Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 im Test: Kurzweiliger Spielspaß

Test Alexander Winkel
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 (1)
Quelle: Nintendo/SEGA

Sommer, Sonne und Copacabana: Die Olympischen Sommerspiele machen dieses Jahr halt in Rio, der zweitgrößten Stadt Brasiliens. Mario und Segas Hausmaskottchen Sonic lassen sich dieses kunterbunte Festival auf keinen Fall entgehen und bringen ihre Teams wieder in sportliche Höchstform. Das passende Spiel Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 verspricht auf jeden Fall wieder kurzweiligen Spielspaß für die ganze Familie.

Keine zwei Monate mehr bis die Olympischen Spiele in Rio ausgetragen werden und während die Nintendo 3DS Besitzer bereits seit einiger Zeit den olympischen Gedanken nachgehen und sich sportlich in allerlei Aktivitäten engagieren, dürfen Wii U Spieler nun endlich ebenfalls in den weißen Strand der Copacabana treten und das einzigartige Flair Brasiliens erleben. Mario und sein Team tritt einmal mehr gegen den Rivalen Sonic und seine Partner an, um als Sieger aus dem olympischen Turnier zu kommen. Zahlreiche bekannte Charaktere geben ihr Stelldichein, auch wenn viele erst nach langer Spielzeit zur Verfügung stehen, sobald wir die jeweiligen Helden in einer Herausforderung auch tatsächlich geschlagen haben.

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 (14) Quelle: Nintendo/SEGA Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 (14) Wie üblich nimmt sich der Mario & Sonic Titel nicht wirklich ernst. Bereits bei den Rivalitäten kommt mehr Schall und Rauch auf, als es auf dem Feld dann wirklich gibt. Dennoch Zeugen die zahlreichen Disziplinen davon, dass bei den Helden von Nintendo und Sega schlichtweg nicht alles den fairen olympischen Gedanken entspricht. Da werden Turboboosts ausgenutzt, fiese Bälle auf dem Beachvolleyball-Feld geschlagen, die keiner mehr halten kann und auch beim Fußball zählt es reichlich positive Punkte, wenn man seine Kontrahenten mit einem gezielten Schuss umhaut, anstatt gewieft die Abwehr auszumanövrieren und ein schönes Tor zu erzielen. Es ist ein klassisches Funsport-Spiel, wie es im Buche steht, und damit durchaus für einen witzigen Familiennachmittag geeignet.

Die niedliche, Nintendo-typische Darstellung passt ungemein zur Spielidee und den farbenfrohen Rio, welches wohl ähnlich bunt zum Karneval aufleben wird. Vor allem die vollen Stadien mit den animierten, stets jubelnden Zuschauern sind gelungen. Wir starten zunächst am Strand der Copacabana und bekommen eingängige Instruktionen. Wo findet man was? Welche Möglichkeiten bietet das Spiel? Warum sollte ich mich mit den zahlreichen Miis unterhalten, die den herrlichen Sandstrand bevölkern. Abseits der sportlichen Arenen gibt es zumindest im späteren Spielverlauf einiges zu entdecken. Zahlreiche neue Kleider, welche dem eigenen Mii bessere Attribute in den Wettkämpfen bescheren und Flaggen, die man wie Panini-Aufkleber sammeln kann. Durch letzteres erhält man auch noch nette, wissenswerte Informationen über Land und Leute. Geradezu lehrreich, vor allem für jüngere Spieler.

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 (12) Quelle: Nintendo/SEGA Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 (12) Anfänglich waren wir über den Spielumfang geradezu schockiert. Zunächst steht nur der schnelle Spielmodus zur Verfügung, in dem sämtliche Disziplinen einzeln ausgewählt werden können. Die einfache Bildschirmanleitung zeigt auf, wie man mit dem Wii U Gamepad oder den Wii-Controllern agiert und schon kann man ein Match bestreiten. Alleine, aber auch mit einem Partner, probiert man sämtliche Disziplinen vom 100-Meterlauf, über Schwimmen und BMX bis hin zu den Königsdisziplinen Fußball, Beachvolleyball und 7er-Rugby alles einmal aus. Doch viel öfters außer vielleicht um eine Highscore zu verbessern, wird man diesen Teil nicht wirklich besuchen wollen. Es stellt sich fast schon eine Ernüchterung ein, die sich zum Glück alsdann verflüchtigt, sobald das richtige Turnier los geht.

Hat man sich ein wenig an die Minispiele gewöhnt, ein paar Dinge ausprobiert und Belohnungen kassiert, offenbaren sich immer mehr Spielmöglichkeiten. Es dauert nur 1-2 Stunden, bis man dann wirklich an Olympische Turniere teilnehmen kann, das sogar im kooperativen Modus. Hier zählt die beste Zeit, das beste Torverhältnis und die meisten Punkte, wenn man mit Ball, Bogen oder zu Pferd unterwegs ist. Je nach Disziplin wird ein KO-Turnier bestritten, oder aber die besten aus einer Gruppe kommen immer in die nächste Runde, bis zum Schluss der Meister gekürt ist. Da man hier Medaillen ergattern und zusätzliche Bonus-Herausforderungen gewinnen kann, motiviert dieser Modus dann doch schon etwas länger als das freie Spiel. Parallel wird der Wettkampf zwischen Mario und Sonic bestritten, bei dem zufällige Disziplinen ausgetragen werden und das jeweilige Team immer die Spieler aus dem Rennen nehmen muss, die gegen das andere Team verloren haben. Eine durchaus witzige Variante, vor allem wenn man gegen einen Freund antritt.

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 (4) Quelle: Nintendo/SEGA Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 (4) Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 ist im Prinzip aber nichts weiteres als eine Ansammlung von 17 Minispielen, die größtenteils an selige Track & Field Zeiten erinnern. Wenn es um Zeiten geht, man rennend oder schwimmend das Ziel erreichen soll, reduziert sich das Spielvergnügen auf rhythmisches Drücken spezieller Tasten. Dazu passt auch die tolle Disziplin der musikalisch untermauerten Gymnastik, welche die Figuren an den Tag legen. Auch BMX fahren oder Bogenschießen beschränkt sich auf simple Varianten, die schnell erlernt und einfach ausgeführt sind. Ärgerlich ist es, dass Disziplinen wie das Reiten oder Radfahren nur in einer einzigen Arena mit immer derselben Strecke stattfinden und damit jegliche Varianz missen lassen. Es sind immer dieselben Wasserlöcher und Stellen, die wir passieren und hat man den Verlauf einmal intus, landet man unweigerlich in den vorderen Rängen.

Das ist insgesamt auch die größte Schwachstelle des Titels, dass vieles einfach nur simples Knöpfchendrücken auf Timing darstellt, ohne jeglichen Anspruch und dabei nur wenig Strategie ermöglicht. Immerhin liefern Fußball, Volleyball und das neue Rugby etwas mehr Spieltiefe. Hier kann man sich frei auf dem Spielfeld bewegen, kämpft um jeden Ball und versucht, die Gegner auszutricksen. Spaßige, völlig übertriebene Varianten dieser Disziplinen sorgen zudem vor allem mit bis zu drei Freunden für richtig gute Laune. Inhaltlich kommt man aber niemals an die Klasse einzelner Veröffentlichungen wie Mario Tennis oder Mario Soccer ran. Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 ist ein Titel, der einfach nur kurzweilig und für schnelle Runden zwischendurch gedacht ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Meinung

Wertung zu Mario & Sonic at the Rio 2016 Olympic Games (WiiU)

Wertung:

6.7 /10
Pro & Contra
Insgesamt 17 Disziplinen, mit Fußball, Beachvolleyball und Rugby als Königsdisziplin.Schneller, einfacher Einstieg für die ganze Familie.Typisch für Nintendo technisch sauber und ohne wirkliche Fehler.Mehrspielerspaß für die gesamte Familie.Viele Extras wie Kleidung und Landesflaggen freischaltbar.
Spielerischer Anspruch geht meist nicht über simples rhythmisches Drücken der Tasten hinaus.Es mangelt an Abwechslung zum Beispiel in den Arenen.Auch die Turniere werden alsbald sehr langweilig.Zäher Einstieg über die Schnellspieloption ist ernüchternd.Kein Spiel, was wirklich auf Dauer motivieren kann.

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