Mass Effect 2 im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Das Actionspektakel im Weltall geht in seine zweite Runde und überzeugt erneut mit genialen Dialogen und 1A Spielmechanik.

Mass Effect 2 Mass Effect 2 Den Status seiner Crew kann man jederzeit auf der Normandy 2 einsehen und hat sogar eine persönliche Assistentin, die für uns die Mitglieder und Kommunikationskanäle nach außen im Auge behält. Für den Spieler ist sie somit eine der wichtigsten Personen an Bord - immerhin weiß sie, wo der Schuh drückt. Im Laufe der Geschichte wird nämlich jedes Crewmitglied ein kleines Problemchen haben, mit dem wir uns als Kapitän befassen sollen. Miranda etwa hat eine geheime Zwillingsschwester, die in Gefahr ist. Als guter Mensch und vorbildlicher Commander sagen wir natürlich prompt zu und fliegen los, um die Kleine zu retten - süß und herzallerliebst! Sobald man diese "persönlichen Aufgaben" erledigt hat, springt Miranda nämlich vom normalen Gefolge zu einem loyalen Freund über, womit sie noch härter kämpft und sogar noch eine zusätzliche Kampffähigkeit erlernen kann.

Crew, das ist der Captain!

Mass Effect 2 Mass Effect 2 Natürlich geht es in Mass Effect 2 nicht nur darum, die Crew kennenzulernen, sondern auch den eigenen Charakter zu formen. Wie im Vorfeld schon bekannt gegeben wurde, kann man etwa den Spielstand aus dem ersten Mass Effect importieren, und somit Aussehen und Entscheidungen seines alten Alter Ego weiter nutzen. Aber auch mit einem Import-Shepard startet man in ME2 bei Level 1 - Fähigkeiten und ähnliches werden nicht übernommen. Wer das richtige Shepard-Feeling genießen will, wird damit voll auf seine Kosten kommen, an vielen Stellen etwa sprechen NPCs dann ganz bewusst von den Handlungen, die man selbst im ersten Teil gespielt hat. Aber auch Neulinge oder solche, die sich einen Neuanfang für Shepard wünschen, gehen nicht leer aus. Mit dem äußerst mächtigen Charaktereditor lässt sich einfach und schnell ein Commander Shepard- egal ob männlich oder weiblich - nach eigenen Wünschen zusammenstellen. Veränderbar ist aber lediglich das Gesicht des Commanders, wäre sicherlich auch komisch, wenn ein übergewichtiger Zwerg das Universum gleich mehrfach zu retten gedenkt. Dafür ist der Face-Editor umso umfangreicher, in ganzen 33 unterschiedlichen Kategorien kann man sich hier austoben und Augenbrauen, Augenhöhe, -breite und sonstiges einstellen. Das Ergebnis ist faszinierend detailreich und kommt in den häufigen Ingame-Videosequenzen auch besonders gut zur Geltung. Dann hat man die Wahl zwischen den sechs Charakterklassen Engineer (Techniker), Adept (Experte), Infiltrator, Sentinal (Wächter), Vanguard (Wächter) und Soldier (Soldat), deren Unterschiede vor allem in den möglichen Fähigkeiten und Waffen liegen. Stattet man dann seinen Charakter noch mit einem historischen Background aus (man kann wählen zwischen "Raumfahrer, Kolonist oder von der Erde" und "Einziger überlebender, Skrupellos oder Kriegsheld") und schon geht es ab in eine Welt, die einen für lange tot erklärt hat.

Dunkler, besser, dynamischer?

Mass Effect 2 Mass Effect 2 Vom Setting her ist Mass Effect 2 von Anfang an das düsterere und schmutzige, viel erwachsener auch, als noch der Vorgänger, der aber natürlich auch schon alles andere als kindlich war. So geht es gleich zu Beginn der Kampagne etwa in den imposanten Afterlife Club, der sich auf der von Söldnern und allerhand zwielichtigen Gestalten kontrollierten Station Omega befindet. Stripperinnen, knutschende Pärchen bei Techno-Mucke und allerhand suspekte Personen halten sich dort auf, wo Shepard nach Hintergrundinformationen und Teammembern zu suchen gedenkt. Wie schon im ersten Teil entwickelt der Titel eine ganz besondere Tiefe dadurch, dass um einen herum die Welt immer tobt und viele NPCs zum Plausch bereit sind - ob die Informationen daraus hilfreich sind oder nicht sei dahingestellt. Leider wirken Städte, je weiter man voran kommt, immer lieb- und lebloser. Während zu Beginn etwa noch überall NPCs zum Reden bereitstehen, wird das später wirklich rar - das Hintergrundgefühl, man stecke wirklich in einer außerirdischen Welt, geht so verloren. Besonders cool sind aber dennoch die Nebenquests ausgefallen: Geht Shepard an die Afterlife-Bar und lässt sich vom vier-äugigen Barkeeper ein Getränk bringen, vergiftet ihn dieser, nur knapp entkommt unser Commander dem feigen Attentat. In einem Nebenquest sollen wir dann herausfinden, wer es da auf uns abgesehen hat oder warum genau man vergiftet wurde - eine Situation ganz alltäglich für ME2. Häufig sind solche Subquests versteckt, wie unser Barquest, aber fast immer werden sie der Geschichte förderlich sein und einen tiefer in die Geschichte eindringen lassen.

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