Die Wii-Version wirkt fast wie ein Tanzspiel für Einarmige. Umso gespannter sind wir auf die Version für Kinect.
Don't stop till you get enough
Michael Jackson The Experience
Seid ihr aufgewärmt und steht der Song fest, zu dem ihr wie bzw. mit Michael Jackson tanzen wollt, heißt es "Augen geradeaus und Wii-Mote" im Anschlag. Auf dem Bildschirm bekommt ihr neben einem weniger gut erkennbaren Michael Jackson (er soll es zwar sein, aber das ist sprichwörtlich mehr "Schein als Sein") geboten, dazu serviert werden verschiedene Hintergründe, allerdings nur entfernt angelehnt an seine Videos, ebenfalls die Backgroundtänzer sowie die auszuführenden Schritte. Selbige werden auch als Symbol am Rand des TV-Bildschirms gezeigt und dies müsst ihr natürlich nachmachen. Die gezeigten Posen, Schritte und Bewegungen laufen von unten nach oben und es gilt für euch diese im richtigen Moment umzusetzen. Kommt keine Anzeige, führt ihr die gleiche Aktion wieder und wieder aus, bis eben eine neue Anzeige auftaucht. Für jede ausgeführte Pose, für jeden ausgeführten Schritt, usw. gibt es Punkte in unterschiedlichen Höhen. Ziel sollte für euch natürlich sein, dass ihr die jeweiligen Aktionen schlicht 'perfekt' ausführt. Euer Schaden soll der Versuch top abzuschneiden nicht sein, da auf diese Weise neue Videos, Bereiche und Aktionen freigeschalten werden. Ergänzend wartet eine Highscore-Liste (Off- wie Online, je nachdem wie ihr spielt), in der ihr euch verewigen könnt.
Manchmal Un-"Wii"-Mote-willige Steuerung
Spätestens jetzt werden sich einige unter euch fragen: Wie in drei Teufels Namen will eine simple Wii-Mote einen komplexen Michael Jackson Tanzmove erfassen? Und was sollen wir sagen? Tja, einmal, dass es eine überaus berechtigte Frage ist, die aber zum anderen sehr leicht zu beantworten ist, nämlich mit den Worten "gar nicht"! Es gibt zwar Bewegungen, die werden durchaus von der Wii-Mote erkannt, und zwar alle, die mit der rechten - wahlweise linken Hand - (je nach Händigkeit eben) wahr genommen und somit auch gezählt werden. Eure Bemühungen aktiv Beine und den jeweils unbemoteten Arm in die Choreografie einzubringen, ist mehr good will als eigentlich gefordert. Einseitig besehen funktioniert die Wii-Mote soweit recht gut und es gab wenig bis keine Situationen, in denen uns die Steuerung wirklich Nerven gekostet hätte. Und diese - wenn auch sehr links- bzw. rechtslastigen Bewegungen müssen auch korrekt ausgeführt werden, denn sonst gibt es - z.B. bei lustlosem rum Gefuchtel - maximal einen von gesamt fünf möglichen Sterne-Punkten. Und die fünf vollen Glanzkörper sollten es dann schon sein - immerhin stoßen diese u.a. auch die Tür zu neuen Videos auf.
Dennoch ist uns sauer aufgestoßen, dass der Rest (Beine, der jeweils ungenutzte Arm) der z.T. verdammt coolen Moves für die Tonne sind, denn gemacht werden müssten sie de Facto nicht - um final, wie eben beschrieben, eine gute Punktzahl zu erhaschen. Das macht bei genauerer Betrachtung einfach keinen Sinn und schmälert damit objektiv besehen nicht nur den Spielspaß, sondern beraubt sich auch selbst einem eigentlich wichtigen bzw. wenn nicht gar dem wichtigsten Aspekt, nämlich dem Tanzen! Angesichts der Tatsache, dass wohl viele Fans und Anhänger Michael Jacksons zum Spiel greifen werden, dürfte außer Frage stehen, dass selbige auch bemüht sind, die Schritte korrekt - mit oder ohne Erfassung - auszuführen. Wer allerdings eher auf ein Party-Spiel aus, was es im Grunde auch sein sollte, der wird mit den gegebenen Umständen nicht so ganz glücklich werden, denn die Anforderungen sind gesamt besehen eher gering bis gar nicht vorhanden, wenn man sich eben nur einen Arm wirklich korrekt zur Musik bzw. gemäß Vorgabe bewegen muss.
Tanzspiel? Nein! Konditionstraining? Ja!
Michael Jackson The Experience
Setzen wir jetzt einmal voraus, dass ihr als Spieler nicht nur einseitig den Tanz-Arm schwingt sondern euch richtig rein hängt, auf die Bewegungserfassung pfeift und die gebotenen Choreografien ordentlich umsetzt, dann kommt ihr ganz schnell zu dem Ergebnis, das sich Michael Jackson: The Experience super als Fitness-Game verkaufen lassen würde. Jeder, der schon einmal mehr als nur in der Disco getanzt hat, weiß wie verdammt anstrengend es sein kann, eine vernünftige, gern auch schnelle Abfolge von Bewegungen rhythmisch mit dem Körper umzusetzen. Das dann 360 Grad Drehungen um die eigene Achse, die punktgenau wieder gelandet werden sollen eher zum einfachen Kram gehören, ist dann nur noch eine Randerscheinung. Allein Songs nebst Choreografien von Thriller, Beat it oder auch Wanna be startin' something haben es faustdick hinter den Ohren - pardon, in den Beinen. Vorausgesetzt, dass ihr die Abläufe möglichst genau und präzise ausführt, werdet ihr nicht nur mächtig ins Schwitzen kommen, sondern auch fix feststellen, dass sich auf diese Weise gut was für Muskulatur und Ausdauer/Kondition tun lässt. Zweifelsfrei eine willkommene Abwechslung zum eher langweilig anmutenden Fitness-Studio.
