DICE liefert hier eine riesige Packung Extra-Features ab statt einfach nur lieblos auf den PC zu portieren und verzückt erneut.
Dafür erreicht Mirrors Edge das sprichwörtliche Mittendrin-Gefühl beim Spieler. Man hört Faith nach langem Sprint schwer atmen, den Schmerz, den sie verspürt, wenn man sie unsanft gegen eine Mauer springen lässt, die Anstrengung und die Strapazen, es wirkt authentisch. Zudem sehen wir ihre Hände, die Beine, den Körper, im Gegensatz zu anderen Spielen, bei denen man sich vorkommt, also ob man eine schwebende Kamera mit zwei Händen und einer Waffe steuert. Bei Mirror's Edge fühlt man sich tatsächlich wie in der Haut der Protagonistin. Auch auf ein HUD wurde deswegen komplett verzichtet.
Kalte Optik
Quelle: EA
Mirror's Edge
Die Welt von Mirror's Edge wirkt farbarm, steril und kalt, so muss es aussehen, wenn der Mensch kaum noch Freiheiten besitzt und fast komplett kontrolliert und überwacht wird. Diese beklemmende Atmosphäre hat DICE perfekt eingefangen, was auch technisch durchaus gelungen ist. Die imposanten Hochhausschluchten, die ohne jegliche Pop-Ups dargestellt werden, überzeugen trotz Farbmangel, während das Spielgeschehen absolut flüssig und ohne Tearing (V-Sync vorausgesetzt) an uns vorbei saust. Und dann erlebt man wieder Räume, die komplett in einer grellen Farbe angemalt wurden und das Spielzimmer in einem knalligen Farbton erleuchten lassen. Ein äußerst interessanter Grafikstil, den man bisher kaum ein zweites Mal gesehen hat.
Mirrors Edge PC Trailer
Quelle: EA
Mirror's Edge
Die futuristische Umgebung mit ihren scharfen Kanten ist allerdings auf ein gutes Antialiasing angewiesen. Was bei den Konsolen nicht so gut geklappt hat, gleicht der PC mit einstellbarem Antialiasing aus. Auch die fehlerhaften Schattendarstellungen sind auf dem PC nicht mehr sichtbar. Weiterhin freuen sich Besitzer eines leistungsstarken Rechners auf schärfere Texturen, hohe Auflösungen sowie kürzere Ladezeiten. Auffälligstes Merkmal ist allerdings die PhysX-Unterstützung. Im Gegensatz zu den Konsolenfassung hängen bei aktivierten Effekten Planen an Gerüsten, Fahnen wehen im Wind, Scheiben zerbersten spektakulärer, imposante Partikeleffekte verwöhnen das Auge, während Dreck bzw. Staub aufgewirbelt wird. Natürlich lassen sich die neu eingefügten Objekte wie Folien auch realistisch zerschießen. Zudem ist es möglich Gegner hindurch zu stoßen. Das hat aber alles seinen Preis, denn hat man keine separate PhysX-Karte im Rechner verbaut, benötigt man ein absolutes High-End-System für flüssigen Spielspaß. Ohne PhysX-Effekte zeigt sich Mirror's Edge jedoch recht human und sieht natürlich immer noch gut aus.
Mirror's Edge
Gewöhnungsbedürftig sind die sehr einfach gehaltenen Cartoon-Sequenzen, denen man Stilbruch vorwerfen könnte, ebenso wie mangelnde Qualität. Ob gewollt oder nicht, es sieht zu billig aus. Dafür stimmt die hervorragende deutsche Sprachausgabe, ebenso wie die dynamische, elektronische Sci-Fi Musik, die sich passend in die Grundstimmung einfügt. Ein weiterer Vorteil der PC-Version ist die extrem präzise Maus-Tastatur-Steuerung, die genauer nicht sein könnte. Und wer keine Lust auf die vorgegebenen Befehle hat, kann die Tastatur frei belegen. Dennoch muss man sagen, dass die Ego Perspektive für diese Art des Spiels nicht immer die günstigste ist, denn wenn man unter anderem an einem Vorsprung hängt und nicht genau erkennen kann, wo es jetzt weiter geht, wünscht man sich eine Third Person Ansicht. Das Kampfsystem funktioniert ebenfalls bestens und mit etwas Übung lässt sich auch die Umgebungen in die spektakulären Attacken einbinden.
Mirror's Edge
Der PC-Version liegt erfreulicherweise eine zusätzliche Soundtrack CD mit sechs Tracks bei. Erwähnen muss man jedoch die DRM-Schutzmaßnahmen. So benötigt man für die Aktivierung zwingend einen Online-Zugang. Außerdem lässt sich das Spiel zunächst nur fünf Mal installieren. Danach muss man sich mit dem Kundendienst in Verbindung setzten. Einen Vorteil hat der Kopierschutz allerdings: Ist man mit dem Internet verbunden, muss die DVD nicht im Laufwerk verbleiben.
