Das Actionspektakel im Weltall geht in seine zweite Runde und überzeugt erneut mit genialen Dialogen und 1A Spielmechanik.
Mass Effect 2
Die Frage, ob Mass Effect 2 nun wirklich besser ist, ist aber wirklich schwer zu beantworten. Auf der einen Seite, bietet der Titel erneut das vermutlich beste Dialog-System aller Zeiten, das andere text- und entscheidungsorientierte Games weit in den Schatten stellt. Auf der anderen Seite wurden jedoch Rollenspielelemente wie das typische Leveling und Fähigkeitenbalancing auf ein Minimum reduziert und verkommen da nur noch zu nettem Beiwerk - so fühlt sich ein Rollenspiel aber nicht an! Man legt ganz klar den Fokus auf die Entwicklung des "Charakters", was RPG-Hardlinern vielleicht missfallen könnte. Auch ist das Kampfsystem nun sehr viel dynamischer und schneller ausgefallen und verliert dadurch extrem an Taktik- und Strategievermögen. Es reicht einfach, sich hinter der nächstbesten Kiste weg zu ducken, nach ewig gleichem Muster erst Schilde, dann Panzerung und dann HP-Balken wegzuballern und dann zum nächsten Ziel vorzupreschen - hier wäre mehr Abwechslung wohl willkommen. Dem zugutehalten muss man aber, dass ME sich von den ewig gleichen Gegnertypen verabschiedet und nun Roboter, Kroganer, Menschen, Fahrzeuge und allerhand anderes Gefläuch zum Abschuss frei gibt.
Mass Effect 2
Vom Gameplay her ist Mass Effect 2 wieder zweigeteilt und spielt zum Einen auf der Normandy SR-2, einem verbesserten Nachbau der im Intro zerstörten Normandy, sowie auf Planeten. Das Schiff ist dabei in vier Etagen unterteilt, die man leider nur mit dem Lift (und damit einhergehenden Ladescreens) erreichen kann, unschön, wie wir finden, aber wohl notwendig. Dreh- und Angelpunkt ist natürlich die Weltraumkarte auf der Brücke, von der aus wir unser Schiff nun sogar in Echtzeit über die Sternenkarte lenken können. Das sieht vielleicht ein wenig kindisch aus, macht aber wirklich Spaß und erfordert planerisches Geschick. Will man etwa in ein benachbartes System fliegen, braucht man spezielle Ressourcen, die man vorher einkaufen sollte. Findet man nicht bewohnte Planeten, kann man diese scannen und in einer Art Minispiel rasterförmig abtasten. Ein Kurvendiagramm zeigt einem in Echtzeit an, wo welche Ressourcen liegen, die dann per Drohne abgeholt werden können. Das nervige Landen auf immerzu gleichaussehenden Planeten, um dann mit dem Fahrzeug Ressourcen zu suchen, entfällt dadurch und findet einen sehr coolen Nachfolger. Das heißt aber wiederum nicht, dass es in Mass Effect 2 immer direkt in den Kampf geht. Meist landet man zunächst auf einem freundlich gesinnten Planeten, sammelt dort Aufträge und begibt sich dann mit Shuttles in die zwielichtigen und rechtslosen Gebiete des Planeten, in denen dann die Post abgeht.
Dynamisches Kampfsystem, aber diese KI!?!
Mass Effect 2
Sobald man im Kampfmodus am Boden ist, gibt sich Mass Effect 2 sehr shooterlastig und wirkt extrem dynamisch und schnell. Zwar entfernt sich das Gameplay dadurch von der vom Genre festgelegten Maxime des eher Gemächlichen, ganz so flexibel, wie es scheint, läuft das Ganze aber auch nicht ab. Denn Feinde werden nicht per Random-Drop zufällig auf der Karte verteilt, sondern tauchen immer wieder an vorab festgelegten auf. Das wirkt zuweilen leider extrem kitschig, vor allem wenn die Gegner "urplötzlich" hinter Kisten auftauchen und hinter einem der Weg gerade abgeschnitten wurde. Auch wurden Kampf- und Ruhephasen sehr wohl unterteilt, das der Anschein entsteht, man würde sich von Runde zu Runde weiterkämpfen. Sieht man mal von diesem arg aufgesetzten System ab, bietet sich einem in der Tat ein starker 3rd-Person Shooter aus der Schulterperspektive mit klugem Deckungssystem.
