Metroid: Zero Mission im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Samus Aran und ihr erstes Abenteuer auf dem Planeten Zebes. Auch als Remake in absoluter Topform.

Back to the roots

Samus Aran - Allein schon dieser Name vermag bei eingefleischten Zockern reinste Glücksgefühle hervorzurufen. Die Metroid-Serie und ihre Protagonistin sind aus unserer heutigen Spielewelt nicht mehr wegzudenken, war doch fast jedes Abenteuer mit der gut gepanzerten Blondine ein Meilenstein in der Videospielgeschichte. Retrogamer, aber auch Neueinsteiger die erst seit Metroid Prime dabei sind, können sich nun auf dem GBA zu den Anfängen der langen Erfolgsgeschichte entführen lassen. In Zero Mission erlebt ihr Samus' erstes Abenteuer auf dem Planeten Zebes in einem völligneuen Glanz, außerdem wurde das Spektakel mit gelungenen Extras garniert, welche selbst alte Fans der NES-Version begeistern werden.

Die formwandelnde Schönheit erlebt in Zero Mission ihren ersten Kontakt mit der hochgefährlichen Spezies der "Metroid" auf dem entlegenen Planeten Zebes. Nur leider ist die eigentliche Geschichte lange nicht so schön und packend wie bei "Metroid Fusion" erzählt, das Spiel bleibt in Sachen Story sehr dicht bei seiner 8-Bit Vorlage. Hier lässt Zero Mission viel Federn was Atmosphäre und Stimmung anbelangt, denn irgendwie kommt man sich hier ziemlich alleine vor und der zwielichtige Computer, der Samus noch in "Metroid Fusion" begleitete, geht einem auch irgendwie ab. An ganz wenigen Stellen werden zwar schöne Artworks bildschirmfüllend dargestellt, aber die Texte, bei denen es einem im Vorgänger kalt den rücken herunter gelaufen ist, fehlen - leider.

Neben neuen Features und einer völlig neuen Grafik ist jedoch das klassische Metroid Gameplay immer noch erhalten geblieben. Es ist zwar nicht mehr ganz neu und neben Metroid profitiert vor allem die Castlevania-Serie schon seit langem davon, aber es funktioniert und fesselt trotzdem noch wie am ersten Tag. Die Suche nach neuen Upgrades, das Erforschen der riesigen Karte, die zahlreichen verstecken Items und Geheimnisse, die gelungen inszenierten Endgegner, das ständige Erweitern der spielerischen Möglichkeiten und eine perfekte Steuerung - all das bietet Metroid auch in diesem Abenteuer und somit auch heute noch einen spielerischen Hochgenuss. Unfaire Stellen: Fehlanzeige. Genau wie lästige Momente, bei denen man nicht weiß wie es denn nun weiter geht. Zero Mission hat die schmucke Karte des Vorgängers spendiert bekommen und viele hilfreiche Statuen weisen euch auf den nächsten, wichtigen Punkt im Spielablauf hin. Beim Spielen dieses Remakes fragt man sich deshalb unweigerlich, wie es damals die NES-Pioniere überhaupt geschafft haben, diesen Brocken ohne Automap und ohne Speicherfunktion durchzuspielen.

Selbstverständlich hat Samus auch in diesem Abenteuer die für die Serie typischen Waffen im Gepäck: Der Morph-Ball, mit dem sie an vorher unerreichbare Stellen gelangen kann, der Ice-Beam zum Einfrieren der Gegner, verschiedene Anzüge für lebensfeindliche Umgebungen und natürlich die obligatorischen Raketen und Bomben. Böse Zungen könnten nun behaupten, dass sich das eigentliche Gameplay nur marginal vom Vorgänger unterscheidet, was ja eigentlich auch richtig ist. Allerdings liegt dies ganz klar an dem Umstand, dass es sich hier um ein Remake es ersten Teils handelt, welcher ja die spielerischen Elemente schon größtenteils für die ganze Serie vorgegeben hat. Trotzdem haben die Entwickler auf alles geachtet, was ein zünftiges Remake ausmacht: Die Grafik würde generalüberholt und das eigentliche Spielprinzip um viele neue Features und Waffen erweitert. Viele der entscheidenden Szenen wurden gekonnt aus dem Original übernommen - nur eben besser, schöner und spielerisch ausgereifter.

Dank der Erweiterung um aktuelle Gameplay-Standards, ist Zero Mission allerdings auch um einiges einfacher als das Original und somit auch äußerst flott durchgespielt. Bereits nach ca. 4 Stunden wird man mit einem von acht verschiedenen Enden und diversen Bonusmaterial vertröstet. Echte Fans werden allerdings gefallen daran finden, dass nach dem erstmaligen Durchspielen das 8-Bit Original freigeschaltet wird und außerdem ein Time-Attack-Modus anwählbar wird. Die Entwickler haben zwar versucht, durch diese Bonus-Features den Wiederspielwert zu erhöhen, es wird aber trotzdem nur ganz wenige geben, die diesen Titel mehrere Male durchspielen werden - dafür wird einfach nicht genug Abwechslung geboten.

Die Grafik ist, wie auch schon bei "Metroid Fusion", absolut herausragend und übertrifft an vielen Stellen auch locker die Version für das SNES. Die abwechslungsreichen Hintergründe sind oft stimmungsvoll animiert, Samus und ihre Gegner sind ein echter Augenschmus und besonders die monströsen Endgegner haben so manche Überraschung auf Lager. Noch viel besser als die Grafik ist der Sound: Sehr stimmungsvolle Themen untermalen das Spiel, die gesamte Atmosphäre wird nahezu vollständig vom Sound aufgebaut. Kenner der Vorgänger werden viele Stücke wieder erkennen und sich an die guten alten 16-Bit Zeiten zurückerinnern. Die einzige Konkurrenz in Sachen Sound kommt aus der eigenen Serie, denn höchstens noch das bereits erschienene GBA-Abenteuer kann es mit dieser hervorragenden Soundkulisse aufnehmen.

Meinung

Wertung zu Metroid: Zero Mission (GBA)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
geniales und süchtigmachendes GameplaySound und Grafik auf höchstem Niveauhervorragendes Remake eines KlassikersSleep-Mode
leider sehr schnell durchgespieltnicht so atmosphärisch wie der GBA-Vorgänger
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