Mit diesem RPG zeigt uns Brownie Brown, dass auch ganz klassisches Gameplay heute noch Spaß machen kann.
Knuddelcharaktere zum Anfassen
Magical Starsign
Die meisten Rollenspiele kommen mit nur wenigen Tastenkombinationen aus und stellen damit keine allzu große Herausforderung an einen Controller. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit "Magical Starsign". Bis auf wirklich ganz spezielle Ausnahmen werdet ihr bei diesem Titel vollkommen auf die Tasten und das Steuerkreuz des Nintendo DS verzichten können. Sämtliche Menüs werden mit dem Stylus bedient, während ihr ganz gemütlich mit einer Berührung auf dem Touchscreen die Heldentruppe steuert. Wer nun bezüglich eines völlig unübersichtlich gehaltenen Spiels bedenken hat, sei hiermit entwarnt. Die Entwickler haben die Mechanik sehr gut auf das System angepasst und nur die nötigsten Dinge implementiert. Infos zu den Attacken und Zauber werden zum Beispiel erst gar nicht eingeblendet und verdecken somit auch nicht die Sicht. Bei Bedarf habt ihr aber jederzeit die Möglichkeit, das nötige Wissen zu aktivieren.
Magical Starsign
Mittels zweier in den Ecken des Touchscreen angebrachter Buttons habt ihr Zugang zu sämtlichen Informationen, sofern ihr durch die Oberwelt wandert und nicht in einem Kampf verwickelt seid. Rechts oben findet ihr das Horoskop, welches die Planetenkonstellation wiedergibt. Links unten ist der Rucksack zu finden, welcher aufgeklappt alle Elementzauber bereit hält und den Zugang zum Menü verschafft. Letzteres breitet sich bei Aktivierung ebenfalls über den Touchscreen aus. Recht überschaubar habt ihr Einsicht in die Statuswerte der Charaktere, könnt im Inventar herumkramen und betrachtet das sehr umfangreiche Logbuch mit Daten zur Mission, einem Bestiarium und weiteren Infos. Die Unterhaltungen finden ebenfalls auf dem Touchscreen statt, wo ihr dann den Text weitertippt oder aber Fragen beantwortet.
Magical Starsign
Wandelt ihr stattdessen in der Kampfarena, werden alle nötigen Aktionen zusammengefasst mit kleinen Symbolen in einem Ringmenü dargestellt. Dort wählt ihr die jeweils gewünschte Handlung aus und erhaltet in einem aufgeklappten Menü alle möglichen Angriffe, Zauber oder Items. Diese einmal ausgewählt, könnt ihr dann auf dem Spielfeld anwenden, indem ihr die jeweiligen Mitstreiter oder Gegner mit dem Stylus berührt. Schon wird der Spuk ausgelöst, der Feind angegriffen oder ein leidender Partner geheilt. Ganz raffiniert haben die Entwickler auch ein Blocksystem integriert, bei dem im richtigen Moment eines gegnerischen Angriffes die Person angetippt werden muss, um einen hohen Schaden zu vermeiden.
Extravagante Präsentation
Magical Starsign
Während das Abenteuer mit typischen und eingängigen Melodien, Siegeshymnen und Geräuschen ähnlich der GameBoy Advance oder Super Nintendo Rollenspiele untermalt wird, bietet die optische Seite einen ungewöhnlichen Anblick. Unter anderen ist das Design, wie schon angesprochen, recht bizarr ausgefallen und bietet zwar Welten im typischen 2D-Design bestehend aus Wald, Feuer und Meer, das ganze aber bevölkert mit außergewöhnlichen Geschöpfen. Vor allem in den großen Städten, innerhalb einzelner Gebäude oder in den Kampfarenen fällt die Liebe zum Detail auf. Die gezeichneten Hintergründe können durchwegs gefallen, auch wenn sie mit einigen Verzierungen und Schnörkel ungewohnt wirken. Auch die Farbwahl ist nicht immer jedermanns Sache. Einige Welten kommen in Pastellfarben daher, welche blass und alt wirken, so aber einen ganz besondern Glanz haben.
Zum Teil effektreich, aber auch mit Pixelgrafik versehen, bezaubert die Magie. Wird ein Zauberspruch losgelassen, zoomt die Kamera auf die jeweilige Person und stellt diese vergrößert dar. Da die Detailtiefe dabei nicht erhöht wird, sind einzelne Pixel der Figuren deutlich erkennbar. Anschließend erfolgt aber ein kleines Effektfeuerwerk mit aufblitzenden Leuchtkugeln, bunten Vögeln und vom Himmel herab stürzende Feuerkugeln. Alles schon gesehen, wird so mancher nun sagen und dem kann man ganz sicher auch nicht widersprechen. Dennoch verzaubert die grafische Präsentation und entführt den Spieler in eine gelungene und schöne Ambiente.
¿Cómo estás, amigo?
Magical Starsign
Während der normale und vom Schwierigkeitsgrad her ausgeglichene Abenteuermodus etwa 40 Stunden in Anspruch nehmen wird, könnt ihr zusätzlich noch reichlich Zeit mit euren Amigos (zu Deutsch: Freunde) verbringen. Über das Contact-Menü werden alle in der Nähe befindlichen Amigos ausfindig gemacht, zu denen ihr euch dann verbinden könnt. Anschließend stehen euch neben einer Brieffreundschaft ganz neue Modi und Möglichkeiten zur Verfügung. Jedes Modul bietet ein eigenes Ei, welches man per Wi-Fi an einen Freund senden kann. Ausgebrütet offenbart das Ei einen kleinen Racker, welcher euch sogar im Solomodus neben den Schulkameraden tatkräftig zur Seite stehen kann. Zuerst muss der Gute aber ausgebrütet werden und anschließend benötigt er auch noch eine Ausbildung!
Magical Starsign
Dies geschieht wiederum in den so genannten Amigo-Arenen, indem ihr euch mit euren Freunden verbindet. Die Arenen sind als kleines Partyspiel zu betrachten. Der Host kann aus einer stetig wachsenden Anzahl an Level einen Favoriten wählen, in dem dann alle Teilnehmer prinzipiell gegeneinander antreten. Ihr wandert durch die Landschaft und sobald ein feindliches Monster (nicht die Gegenspieler) auftaucht und dieses angetippt wird, startet ein ganz gewöhnlicher Kampf wie im Solomodus. Für den Sieg gibt es Punkte und sollte es sich sogar um ein Schlüsselmonster gehandelt haben, erhaltet ihr einen Hinweis auf die versteckte Truhe. Wer diese findet, bekommt Items sowie Punkte gutgeschrieben und beendet das Spiel. Die Gegenstände könnt ihr wiederum im Solomodus verwenden, während die Punkte der Siegerermittlung dienen. Durch die Kämpfe in den Arenen entwickeln sich auch eure Monster in der Brutkammer und werden stärker.
Grundsätzlich ein recht interessanter und löblicher Modus, welcher das Soloabenteuer bereichert und sogar beeinflussen kann. Jeder Mitspieler benötigt für den Mehrspielermodus aber ein eigenes Spielmodul. Für den Test fehlte uns leider ein zweites Exemplar und von daher kann die Begeisterung nur als grobe Einschätzung des Amigo-Konzepts gelten.
