Medal of Honor: Warfighter im Test: Grafik, Multiplayer und Fazit

Test Sandro Odak

"Mann, diesmal machen wir's richtig. Und wenn es das letzte ist, was wir tun, wir machen's richtig!" Solche markigen Macho-Soldatensprüche gibt man sich in Medal of Honor: Warfighter ständig. Was Danger Close erreichen will ist klar: Call of Duty vom Shooter-Thron stoßen. Aber nur weil man die Frostbite Engine vor den Karren spannt, ist das noch kein Garant für ein gelungenes Spiel.

Tolles Lichtsetting, aber mehr nicht

Das Lichtsetting ist das einzige, was uns an Medal of Honor gefällt. Quelle: Videogameszone.de Das Lichtsetting ist das einzige, was uns an Medal of Honor gefällt. Wer wie wir von Geschichte und Gameplay eh nicht so viel erwartet, aber wenigstens ein wenig Hoffnung in die Frostbite Engine gesetzt hat, wird enttäuscht. Die Levels kommen nicht an die Grafikqualität von Battlefield 3 ran, zu matschig sind selbst die HD-Texturen auf Xbox 360 und PS3. Auch das Effektfeuerwerk der Engine kommt nicht zur Geltung. Es wirkt, als würden Explosionen und aufgewirbelter Staub bei Feuergefechten nur über die eigentlichen Texturen rübergemalt worden sein. Einfluss auf die Umgebung gibt es selten und manchmal sieht man sogar, dass zwischen Explosion und Wand noch ein Spalt frei bleibt. Ebenso schweben unsere Kameraden gerne mal auf Trümmern durch die Luft. Abgerundet wird das Failfeuerwerk durch viele Clippingfehler, selbst in den gerenderten Zwischensequenzen, ab und an ein Ruckeln im Bild und Gegner, die anscheinend durch Wände schießen können. Auch sonst sind anscheinend nicht alle Wände bündig verbaut worden: Immer wieder scheint an den Ecken ein weißer Lichtstrahl der indirekten Levelbeleuchtung durch eigentlich festes Mauerwerk.

Abgesehen davon ist das Lichtsetting der einzige positive Punkt. Taschenlampen blenden einen realistisch und die Missionen im Dunkeln versprühen einen morbiden Charme. Es sind die seltenen Momente, in denen Medal of Honor wenigstens im Ansatz Spaß macht. Regelrecht begeistert sind wir von Momenten, in denen Feinde uns mit Flutlichtscheinwerfern kurz außer Gefecht setzen, weil unser Team noch Nachtsichtgeräte auf hat – wow, dabei hat man sich wirklich Mühe gegeben!

Ganz akzeptabler Mehrspieler

Der Multiplayer ist einer der wenigen Teile des Spiels, der Spaß macht. Quelle: Videogameszone.de Der Multiplayer ist einer der wenigen Teile des Spiels, der Spaß macht. Schon der erste Teil der neuen Medal-of-Honor-Reihe zeichnete sich durch einen uninspirierten und ziemlich schlechten Singleplayer-Modus und ganz akzeptables Multiplayer-Spiel aus. In Warfighter verändert sich das nicht zu sehr, wobei es durchaus große Änderungen gibt. So stammt heuer das komplette Spiel von Danger Close – im ersten Teil ließ man die Battlefield-Entwickler DICE machen. Weil sich die US-Armee im vergangenen Jahr darüber beschwert hat, dass Taliban Amerikaner töten können, kämpft man nun nicht mehr für zwei Fraktionen, sondern in Teams. Der Clou: Es wird behauptet, befreundete Nationen treten in einem Supersoldaten-Wettkampf gegeneinander an. Eine alberne Kniefall-Konstruktion, denn die Einheiten ballern trotzdem mit scharfer Munition und explosiven Raketen und Granaten.

Wenn man darüber hinwegsieht, immerhin hat es keinen Einfluss auf das Gameplay, zeigt sich ein recht kurzweiliger Mehrspielerspaß. Zwei Teams treten gegeneinander in verschiedenen, zum Teil ganz spaßigen Spielmodi an. Jeder Spieler bildet mit einem weiteren Partner (entweder zufällig oder aus der Party) zu einem Fireteam verbunden. Extrapunkte kann man sammeln, wenn man zusammen arbeitet. Bei der Ausrüstungswahl gibt es enorm viel Freiheit. Nachdem man zu Beginn eine Heimat-Nation ausgewählt hat – wir entscheiden uns für das deutsche KSK – muss man einzelne Waffen und Soldaten verschiedener Länder freischalten. Dies geschieht in jeder Spielerklasse getrennt voneinander.

Meinung

Wertung zu Medal of Honor: Warfighter (X360)

Wertung:

6.3 /10
Pro & Contra
tolles Lichtsetting, einige geniale Blendeffektezwei coole Rennmissionenrealistische Waffengeräuscheein ganz akzeptabler Mehrspieler-Modus
Geschichte plump und verhersehbarZwischensequenzen sind lieblos und machen keine wirkliche Lust auf die StoryCharaktere überdeutlich gezeichnetSchlauchlevelsewig spawnende Gegner, wie in Call of Dutyman hat alles schon gesehen – und zwar schon in besser/schöner/packenderClippingMitstreiter stellen sich dumm anvon vorne bis hinten ist fast jede Minute geskriptetGrafik enttäuscht, obwohl Frostbite 2 an Bord istam Ende hat es in keiner Minute gefesselt
  1. Seite 1 Medal of Honor: Warfighter im Test: Der verkorkste Singleplayer
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