Grafisch zwar nur Mittelmaß, trumpft das Game in Sachen Umfang und Gameplay dafür umso deutlicher auf.
Mit dem aktuellsten Titel ist das MX vs. ATV Franchise auch auf den NextGen-Konsolen angekommen. Und wie zu erwarten war, bekommen wir wiederum viel Schlamm und Dreck, knatternde und heulende Motoren sowie die von der Serie gewohnt ausbalancierte Mischung aus Arcaderacer mit diversen Simulationsaspekten geboten. Doch trotz des enormen Umfangs und der vielen Features die uns das Spiel bietet, hat es doch einige Federn lassen müssen, besonders was die PS3-Version betrifft. Warum das so ist, lest ihr im folgenden Text.
MX vs. ATV Untamed
Nachdem wir uns das fulminante Intro-Video betrachtet und das erforderliche Profil angelegt haben, stehen uns zwei voneinander getrennte Events zur Auswahl. Zum einen das sogenannte "X-Cross Tournament" sowie die "Event Series". Auch wenn sie uns grafisch etwas anders präsentiert werden, verstecken sich zwei recht ähnliche Spielvarianten hinter den beiden Optionen. Während uns das X-Cross Tournament einen Baum aus insgesamt 37 Spielen aus den Bereichen Freestyle, Supermoto, Supercross, Opencross, Endurocross, Supertruck und Waypoint anbietet, finden wir in der Event-Series praktisch die gleichen Spiele, nur anders präsentiert. Beiden Varianten ist gleich, dass wir sie nicht linear spielen müssen, es besteht immer eine Auswahl aus mehreren verschiedenen Events. Und die können sich im Einzelnen ganz schön hinziehen, denn einfach nur ein Rennen zu gewinnen reicht meist nicht, stattdessen werden oft zwei gleiche Rennen hintereinander gefahren, zusätzlich zur Qualifizierungsrunde vor dem Rennen.
MX vs. ATV Untamed
Klar, dass wir wieder die verschiedensten OffRoad-Vehikel geboten bekommen, welche sich mitunter auch alle gleichzeitig auf der Strecke tummeln, denn in MX vs. ATV spricht nichts dagegen die Zweiräder gegen die Vierräder antreten zu lassen. Und selbstverständlich gibt's auch wieder die bekannten Tricks, auf die es besonders im Freeride ankommt um genug Punkte zu sammeln. Wer aber schon eines der vorherigen MX vs. ATV-Spiele gezockt hat, der wird kaum bis gar keine neuen Gameplay-Elemente finden. Kritisch ausgedrückt wirkt es fast so, als gingen dem Rainbow Studio so langsam die Ideen aus. Damit soll aber nicht das nach wie vor sehr gelungene Gameplay schlechtgeredet werden, denn dieses fand unbeschadet auf die NextGen-Konsolen, die Kritik bezieht sich lediglich auf die kaum vorhandenen Neuerungen.
MX vs. ATV Untamed
Worüber sich besonders die Einsteiger oder Gelegenheitsspieler freuen dürften, ist der Umstand, dass man den jeweiligen Schwierigkeitsgrad vor jedem Rennen wählen kann. Doch auch der Profi macht von der Option gebrauch, denn die verschiedenen Disziplinen stellen durchaus verschieden hohe Anforderungen an den Spieler. Während man die "normalen" Rennen durchaus auch in den höchsten Schwierigkeitsgraden bewältigen kann, können die Freeride-Events regelrecht frustrierend sein, besonders wenn man die Tricks noch nicht aus dem FF beherrscht. Ebenfalls lästig können die KI-Fahrer sein, besonders in der ersten Runde. Denn irgendwie konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass sie einen gerne mal von der Piste drängten oder sich ausgerechnet vor einem quer stellten, ganz egal wie viele Plätze sie bei so einer Aktion auch verloren. Darum ist es ein guter Tipp gleich in der ersten Runde zu versuchen Vorne weg zu düsen, denn im Pulk geht's recht rüde her.
MX vs. ATV Untamed
Was dafür rundherum gelungen ist sind die Pisten selbst, die zwar keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, aber spielerisch hervorragend gestaltet wurden. Jede einzelne Piste besitzt ihren ganz eigenen Scharm und verlangt vom Spieler eine differenzierte Herangehensweise. Während man auf der einen beruhigt den Gashebel ziehen kann, führt das auf einer anderen unweigerlich zum Sturz. Denn eine der größten Herausforderungen ist es nach weiten Sprüngen sein Gefährt wieder vernünftig aufzusetzen, um nicht auf die Harte Tour abzusteigen. So ist es mitunter schneller manchmal vom Gas zu gehen, denn so spektakulär die Sprünge auch sind, sie kosten Zeit und unter Umständen den Sieg.
Technisches
MX vs. ATV Untamed
Grafisch macht die Xbox 360-Version eine deutlich bessere Figur als der PS3-Ableger. Zwar reicht es nicht um es mit einem DiRT oder Motorstorm aufzunehmen, was besonders an den detailarmen Umgebungen liegt, dafür aber bekommen wir durch die Bank ein flüssiges Spielgeschehen geboten, von vereinzelten Framedrops der PS3-Version abgesehen, die aber kaum ins Gewicht fallen. Deutlicher ist da schon der Umstand der maximalen Auflösung, die PS3-Fassung bietet uns nur 720p wohingegen wir mit der 360er-Variante die vollen 1080p fahren können, und das obwohl man auf der PS3 schon deutlich sichtbar Details eingespart hat. Wo auf der 360 der Staub und die Partikel aufgewirbelt werden, ist auf der PS3 kaum mehr was davon zu sehen. Auch kämpft die PS3-Version mit deutlichem Kantenflimmern und leichtem Aufpixeln des kompletten Bildes. Nichts geben sich die beiden Versionen aber in Bezug auf das leichte Tearing, womit beide zu kämpfen haben. Fast lustig dagegen ist das Verhalten der PopUps beziehungsweise der Sichtweite, und das auf beiden Konsolen. An einem normalen Röhrenfernseher gespielt fallen die PopUps praktisch nicht mehr auf, wohingegen sie auf einem HD-Screen ganz deutlich zu sehen sind. Sämtliche kleineren Objekte bauen sich einfach etwas zu spät auf, so dass ein deutlich sichtbarer Ring um das Fahrzeug des Spielers herum entsteht, in dem erst die kleinen Objekte dargestellt werden.
