Klassisch und dennoch neu, 2D und dennoch dritte Dimension … Other M spielt sich anders, aber auch gut?
Das Urgestein Big N hat in seinen Anfangsjahren so einige Kronjuwelen zu Tage gefördert, die auch heute noch für Begeisterungstürme und Furore sorgen. Sei es Nintendos Superstar Mario himself, welcher zum zweiten Mal die Galaxien auf der Wii unsicher macht oder der spitzohrig Link, welcher mitsamt Schild und Schwert das Herz eines jeden Abenteurers erobert. Auch die hübsche Samus Aran fasziniert nunmehr seit dem Jahr 1986 und dürfte annähernd genauso beliebt sein. Nintendo greift auf glorreiche Zeiten zurück und versuchte zusammen mit Team Ninja (bekannt durch die Ninja Gaiden Reihe) an den Erfolgen des wohl besten Metroid Ablegers der Geschichte anzuknüpfen: "Metroid: Other M" orientiert sich eindeutig an "Super Metroid" und führt dessen Story fort - will aber dennoch so anders sein!
Metroid: Other M
Die Erwartungen sind natürlich hoch, vor allem nach dem grandiosen Ende der Prime-Trilogie - ebenfalls für die Wii erhältlich. Der Entwicklerwechsel sorgt aber nicht nur für einen wohltuenden frischen Wind, Nintendo führte das Entwicklerteam zudem zu den Wurzen zurück. Dies schließt mitunter auch die umfangreiche Geschichte mit ein. Ihr startet nahezu genau dort, wo "Super Metroid" anno 1994 auf dem Super Nintendo endete, nämlich im epochalen Bosskampf, in dem Samus gegen Mother Brain, sozusagen die Übermutter der Weltraumpiraten, kämpft. Ein aussichtsloses Gefecht gegen eine Übermacht, welcher selbst die erfahrene und kampferprobte Kopfgeldjägerin nicht gewachsen ist. In einem ergreifenden Moment opfert sich das allerletzte Metroid Baby und rettete somit das Leben der blonden Maid - denn für das Neugeborene war Samus so etwas wie eine Mutterfigur.
Metroid: Other M
Wer seine Tränen nicht aufgrund dieser rührenden Szene, seinerzeit noch in nostalgisch schöner Pixelpracht, vergossen hat, erfährt in dem minutenlangen Prolog zu "Metroid: Other M" alles Wissenswerte, um den Sprung zurück in der Metroid-Timeline nachvollziehen zu können. Eine ausufernde Eingangssequenz? Diese auch noch in fast überschwänglicher Renderqualität und passender Sprachausgabe (leider nur in Englisch)? Was uns Prime andeute wird in Other M zur Realität und manch alter Hase wird seinen Ohren kaum trauen! Während auch heute noch die großen Stars wie Mario mit solch stumpfsinnigen Phrasen wie "Mamamia" oder Link mit simplen Ausrufen und Keuchen von sich hören lassen, beginnt Samus im Verlauf der Geschichte gar den einen oder anderen komplexen innere Monolog von sich zu geben! Nintendo wagt tatsächlich den unsicheren Schritt und gibt der Kopfgeldjägern eine Stimme - damit auch einen Charakter, mit welchem sich nicht jeder sofort identifizieren wird!
Wer ist Samus Aran?
Quelle: Nintendo
Metroid: Other M
Samus unterschied sich in den 80ern gänzlich von ihren Mitbewerberinnen. Prinzessin Peach japste geradezu jämmerlich um Rettung und auch Zelda verblasste gegenüber der knallharten Kopfgeldjägerin zu einem Püppchen! Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Gefühl, dass die Heldin der Metroid Serie eine standhaft Frau ist, die ohne mit der Wimper zu zucken ihren Plasmabeam sprechen lässt - bis natürlich die herzzerreißende Szene aus "Super Metroid" uns eines Besseren belehrt hat. Der Charakter Samus wird in "Metroid: Other M", zumindest unter den älteren Fans, nach der Begegnung mit Adam Malkovich eventuell in Frage gestellt. Ihren ehemaligen Mentor und kommandierenden Offizier bei der Galaktischen Föderation trifft sie zu Beginn des Spiels an Bord einer Raumstation, welche Samus (noch) als freie Kopfgeldjägerin aufgrund eines mysteriösen Notsignals aufsucht. Widerwillig, aber aufgrund der Erfahrung, nimmt Adam sie mit ins Team, welches nach Überlebenden suchen soll - doch so ganz koscher ist die Geschichte nicht und alsbald kommen einige Bedenken auf. Das alles präsentiert man in immer wieder aufkommenden Videosequenzen, deren Präsentation sich durchaus sehen lassen kann!
