Mini Ninjas Adventures für Kinect ist ein kurzweiliges Fuchtelabenteuer, welches aber weder langanhaltend begeistern, noch wirklich Innovationen hervorbringen kann.
Der Fluch der Videospiele: Alle Welt schreit nach neuen Titeln anstatt ewiger Fortsetzungen und dennoch gehen viele neue Perlen gnadenlos unter. Ein solches Schicksal ereilte auch Hiro, dem putzigen kleinen Comic-Ninja von IO Interactive, der seinerzeit in einem gelungenen Action Adventure herumtollte. Findet er nun mit dem Kinect-Abenteuer Mini Ninjas Adventures etwas mehr Anklang, oder ist es nur eine auflodernde Flamme, die alsbald wieder erlischt?
Quelle: Square Enix
Mini Ninjas Adventures für Xbox 360 Kinect (2)
Trotz Entwicklerwechsel bleibt zumindest der Charme des lebendig gewordenen Zeichentricks erhalten. Angesiedelt in der asiatischen Welt verzaubert eine bunte und detailreiche Cel-Shading Optik und begeistert mit vor allem putzigen Figuren und Gegnern. Diese hüpfen vielleicht etwas schlaksig über den Bildschirm und könnten etwas mehr Animationen vertragen, doch die komplett in Deutsch vorhandene Sprachausgabe macht einiges davon wieder wett. Nicht dass nun eine äußerst aufregende und umfangreiche Story für schlappe 800 MS Points begeistern könnte, denn diese ist wieder ganz typisch ausgefallen. Hiro treibt wieder mal Schabernack, entwendet einen Talisman und lässt dadurch das Böse in die scheinbar heile Welt. Nachdem Meister und Kameraden entführt, die Bretterbuden zerstört und klein Hiro alleine zurückgelassen wurde, ist es am Spieler, alles wieder ins Reine zu bringen.
Mini Ninjas Adventures ist ein recht simples Reaktionsspiel, für welches Kinect zwingend erforderlich ist. Mittels Körperbewegungen werden Ninjakünste nachgeahmt, um zahlreiche Gegnerwellen ihn den insgesamt 21 Welten vom Bildschirm zu fegen. Das Spielfeld ist dabei in drei, bzw. vier Abschnitte unterteilt. Mit seitlichen Schritten können wir Hiro am unteren Bildrand nach links oder rechts bewegen und damit Angriffen aus dem Weg gehen, oder aber man nimmt die Arme schützend vor das Gesicht, während Feinde an der Front stehen, feige aus dem Hintergrund attackieren oder sich dazwischen hin und her bewegen. Je nach Entfernung kommen unterschiedliche eigene Argumente im Schlagabtausch zum Tragen. Im Nahkampf schwingen wir den rechten Arm, um die scharfe Klinge auf des Gegners Haupt sausen zu lassen oder benützen die Schuhe, um die Schergen in oder vom Bildschirm zu kicken. Pfeil und Bogen dient den Feiglingen im Hintergrund während Wurfsterne den mittleren Spielbereich abdecken.
Quelle: Square Enix
Mini Ninjas Adventures für Xbox 360 Kinect (6)
Welle nach Welle geht es nun ganz schlich darum, alle Feinde vom Bildschirm zu fegen, bevor die eigenen Energieleiste aufgebraucht ist. Die Schurken haben aber durchaus einige Tricks auf Lager und schützen sich z. B. mit einem Schild oder Zauber, doch deren Taktik ist schnell durchschaut. Mal muss man diese mit einem Kick benommen machen, mal müssen mächtige Zauberer zuerst beackert werden. Insgesamt ist aber alles recht einfach gehalten. Genau hier liegt mitunter auch der Hund begraben. So gut die Steuerung auch funktioniert – nur in wenigen Fällen, oder wenn es extrem hektisch zugeht, missachtet Kinect die Eingaben – so eintönig ist die Prügelei nach nur wenigen Runden. Trotz dass Hiro später noch Zauber lernt, mittels Erfahrungspunkte verbessert werden kann und mächtige Bosse besiegen muss, bietet Mini Ninjas Adventures einfach viel zu wenig Spieltiefe, um langanhaltend begeistern zu können. Dem Gegenüber steht der leichte Einstieg, welcher jüngere Spieler nicht abschreckt, vor allem da dank der Grafik eh alles sehr kindgerecht gehalten ist.
