen Van die Triplets entführt, ihres Zeichens ein Trio leichter Mädchen die sich gerne vor laufender Kamera räkeln. Denn wie sonst wäre es dazu gekommen, dass Lula - statt Pornofilmchen zu drehen - sich plötzlich in der Rolle eines Privatdetektivs wiederfindet, der die verlorenen Darsteller aufzutreiben hat bevor die Produktionskosten den erwarteten Gewinn übersteigen.
Plump, plumper, Lula 3D
Bauch und Hirnfrei: Lula
Dabei scheint man sich direkt der Situation bedient zu haben die auch bei CDV herrscht, denn mit 20 Euro gehört der Titel eher ins Budget-Regal und lässt schon von Vornherein nichts Besonderes erwarten. So verwundert es auch nicht weiter, dass uns das Adventure mit einer Grafik und mit Animationen überrascht die so richtig veraltet wirken. Auch wenn man sich bei den verschiedenen Schauplätzen durchaus eine gewisse Mühe gegeben hat, kann die dahinter steckende Technik doch nicht überzeugen. Denn Clipping-Fehler und pulsierende Texturen gehören ebenso zum Erscheinungsbild wie der hölzernste Gang aller virtuellen Heldinnen. Derweil hätte man von einer Pornodarstellerin wie Lula es ist schon etwas mehr Gelenkigkeit erwartet, stattdessen bewegt sie sich wie ein LKW. Besonders dem Rückwärtsgang fehlt nur noch die Hupe um der Illusion zu erliegen, dass unsere Lula in Wirklichkeit ein Auto ist. Dabei fällt umso mehr auf, dass Lula trotz ihrer maschinenhaften Animationen eindeutig besser aussieht als alle anderen Akteure im Spiel, die man schon alleine wegen ihres Gesichts nur bemitleiden kann. Aber auch Lula selbst muss man bewundern, dass sie mit solchen Schauspielern tatsächlich einen erotischen Film auf die Beine stellen will, denn man dann nur noch im Tierpark zeigen kann.
Lula im Rückwärtsgang: Beep, Beep, Beep
Mit dem nötigen Ernst und nicht nur einem zugedrücktem Auge aber überstehen wir die ersten Szenen und entdecken tatsächlich so etwas wie einen Witz im Spiel. Der kommt aber nicht etwa von unseren Protagonisten oder ihren holprigen und unmotivierten Gesprächen, sondern viel mehr in Form der aufgehängten Bilder, die Lula tatsächlich zum Kunstobjekt erheben. Und während sie noch ihren eigenen Hintern bewundert entdecken wir fast beiläufig ein Plakat mit der Aufschrift "Sex macht Spaß!". Na was für ein Glück, denn das "fickende Paar" am Pool hat einen ganz anderen Eindruck hinterlassen. Denn wie Spaß sah das mechanische Gewackel nicht aus, eher wie Trockenübungen zum Abgewöhnen.
Gesichter zum fürchten
Ebenfalls zum abgewöhnen ist die Steuerung, die einen oft zwingt Lulas Hinterteil hin und her zu rangieren bis man endlich auf der richtigen Stelle steht um das gefundene Objekt auch aufheben zu können. Das Lula dabei tief in die Hocke geht um ihre Beine auch weit spreizen zu können, gehört ebenso zum guten Ton wie ihre ausufernde Animation wenn sie einen Gegenstand aus dem Inventar holt bzw. in dieses steckt. Dieses befindet sich selbstverständlich in ihrem Oberteil, wo unglaublich viele Gegenstände Platz finden ohne die perfekte Rundung zu gefährden.
Gähnplay
Hauptsache Beine breit
So rettet man sich also von Szene zu Szene, immer in der Hoffnung das der nächste Witz nicht ganz so plump ist wie der vorhergehende, nur um dann noch plattere Ansagen zu bekommen als man sich in seinen schlimmsten Videospielträumen vorstellen konnte. Dazwischen löst man die wirklich nicht schwer ausgefallenen Rätsel, die eigentlich nur an der nicht so ganz stimmigen Umsetzung kranken. Denn von einem ausgereiftem Adventure erwartet man einfach nicht, dass Gegenstände blockiert werden bis man sie endlich benutzen kann bzw. soll oder das in manchen Situationen einfach nichts passiert, weil man etwas anderes noch nicht erledigt hat. Als erfahrener Spieler freilich kann einen das nicht aufhalten, lästig ist es trotzdem.
