Xbox-Beben bei Microsoft: 3.200 Stellen weg, 5 Studios betroffen

News Carlo Siebenhüner
Xbox-Beben bei Microsoft: 3.200 Stellen weg, 5 Studios betroffen
Quelle: Microsoft

Microsoft krempelt Xbox radikal um: Asha Sharma streicht Tausende Stellen, kappt Management-Ebenen und gibt mehrere Studios ab. Nur bei Arkane und Marvels Blade bleibt die Zukunft offen.

Lange hat die Gerüchteküche gebrodelt. Heute ist es soweit. Microsofts Gaming-Sparte Xbox startet den Weg zum Reset und kündigt weitreichende Veränderungen im Unternehmen an. Dafür trennt man sich von mehreren Entwicklerstudios, entschlackt sein Management und will sich allgemein mehr streamlinen. Wir liefern euch hier die wichtigsten Infos zum großen Xbox-Beben.

"We are beginning the most significant restructure in XBOX (jetzt kaufen ) history." Das sind die einleitenden Worte von Asha Sharma in ihrer Nachricht an die Mitarbeiter. Seit Ende Februar ist sie die CEO von Xbox, nachdem Phil Spencer in den Ruhestand gegangen ist. Nach einem ersten Raunen der Spielerschaft, schließlich kam Sharma aus der KI-Abteilung von Microsoft hat sie schnell angepackt.

Neuer Sheriff in Town

Die Rückbesinnung auf alte Tugenden der Xbox-Sparte, die Umbenennung von "Microsoft Gaming" in "XBOX", das Beenden aller KI-Pläne hinsichtlich Spielerfahrung und weitere schnell umgesetzte Maßnahmen konnten die Spieler aber schnell überzeugen. Hier will jemand anpacken! Der überzeugende Sommer-Showcase Anfang Juni war dann das bisherige Finale. Allerdings fing die Aufbruchsstimmung direkt im Anschluss an zu bröckeln.

Bereits kurz nach dem Showcase kamen erste Insider hervor und behaupteten, dass Xbox einen großflächigen Kahlschlag plant mit Entlassungen und sogar Schließungen. Betroffen sein sollten sogar Entwicklerstudios, deren Spiele auf dem Sommer-Showcase erst noch frisch enthüllt wurden. Darunter etwa Ninja Theory mit ihrem dritten Teil der Hellblade-Reihe, der jetzt nur noch "Senua" heißt.

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Doch auch das amerikanische Studio Undead Labs sollte betroffen sein. Die haben zwei Teile der Zombie-Survival-Reihe State of Decay entwickelt und arbeiten jetzt bereits seit sieben Jahren am dritten Teil. Es sind noch viele weitere Namen, wie Arkane oder Obsidian in der Gerüchteküche gefallen. Leider haben sich einige der Insider-Informationen jetzt bewahrheitet.

Xbox schmeißt 3.200 Leute raus

Wir fassen euch hier die wichtigsten Infos zusammen. Insgesamt streicht Microsoft 3.200 Stellen bei Xbox bis April 2027. 1.600 davon fliegen bereits am heutigen Tag. Ein großer Teil davon scheint aus dem mittleren Management zu stammen. Durch das aggressive Wachstum seit 2018 sei auch die Personaldecke in vielen Bereichen enorm angewachsen. Asha Sharma führt in ihrer Nachricht ans Team aus, wie manche Entscheidungen stellenweise durch 14 Management-Ebenen müssen, bevor sie wirklich durch sind. Hier will man stark entschlacken auf nur noch höchstens fünf Ebenen.

Diese enorme Personaldichte hat dazu geführt, dass die Xbox-Sparte nicht mehr profitabel war. Jeder Dollar, den man investiert hat, konnte sein Geld nicht wieder einsparen. Im Gegenteil: Die Investitionen führten sogar zu Verlusten. Die Umsätze von Xbox sollen teilweise 10 Mal niedriger sein, als bei Sony oder Nintendo. Daher will man jetzt wesentlich schlanker und agiler werden.

Diese Studios sind betroffen

Von den Einsparungen sind aber auch insgesamt fünf Studios betroffen. Allerdings wird es dort wohl keine Entlassungen unter Microsoft geben. Compulsion Games (South of Midnight) und Double Fine (Psychonauts, Kiln) treten aus den Xbox Game Studios aus und werden wieder unabhängig. Ninja Theory (Hellblade) und Undead Labs (State of Decay) werden verkauft an neue Eigentümer. Ihre aktuell in Entwicklung befindlichen Spiele Senua und State of Decay 3 sollen weiterhin entstehen.

Einzig das Schicksal von Arkane scheint gerade noch in der Schwebe zu sein. Die Macher von Dishonored und zuletzt Deathloop arbeiten seit einigen Jahren an einer Umsetzung zum Marvel-Vampir Blade. Wie es um das Studio steht, geht aus Microsofts Ankündigungen nicht hervor. Man berate mit dem Management und dem Betriebsrat über mögliche Zukunftsstrategien für das Studio.

Im Vorfeld zum Xbox-Beben gab es bereits Gerüchte, dass Blade eingestellt wurde und Arkane eigentlich geschlossen werden soll. Bisher scheint sich das nicht zu bestätigen. Zumindest vorerst. Wenn sich für dieses Studio bisher kein Käufer gefunden hat, dann könnte es langsam eng werden die Franzosen.

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Weitere Schließungen oder Abspaltungen scheinen zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant sein. Auch am Konsolen-Business wird weiter festgehalten. Mit Project Helix befindet sich die nächste Konsole ja bereits in der Vorbereitung. Außerdem befördert man auch die Entwicklerstudios Mojang (Minecraft) und King (Candy Crush). Beide Studios werden aus dem Konstrukt der Xbox Game Studios herausgehoben und stehen jetzt direkt unter Asha Sharma.

Obendrauf kommen noch ein paar weitere direkte Maßnahmen. Mit Helen Chiang gibt es eine neue COO im Unternehmen. Chiang ist bereits seit fast 20 Jahren bei Xbox und hat zuletzt Mojang geleitet. Zusätzlich will man bei den internen Tools weiter streamlinen und Kräfte bündeln. Ob das reicht, um Xbox wieder nach vorn zu bringen, muss jetzt die Zeit zeigen.

Quelle: Microsoft

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