Das aktuelle Midnight Club besitzt das Potenzial die Genre-Konkurrenz kräftig zittern zu lassen.
Midnight Club: Los Angeles
Apropos einmischen: Die Polizei von Los Angeles versteht keinen Spaß, wirklich nicht. Wenn uns unser Gerät warnt, sollten wir jedweden Sichtkontakt mit der Ordnungsmacht vermeiden, denn haben die erst mal ihre Verfolgung gestartet, ist es kein Leichtes sie wieder los zu werden. Einfach nur aufs Gas zu treten hilft nur selten, man muss schon gewagtere Manöver an den Tag legen, jede gebotene Abkürzung, und wenn sie direkt durchs Einkaufszentrum führt, will genutzt werden, um sie wieder abzuhängen. Erwischen sie uns doch, dürfen wir kräftig blechen, je länger die Verfolgung dauerte umso mehr.
Midnight Club: Los Angeles
Das schlimmste was uns passieren kann, und zwar während der freien Fahrt, einer Verfolgung oder während ein Rennen läuft, ist der Totalschaden. Zwar wirken sich Schäden bis zum Totalausfall nur optisch aus, es fliegt also durchaus das Blech weg, aber die Leistung des Wagens wird dadurch nicht geschmälert. Stattdessen baut sich der Schadensbalken immer weiter auf, bis es eben zum Totalschaden kommt. Ein eventuell laufendes Rennen gilt dann als verloren und sollten wir eben von der Polizei verfolgt werden, erwischen sie uns natürlich. Darum gibt es die Möglichkeit unser Fahrzeug in einer der vielen Tankstellen quasi on the fly zu reparieren. Dabei wird zwar der komplette Schadensbalken abgebaut, die Karosserie aber wird nur ausgebeult aber nicht neu lackiert. Das geht ausschließlich in unserer Garage. Wer also auch Wert auf sein Äußeres legt, muss sich dorthin zur Komplettreparatur begeben.
Midnight Club: Los Angeles
Natürlich gibt es auch im aktuellsten Midnight Club wieder den Splipstream- und den Nitro-Turbo. Den Nitro-Turbo müssen wir kaufen, und je nachdem wie weit er aufgerüstet ist haben wir einen oder mehrere Nitro-Kanister die wir während eines Rennens "ausleeren" können zur Verfügung. Sind sie verbraucht, können wir sie beispielsweise an einer Tankstelle wieder auffüllen. Den Slipstream-Turbo hingegen laden wir während des Rennens auf indem wir im Windschatten des vorausfahrenden Racers bleiben. Er ist es der die Rennen an der Spitze des Feldes so interessant macht, weil ihn der Erste nicht aufbauen kann und die Verfolgerschar natürlich alles versucht ihn zu bekommen, um sich an die Spitze setzen zu können. Doch kann man sich gegen das Aufbauen des Turbos wehren indem man sein Fahrzeug auf zwei Räder stellt. Das ist zwar nicht ganz leicht, verhindert aber, dass die uns Verfolgenden ihren Splipstream-Turbo aufladen können.
Midnight Club: Los Angeles
Ebenfalls wieder enthalten sind die vier Spezialfähigkeiten, welche man sich erst Stück für Stück erarbeiten muss. Allen gemein ist, dass man sie erst durch eine fehlerfreie Fahrt aufladen muss, bevor man sie einsetzen kann. Mein persönlicher Favorit stellt dabei der Agro-Mode dar, er macht für kurze Zeit unser Auto so stabil und so schwer, dass wir praktisch durch alle Gegner und den Verkehr einfach hindurchfahren können. Beim Roar hingegen handelt es sich um ein ohrenbetäubendes Motorengebrüll mit dem wir die anderen Fahrer regelrecht von der Strasse blasen. Etwas gesitteter gibt sich da die EMP-Funktion, welche die Elektrik der umgebenden Fahrzeuge stört und sie kurz ausfallen lässt. Bei der vierten Spezialfähigkeit schließlich handelt es sich um den Fokus, eine Art Bullet-Time während derer sich alles um uns verlangsamt und wir ganz besonders spektakuläre Manöver ausführen können ohne den Bodenkontakt zu verlieren.
Die Garage
Midnight Club: Los Angeles
Die Garage stellt quasi unser Zuhause dar. Dort sammeln wir unsere Autos, rüsten sie mit neuen Teilen aus, lackieren sie in der gewünschten Farbe und mit dem gewünschten Effekt, versehen sie mit neuen Karosserieteilen und Spoilern und kleben nicht zuletzt die gewünschten Vinyls aufs Blech. Das gab es in dieser Form zwar schon in einigen Spielen, allerdings traue ich mich behaupten, dass es keines gibt welches so sehr ins Detail geht. Denn man kann nicht nur an das Hand anlegen was man so aus anderen Tuning-Racern kennt, man kann sogar die einzelnen Teile des Interieurs dem eigenen Geschmack anpassen und modifizieren, wie das Lenkrad, die Sitze und sogar die Farbe der einzelnen Beleuchtungen, vom Tacho bis hin zur Fußraum-Neonröhre. All das wird grafisch sehr schön präsentiert, beispielsweise dient das Auto in der Garage quasi selbst als Menü. Wir bewegen die Kamera um es herum und wählen anhand des jeweils eingeblendeten und im Raum stehenden Menüs das zu modifizierende Teil aus. Im krassen Gegensatz dazu steht leider das Leistungstuning-Menü selbst, welches uns in einer langen Liste alle für das jeweilige Fahrzeug verfügbaren Teile anzeigt, die wir entweder einzeln oder per Autotuning auswählen und verbauen können. Zugegeben, die meisten Spieler werden das Autotuning benutzen, was auf einen Schlag alle für unser Geld verfügbaren Teile einbaut, weswegen man sich nur Sekunden in dieser Ansicht bewegt, wenn man aber wirklich mechanisch Hand anlegen will, Wert darauf legt welcher Turbo eines welchen Herstellers verbaut wird, dann bemerkt man wie speziell dieses eine Menü etwas aus dem Rahmen fällt.
Midnight Club: Los Angeles
Dafür glänzt der Vinyleditor zur Erstellung ganz individueller Grafiken, insofern man nicht die vorgegebenen und bereits fertigen benutzen möchte, mit einem gigantischen Umfang und vielen praktischen Funktionen. Das Einzige was mancher Spieler bemängeln könnte ist die relativ überschaubare Anzahl an enthaltenen Autos und Motorräder. Wenn ich keine übersehen habe müssten sich um die 50 Vehikel im Spiel befinden, was zwar nicht wenig ist, im Vergleich mit der Konkurrenz aber haben wir dahingehend schon mehr geboten bekommen. Doch muss man ebenfalls ganz deutlich sagen, dass die Auswahl der Gefährte recht gelungen ist und besonders wir deutsche Spieler können uns über Schmuckstücke wie den 2008er Audi R8, den Audi RS4, den 2008er Mercedes Benz S600, die Dub-Edition davon sowie den 2007er SL65 AMG freuen.
Der Online-Mode
Wollen wir uns online mit den Fahrern der Welt messen, genügt es unser Sidekick zu öffnen und den Online-Mode zu starten. Dabei bietet uns MCLA eine erstaunlich große Auswahl an Spielvarianten, die noch dazu durch die Bank recht gelungen sind und in fast gleicher Ausführung auch per System-Link spielbar sind. Bis zu maximal 16 Fahrer können sich dabei gleichzeitig am Auspuff riechen lassen.
Midnight Club: Los Angeles
Bei der Flaggenjagd jagen bis zu 16 Fahrer der zufällig in der Stadt verteilten Flagge hinterher und versuchen sie sodann an den angegebenen Zielpunkt zu bringen, ohne sie sich abnehmen zu lassen. So einfach sich das anhört, ist es in der Praxis schon ein ganz besonderer Spaß, wenn eine wild gewordene Meute kreuz und quer durch L.A. rast. Praktisch um eine Capture the Flag Variante handelt es sich bei der Flaggenfront. Hier treten zwei Teams gegeneinander an, wobei jedes Team versuchen muss die gegnerische Flagge zur eigenen zu bekommen, ohne sich diese klauen zu lassen. Sehr ähnlich spielt sich der Flaggenstreit, er funktioniert wie die Flaggenfront, allerdings verfügen dabei beide Teams über eine Basis in welche die jeweilige Flagge gebracht werden muss. Beim Flaggenschlussverkauf handelt es sich um eine besonders witzige Variante mit Bombe. Denn auf dem Spielfeld, also im virtuellen Los Angeles, wird ein ganzes Bündel an Flaggen verteilt, und zwar exakt die Anzahl der auch teilnehmenden Fahrer minus Eins, denn die stellt die Bombe dar. Ziel ist es so viele Flaggen als möglich abzuliefern ohne die Bombe zu erwischen, was man erst merkt wenn man sie eingesammelt hat. Ist dies passiert sollte man sie schleunigst an einen anderen Fahrer abgeben, will man nicht in die Luft gehen. Dasselbe gibt's dann noch mal als Team-Variante. Ein regelrechtes Fangenspielen wird uns bei der Fahnenflucht geboten. Es gibt nur eine einzige Fahne und wer sie besitzt bekommt sogenannte Fahnenzeit angerechnet. Gewinner ist am Ende der Runde derjenige der die meiste davon gesammelt hat. Klar, dass in der Praxis dabei alle Fahrer hinter dem einen mit der Flagge her sind, was ebenfalls einen enormen Spaß macht.
Midnight Club: Los Angeles
Optional kann man bei den verschiedenen Spielvarianten noch die Powerups aktivieren, welche von den Fahrern eingesammelt und benutzt werden können. Dabei gibt es einige Wenige deren Effekt auf unser eigenes Fahrzeug wirkt, wie das selbsterklärende Nitro oder das ebenso selbsterklärende Schild, welches uns für eine bestimmte Zeit unangreifbar macht, sowie viele die wir gegen die Mitfahrer einsetzen können. So vernebelt der Störer unseren Konkurrenten die Sicht, das Eis lässt sie für kurze Zeit in einem unsteuerbaren Eiswürfel zurück, der Impuls schleudert sie von uns weg, der Spiegel kehrt ihre Lenkung um und der Stopper hält sie ganz brutal an. Zudem gibt es mit einem Fragezeichen versehene Zufalls-Powerups, bei ihnen weiß man also nicht was man sich einfängt. Diese Powerups sorgen für so richtiges Chaos auf der Strasse, denn je näher das Feld zusammenrückt desto verrückter geht es zu. Massenkarambolagen sind dabei keine Seltenheit mehr, denn ihr könnt euch vorstellen was passiert, wenn in einem Pulk der Impuls gezündet wird, während ein Eiswürfel mit Auto an euch vorbeischliddert und dem Fahrer an der Spitze die Lenkung gespiegelt wird. Wohl dem, der in dem Augenblick ein aktives Schild besitzt.
