Auch auf der PS3 können wir nun weitläufigere Level und eine dichte Athmosphäre bei viel zu kurzer Spielzeit erleben.
...oder doch?
Medal of Honor: Airborne
"Airborne" kann gegenüber den "Medal of Honor"-Vorgängern und seinem Quasi-Bruder "Call of Duty" mit zwei Neuerungen aufwarten. Als Fallschirmjäger ist es dem Spieler nun erstmals möglich, den Landepunkt und damit den Missionseinstieg selbst zu bestimmen. Vor Einsatzbeginn weist uns der Chef im Besprechungsraum in Form einer kurzen Auftrags- und Lagebeschreibung anhand von Kartenmaterial in die jeweilige Situation ein. Ruhigere, d.h. gesicherte und weitgehend feindfreie Absprungszonen sind dabei mit grüner Farbe markiert (in der späteren Schlacht durch entsprechenden Rauch), während die anderen Abschnitte meist von deutschen oder italienischen Truppen kontrolliert werden. Natürlich ist es ratsam, zu Beginn der Mission per Fallschirm einen dieser gemütlicheren bzw. grünlich gekennzeichneten Sektoren anzusteuern. Dort ist es relativ sicher, wir werden also nicht sofort in Kampfhandlungen verwickelt, was insbesondere anfangs sehr vorteilhaft ist, da wir erst einige Sekunden nach dem Aufprall auf der Erde voll einsatzfähig sind. Immerhin muss sich ein Fallschirmjäger - anders als der gewöhnliche Infanterist - erst mal von seinem ganzen Gurtzeug befreien und für einen kleinen Augenblick innerlich sammeln. Dies erfordert etwas Zeit. Und es wäre ärgerlich, wenn wir uns in einem so hilflosen Zustand sofort nach der Landung gleich inmitten eines ganzen Trupps von Wehrmachtssoldaten oder hektisch fluchender bzw. - schlimmer noch - schießender Italiener wiederfinden müssten. An den gesicherten Abschnitten lagern außerdem Munitions- und Medikamenten-Vorräte. Für jedes Landemanöver gibt es übrigens eine Wertung (verpatzt, brauchbar, perfekt). Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des Helden hat das jedoch nicht. Die Knochen bleiben grundsätzlich heil.
Den Sprung live erleben
Medal of Honor: Airborne
MoH:Airborne wird unter dem Motto "Helden springen, Feinde fallen" vertrieben, schaltet man jedoch die SIXAXIS-Steuerung ein, erlebt man dies eben andersrum. Was anfangs recht interessant klingt und auch durchaus ein lustiges Feature hätte werden können entpuppt sich als total sinnlose Steueroption, die dazu auch noch nicht so funktioniert, wie man es sich wünscht. Im Prinzip sollte man den Controller in die Richtung schwenken, in die man im Fallschirmflug segeln möchte, durchgeführt werden aber meist nur halbe Bewegungsabläufe die mitten in einer Kurve plötzlich die entgegengesetzte Richtung ansteuern oder partout gar nicht reagieren. Gezielt in den markierten Landezonen aufzusetzen erweist sich so, falls man nicht die normale Steuerung aktiviert hat, als fast unmöglich. Ansonsten gibt es an der Steuerung wenig zu beanstanden, das Zielen per Stick will gelernt sein, geht nach ein paar Schüssen aber leicht von der Hand. Ebenso sind die restlichen Buttons und Aktionstasten recht intuitiv belegt und gehen nach ein paar Minuten Weltkriegsballerei in Mark und Bein über.
Schlachtfelder für Alle!
Medal of Honor: Airborne
Neben der Solokampagne bietet der neue Medal of Honor Teil aber auch einen Multiplayerpart, welcher wiederum mehrere Modi beherbergt. Beispielsweise kann man sich aus seinem Flieger stürzen um am Boden liegende Flaggenpunkte einzunehmen. Der Gegner muss diese zuerst einnehmen und verteidigen, das Team dass zuerst alle drei Flaggenpunkte einnimmt und halten kann gewinnt das Match. Weiterhin gibt es zwei Arten des Team-Deathmatches, ein Boden-Deathmatch sowie ein "Airborne-Deathmatch", bei dem Alliierte aus dem Flugzeug abspringen und so ins Spiel starten. Der Onlinemodus macht zwar Spaß, ist aber mit 6 Karten relativ klein geraten, weiterhin kann mit nur mit maximal 8 Leuten auf einmal spielen. Dies schmälert den Spielspaß schon bald, denn nach ein paar Runden kennt man eigentlich alle Karten sowie die passenden Verstecke und Punkte, an denen man in Deckung gehen kann beziehungsweise an denen Feinde Deckung suchen. Weiterer Kritikpunkt den Onlinemodus betreffend sind extrem lange Wartezeiten bis man sich in ein Spiel einloggen kann. Erst werden wir "gepoolt", was nichts anderes ist, als uns in einer Lobby zusammenzufassen, dann werden "Spieler gesammelt" was uns wohl sagen möchte, dass die Spieler, die vorher "gepoolt" wurden, nun zum spielen bereit sind. Da dies ohne jegliche Lobbyfunktion geschieht und auch sonst nicht mit Video oder Fortschrittsbalken unterlegt ist, weiß man als Spieler nie, ob man denn nun überhaupt Spieler findet, welche Karte man betritt und gegen wen man spielt, außerdem kommt einem dadurch die Wartezeit um einiges länger vor, als sie tatsächlich ist. Nachdem man letztendlich doch in ein Ranglistenspiel kommt, werden alle Erfolge darin gespeichert, sodass man sich mit anderen Spielern weltweit auf den Leaderboards vergleichen kann. Dort wird unter anderem Statistik über die Teamfähigkeit, den Rang, die Match- und Einsatzpunkte sowie über die besiegten Gegner und die eigenen Verluste geführt.
