Metro 2033 im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Metro 2033 ist packend inszeniert und kann vor allem in seinen diffusen U-Bahnleveln überzeugen, die eine ungeahnt düstere Atmosphäre vermitteln.

Die Anziehungskraft von düsteren U-Bahntunnels, sie entzieht sich irgendwie jedweder logischen Erklärung. Diese schlecht ausgeleuchteten, zugigen und komische Geräusche von sich gebenden Gebilde der modernen Gesellschaft haben eine ganz eigene, deprimierende Wirkung, ist man mal zur Gänze in ihnen eingetaucht. Vor allem da, wo es kein Licht am Ende des Tunnels gibt, spielt die Phantasie dem Menschen in solchen Situationen oft einen Streich und lässt einen Dinge sehen und hören, die nicht da sind. In Metro 2033 sind da aber Dinge im Tunnel. Fiese kleine Monster nämlich, verstrahlte Mutanten und allerhand andere Horror-Viecher!

Fürchte die Zukunft

Metro 2033 Metro 2033 Das Erstlingswerk der 4A Games Studios aus Kiew, deren Team von jungen Spielemachern sich aus so manch einem Ex-S.T.A.L.K.E.R.-Macher zusammensetzt, spielt, oh Wunder bei dem Titel, im nicht all zu fernen Jahr 2033. Statt Weltfrieden und Kekse für alle ist es in deren Zeitlinie aber wohl nicht ganz so ruhig zugegangen. 2013 wird die Welt erschüttert von einer grausamen Tat: Fast die komplette Menschheit wird in einem Atomschlag ausgelöscht, die Welt als solches unbewohnbar und die Atmosphäre giftig. Nur eine handvoll Überlebende gibt es, die sich an scheinbar sichere Orte wie dem Moskauer U-Bahn-Untergrund haben retten können - der übrigens, wie so viele U-Bahnsysteme weltweit, zur Zeit des Kalten Krieges wirklich auch zu Atombunkern umgebaut wurde. Viel schlimmer aber: Neben den Überlebenden Menschen gibt es auch noch andere Kreaturen, die sich an die giftige Atmosphäre gewöhnt haben: Mutanten und allerhand verstrahltes Monstermaterial, das uns und den anderen Tunnel-Menschen ans Leder will.

Metro 2033 Metro 2033 Unser Protagonist Artyom ist ein 20-Jähriger Überlebender, der in seinem Leben noch nicht das Licht der Welt erblicken konnte, sondern seit jeher nur die deprimierende Enge und Düsternis dunkler U-Bahnstationen kennt. Im ersten Level, gleichzeitig auch dem Tutorial, das uns die sehr genretypische Steuerung nahe bringt, erleben wir Artyoms Heimatstation, in der er aufwuchs. Von den Prachtbauten früherer Zeiten ist nur noch wenig übrig, viel eher leben die wenigen Glücklichen hier in ziemlich beengten Behausungen, die Rettung und Gefängnis gleichermaßen sind. Denn einfach ausbrechen kann man nicht, außerhalb der mit Waffengewalt verteidigten Grenzen der U-Bahnstation mit seinen verwinkelten Gängen und Schächten, beginnt das atomare Niemandsland. Mutanten und Monster dringen wegen des unaufhaltsamen Verfalls immer weiter von der Oberfläche in die tief gelegenen Netzwerke ein, und machen so selbst eine Reise von der einen Station zur Nächsten zur unkalkulierbaren Gefahr.

Der lange Weg

Metro 2033 Metro 2033 Leider muss sich unser Held schon sehr früh auf den Weg machen, da uns unser Kollege Hunter von einem beunruhigenden Fund berichtet: Auf seinen Touren durch die Tunnel hat er mit den mysteriösen "Schwarzen" Bekanntschaft machen dürfen, einer noch weiterentwickelten Spezies von Mutanten, die vielleicht sogar die Menschheit komplett dahinraffen könnte. Der "Homo Novus" (etwa: neuer Mensch), sozusagen die Weiterentwicklung des Homo Sapiens, sagt Hunter, hat übermenschliche Kräfte und sei um einiges gefährlicher, als der "normale Tunnelmist". Er will deswegen persönlich ausziehen, um weitere Informationen über die neue Bedrohung zu sammeln. Sollte er aber nicht mehr wiederkommen, müssen wir nach Polis, der zentralen Hauptansiedlung der Moskauer Überlebenden, um den Verantwortlichen alles über die "Schwarzen" zu berichten. Da der Kollege wenig überraschend nicht wieder kommt, muss man sich als Spieler in die düsteren Winkel der U-Bahn aufmachen.

Metro 2033 Metro 2033 Neben den Mutanten (die eigentlich nur Kanonenfutter sind), den Schwarzen und allerhand Fallen, lauern auch Menschen in den schlecht ausgeleuchteten Gängen und Passagen. So eine Tragödie würde die Menschheit einen, könnte man meinen, stattdessen aber splitten sich die Glücklichen weiter in Fraktionen auf - von Kommunisten über Faschisten bis hin zu komplett gesetzlosen Banditen, die einfach alles und jeden ausnehmen wollen, der ihnen über den Weg läuft. Während das mutierte Zeugs dumm wie Brot ist und nur stur auf uns zu rennt, ist der Kampf gegen die überlebenden Menschen weitaus anspruchsvoller, da sie uns gerne flankieren, in Deckung gehen und äußerst zielsicher sind. Zu oft setzt aber auch hier die KI aus. Dennoch zeigen sich die Kämpfe taktisch, da man klug aus der Dunkelheit agiert, beispielsweise den Generator abstellt und von hinten angreift. Obwohl Metro 2033 grundsätzlich streng linear verläuft, sind die Level so aufgebaut, dass man oft mehrere Möglichkeiten zum Angriff hat, zumindest wenn man gegen Menschen kämpft. Bei den Mutantenangriffen ist pures Ballern gefragt. Oft sind diese Stellen unfair und unübersichtlich, was zu einem unangenehm schwankenden Schwierigkeitsgrad führt.

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