Wie schlagen sich die zwei Giganten der Videospielgeschichte bei den olympischen Disziplinen?
Power Ups à la Mario Kart
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen
Neben den ganz normalen Disziplinen können auch noch Traumdisziplinen freigespielt werden. Hier läuft alles ein wenig anders. In der Leichtathletik ist zwar nach wie vor das Ziel, als Erster anzukommen, aber dazu greift man auch gerne mal zu etwas unfairen Mitteln. Es ist im Grunde aufgebaut wie Mario Kart, nur dass man eben nicht fährt, sondern rennt (Nunchuk und Wii-Remote rauf und runter...). Mitten auf der Bahn sind einzelne Power-Ups verteilt, die typische Gegenstände wie Schildkrötenpanzer enthalten, welche auf die Gegner abgefeuert werden können. Es passiert noch mehr. Hier und da sind dicke Sandflecken, denen es auszuweichen gilt, wenn man nicht abgebremst werden möchte. Ausweichen kann man mittels Analog-Stick. Das muss man immer wieder um nicht auf Hindernisse zu stoßen oder Beschleunigungspfeile zu erwischen. Aber auch Hürden dürfen nicht fehlen. Springt man drüber, ist alles in Ordnung, aber wer zu früh oder spät zum Hopser ansetzt, der wird gnadenlos gebremst und verliert kostbare Zeit.
In einer anderen Traumdisziplin fliegt man im freien Fall Richtung Boden. Unterwegs müssen Ringe eingesammelt werden und die eben angesprochenen Power-Ups sind natürlich auch mit dabei. Wer als Erster unten ankommt hat gewonnen. Eine sehr spaßige Idee, die leider nur zu viert gespielt werden kann, aber für tierisch Laune sorgt. Wem normale Sportarten zu trocken und langweilig sind, der wird hier voll auf seine Kosten kommen, denn da geht echt die Post ab.
Die Cups, die Missionen und die Mikrogames
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen
Wo wir eben schon bei Mario Kart waren, kommen wir nun zu einem weiteren Punkt, der sehr ähnlich ist. Es gibt sogenannten Zirkel, die nichts anderes als die Cups in Mario Kart darstellen. Man tritt in drei Disziplinen hintereinander an. Je besser die Platzierung, desto mehr Punkte bekommt man. Wer am Ende die meisten Punkte hat, der wird Sieger und erhält einen Pokal. Es gibt sehr viele unterschiedliche Zirkel, wie etwa den Mond-, Merkur-, Jupiter- oder Venus-Zirkel und in allen muss man andere Disziplinen absolvieren. Zunächst steht einem nur die ziemlich humane Anfängerklasse zur Auswahl, aber später werden auch härtere Klassen freigeschalten.
Neben diesen Cups und dem freien Spielen von Disziplinen gibt es auch noch den Missionsmodus. Hier werden bestimmte Teilaufgaben gelöst, wie etwa "gehe als Erster durchs Ziel" oder aber "lass einen Schrei erklingen". Als Erster durchs Ziel ist ja eindeutig, aber die Erklärung zu der Sache mit dem Schrei ist ein wenig verwirrend: "Baue eine bestimmte Menge an Kraft auf, um 3 Mal einen erfolgreichen Schrei abzugeben, wenn du den Hammer wirfst!". Sehr merkwürdig, aber es gibt auch solche etwas skurrile Missionen. Die Idee mit den unterschiedlichen Aufgaben ist aber ganz interessant.
Eine weitere Besonderheit stellt die Galerie dar. Darin werden Fragen über die Olympischen Spiele gestellt wie etwa woher der Name kommt oder wann die Fahne mit den Ringen gehisst wird und ähnliches. Um eine Antwort zu erhalten müssen Mikrospiele bestritten werden. Die sind aber wirklich äußerst winzig und primitiv. Es müssen Gegner gezählt, bestimmte Kombinationen gemerkt und nachgemacht oder Gumbas geschlagen werden. Alles nicht der Rede wert, aber die Verknüpfung mit den Fakten über die Olympischen Spiele ist recht spannend.
Grafik, Sound und Steuerung
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen
In Sachen Grafik hat man sich bei "Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen" zwar nicht voll ins Zeug gelegt, aber man hat ordentliche Arbeit abgeliefert. Die Charaktermodelle sind gut gelungen und ihre Animationen sind flüssig. Was die Schauplätze angeht gibt es ja nicht viel zu sehen. Meist nur das Stadion, eine Halle und dergleichen. Dabei fallen die Zuschauer leider negativ auf, welche als simple 2D-Bitmaps dargestellt werden, die hin und her wackeln. Also diese Zeiten sollten eigentlich vorbei sein. In Sachen Sound hat man sämtliche originale Sprachsamples von Mario über Shadow oder Yoshi ins Spiel eingebaut. Dafür ist die Musik insgesamt aber eher nebensächlich. Völlig klar, dass man keine großen Kompositionen zu hören bekommt, wie das vielleicht bei einem Rollenspiel der Fall ist. Vor lauter wildem Gefuchtel würde man diese vermutlich noch nicht einmal mitbekommen. Obwohl viele Disziplinen wirklich anstrengend sind und man seine Arme nach einigen Runden kaum mehr spürt, ist die Steuerung ganz gut durchdacht und im Ansatz den realen Bewegungen nachempfunden. Rennen wird durch das abwechselnde hoch- und runterdrücken der beiden Controller und damit auch der eigenen Arme simuliert. Kommt natürlich nicht wirklich an die realistische Rennbewegung heran, aber es ist von der Idee zumindest ähnlich. Die Eingaben funktionieren eigentlich immer, aber hier und da können auch eventuell einmal Ungenauigkeiten auftreten. Das ist aber ziemlich selten der Fall. Alles in allem sollte die Steuerung keine Probleme machen.
