Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots im Gamezone-Test

Test Gonzo09

Kojima hat seinen Fans, mehr aber noch seinem großen Helden Snake würdig die Ehre erwiesen, und das mit fliegenden Fahnen.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Aber wie Ihr spielt und welche Möglichkeiten Ihr nutzt liegt ganz bei Euch. Der elegante Weg zeigt natürlich immer noch, warum jeder der seltenen und sehr kurzen Ladescreens Euch das Logo mit dem Zusatz "Tactical Espionage Action" präsentiert. Der Kunst von Metal Gear ohne gesehen zu werden, ohne einen Alarm auszulösen, als ein Schatten in den Gassen von Punkt zu Punkt zu huschen, jede Deckung zu nutzen und mit der Umgebung zu verschmelzen wird hier ausgiebiger und kompetenter als je zuvor gehuldigt.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Euer wichtigstes Werkzeug dafür ist die OctoCamo, ein von Eurem Freund Otacon speziell gefertigter Anzug mit wahrlich chamäleonhaften Fähigkeiten. Bleibt einfach kurz stehen, drückt Euch an die Wand oder werft Euch auf den Boden und der Anzug wird die Färbung und Musterung des Untergrunds annehmen. Nicht ganz perfekt und je nach Lichtverhältnissen immer noch durchschaubar, aber gut genug, um Euch das Überqueren eines sonst offenen Areal überhaupt erst zu ermöglichen. Und das Beste: Ihr müsst nicht mal viel dafür tun, nur kurz warten. Das mag manchen schon fast zu einfach sein.

Das gilt für die ganze Steuerung: Es wurde endlich mal richtig aufgeräumt. Alte Metal Gear Solids verlangten für ihre zahlreichen Moves und Fertigkeiten immer mehr Tastenkunst, hier wurde stark vereinfacht, ohne dass die Komplexität dabei zurückstecken musste. Ihr drückt Euch intuitiv in Ecken, zieht Wachen lautlos aus dem Gefecht und kommt ohne aufwändige und ermüdende Lernstunden mit allen Künsten Snakes klar. Ein Traum

Neu ist auch das Bedrohen eines Feindes. Snake springt vor, ruft mit gezückter Waffe "Freeze!" und der Gegner tut dies auch. Jetzt schnappt Ihr ihn und zieht ihn in eine ruhige Ecke, wo er Eurer Gnade ausgeliefert ist. Aber auch passivere Techniken wie das Verstecken in einem Fass oder dreckige Tricks, wie das liegen gelassene und die Feinde ablenkende Playboyheft helfen Euch lautlos und ungesehen überall vorbeizukommen.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Ihr könnt aber auch den Weg der Waffe wählen. Niemals zuvor war es bei Metal Gear so einfach Shooter-artig durch den Level zu marodieren und einen leichengepflasterten Pfad zurückzulassen. Die Perspektive schwenkt hinter Snakes Schulter, ein Fadenkreuz erscheint und Ähnlichkeiten mit Resident Evil 4 sind ab diesem Punkt bestimmt rein zufällig. Und auf den ersten drei Schwierigkeitsgraden werdet Ihr auf diese Weise, der des schießwütigen Soldaten, schneller und leichter vorankommen. Ohne große Überlegungen, wo Ihr in Deckung seid oder gar gar nicht gesehen werdet. Ein paar normal ausgeprägte Shooterinstinkte bringen Euch weiter als je zuvor in einem Metal Gear. Und es macht einen Heidenspaß.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Nicht zuletzt deshalb weil in den meisten der fünf Missionen stets was los ist. Auf den Kriegsfeldern des nahen Ostens und Südamerikas kämpfen Rebellen gegen Regierungen, Private Truppen gegen andere Söldner, Oft seid Ihr mitten in einem Konflikt mehrerer Parteien. Im Prinzip geht Euch das nicht so viel an, kann aber hilfreich sein, wenn Ihr das Wohlwollen einer Seite habt. Eine Rebellenrobe verschafft Euch schon mal deren Sympathien auf dem Feld und Ihr müsst Euch schon mal nicht mehr vor jedem in Acht nehmen.

Ihr schreitet viel mutiger und schneller voran als bei den Vorgängern. Trotzdem gibt es immer Feinde, vor denen Ihr mehr genug Respekt haben werdet. Besonders der Anblick der unheimlichen, auf Ihren seltsamen organischen Beinen stolzierenden Geckos wird reichen, um auch den tapfersten Schützen Zuflucht suchen zu lassen. So wie Ihr es manchmal gerne bei den komplett wahnsinnigen Endgegnern tun würdet.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Die alten Fox Hounds mag es so nur noch bedingt geben, dass hindert aber nicht daran Charaktere wie Ocelot, Raven oder Octopus in neuer Form auferstehen zu lassen, jeder moderner, verrückter und mit einer erstaunlich tiefen Hintergrundgeschichte. Und natürlich jeder Menge Tricks Euch das Leben in den Bosskämpfen niemals langweilig werden lassen. Und das Beste: Ihr müsst sie nicht töten. Ihr müsst theoretisch niemanden töten. Auch diese Freiheit lässt Euch Kojima.

Jeder hat in Metal Gear Solid 4 einen Wert für seine psychische Stabilität. Auch Snake selbst, der seinen Psyche-Wert stets im Auge behalten muss. wenn seine Zielgenauigkeit nicht zu sehr leiden soll. Ihr könnt diesen Wert bei Gegnern einfach so lange mittels Betäubungswaffen senken, bis auch der härteste Endboss friedlich schlummert. Natürlich erst nachdem Ihr seine Rüstung auf konventionelle Weise weggeballert habt.

Damit Ihr niemals knapp an Waffen und Munition dasteht, gibt es für Euch zwei Hilfen. Die erste ist der als Verbindung zu Otacon fungierende Metal Gear MK2, ein winziger, an einen freundlichen Mini-Rex erinnernder Roboter, der euch perfekt getarnt unauffällig folgt. So unauffällig, dass er im Spiel nie zu sehen ist. Er versorgt Euch mit Kommunikation und Karte und einem Kontakt zu Drebbin, den global allgegenwärtigen Waffenhändler.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Drebbin ist überall und vor allem jederzeit erreichbar und das werdet Ihr schätzen. In der der allkontrollierten Zukunft sind sämtliche Waffen mit ID-Chips versehen, so dass Ihr ein gefundenes Gewehr nicht sofort nutzen könnt. Gegen eine Geldsumme schaltet Drebbin es frei und damit Ihr überhaupt bezahlen könnt nimmt er alle Waffen, die schon in Eurem Arsenal sind in Zahlung. Lediglich die begehrten Heilmittel hat er nicht Angebot. Dafür aber jede Menge Modifikationen für Eure Lieblingswaffen, angefangen vom sich fast real abnutzenden Schalldämpfer über aufgeschraubte Lampen bis hin zu Lasersicht und Granatwerfern hat Drebbin alles im Angebot. Lediglich die Erklärung, dass Euch all das ständig durch den winzigen MK2 geliefert wird, erscheint seltsam, aber na gut.

Kommen wir zur für PS3-Besitzer nicht unwichtigen Frage, ob Metal Gear Solid 4 ein echter Showcase für Ihre Konsole wurde. Und diese Frage lässt sich leicht beantworten: Ja, absolut. Vielleicht kann Kojima die PS3 nicht leiden oder kommt nicht so gut mit ihr zu recht - zumindest gab er in den letzten Jahren solche Kommentare ab - aber merken werdet Ihr davon nichts. Absolut flüssig und mit erstaunlichen Details, vielen Feinheiten, schönem Licht- und Schattenspiel wurde es alles was Ihr von einem moderneren High-End-Titel erwarten dürft.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Es ist nicht die Grafik zu enden alle anderen, dafür sehen Spiele wie Uncharted und Co. auch schon zu gut aus, trotzdem läuft Snakes Abenteuer auf Augenhöhe mit dem Besten was es für die PS3 zu kaufen gibt. Der Abwechslungsreichtum der Lokalitäten unterstreicht dies, unter optischer Langeweile werdet Ihr sicher nie leiden. Und das ohne nennenswerte Ladezeiten. Zumindest wenn Ihr die fünf Minuten Installation vor jeder der fünf Episoden abzieht. Ein kleiner Preis dafür, dass Ihr anschließend nur noch wenige Sekunden bei einem Wechsel der recht großen Lokalitäten warten müsst.

Soundtechnisch verstehen die Konami - Jungs Ihr Handwerk. Es rumpelt, es donnert und gelobt sei Dolby Digital. Dazu noch ein perfekter Cast aus Sprechern und der Soundtrack des Hollywood-Routiniers Harry Gregson Williams runden eine Kulisse ab, die sich frisch und lebendig aus den Boxen in Euer Wohnzimmer ergießt und Euch selbst während nicht ganz so spannender Sequenzen in das Geschehen eintauchen lässt.

Bleibt noch ein Blick auf den Multiplayerpart. Metal Gear Online revolutioniert eigentlich nur wenig im Shootergenre. Es wartet nicht mit epischen Handlungssträngen auf. Es macht eigentlich das meiste wie andere Games auch und trotzdem hat es ein gewisses etwas, dem man sich nicht so leicht entziehen kann. Und damit meine ich nicht den initialen Terror von Registrierung, Installation und Update.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Schon bei der Beta-Version hätte Konami merken können, dass die Konami-ID Seite nicht unbedingt einen Meilenstein des Webdesigns darstellt. Trotzdem müsst Ihr Euch auch jetzt dort noch umständlich eine ID und ein Passwort erstellen. Danach wird mal wieder was installiert und schließlich geupdatet. Jetzt gilt es noch einen Charakter zu erschaffen, ihm einen Namen zu geben, ein wenig zu personalisieren und vier aus 16 Fertigkeiten auszuwählen. Euch stehen beispielsweise die bessere Beherrschung bestimmter Waffen, hohes Lauftempo, Sprungfertigkeiten und Ähnliches zur Verfügung.

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