Trotz des Add-On-Charakters überzeugt auch "Unite" mit seinem unvergesslichem Charme.
Soziales Netzwerk
Monster Hunter Freedom Unite
Was sich anfänglich recht gemächlich spielt und eine sehr angenehme Lernkurve aufweist, wird recht bald zur kniffligen Abenteueraufgabe. Kräuter und ähnliches lässt sich ja noch ohne viel Aufwand sammeln, gilt es aber besonders aggressive Monster auszuschalten, ist nicht nur der Jagdinstinkt gefragt, sondern nach wie vor Köpfchen. Es ist zum Beispiel recht hilfreich, wenn vor dem Angriff Fallen aufgestellt werden und das Inventar mit ein paar explosiven Items gefüllt wird, um sich gegenüber den Urzeittierchen einen gewissen Vorteil zu verschaffen. All das hilft aber keinem Einzelkämpfer, der sich einer haushohen Bedrohung gegenüber sieht. Denn der erste Anblick eines Drachen ähnelnden Wyvern lässt euch den Atem stocken, während das Herz angsterfüllt zu rasen beginnt.
Monster Hunter Freedom Unite
Solche Bossgegner und harte, sowie für Solisten meist nicht mögliche Missionen, können tatsächlich gemeistert werden. Das Zauberwort ist der Mehrspielermodus mit der Möglichkeit, über die Gilde eine schlagkräftige Vierertruppe auf die Beine zu stellen. "Monster Hunter" ist seit jeher auf "social gaming" ausgelegt und legt somit sehr viel Wert auf Teamplay. Was alleine zu schwer ist, kann mit der richtigen Taktik in Gruppenarbeit zu einer kinderleichten Aufgabe werden. Aber vor allem im Teammodus ist die taktische Vorbereitung auf einen Kampf sehr wichtig, damit jeder weiß, was er zu tun und zu lassen hat. Den allergrößten Kritikpunkt der PSP Ableger hat Capcom aber auch mit "Unite" noch nicht aus der Welt geschaffen. In Japan mag das Ad-Hoc System ja gut funktionieren, da sich im Park einer Großstadt durchaus Gleichgesinnte finden, in der westlichen Welt hat man aber nach wie vor seine Mühen, weitere Mitstreiter aufzutreiben. So dümpelt der Mehrspielermodus aufgrund eines fehlendem richtigen Onlinemodus vor sich hin und findet bei den meisten wohl keine Beachtung. Dadurch geht euch aber der beste Part des Spieles abhanden und ihr werdet es sehr schwer haben, den Titel jemals alleine durchzuspielen!
Monster Hunter Freedom Unite
Dem entgegen wirken witzige kleine Figuren, die früher nur den Haushalt übernahmen und die Mahlzeit zubereiteten. In "Unite" könnt ihr die katzenhaften Felyne nun auch als Haudegen anheuern, entsprechend ihrer Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen wie Boxen, Kampf und Muskelaufbau trainieren und anschließend mit auf die Jagd nehmen. Diese Option ist wahrlich nicht zu unterschätzen, können diese kleinen Biester einen Freund doch recht gut ersetzen. Auch wenn diese weder strategisch, noch mit einer durchschaubaren Taktik an die Aufgabe rangehen, so lenken sie doch hin- und wieder die Aufmerksamkeit der gefährlichen Tiere auf sich und suchen eigenständig nach neuen Objekten. Dies erleichtert das Handwerk und macht den Titel für den Solospieler deutlich angenehmer, als seine bisherigen Vorgänger. In gewisser Weise kann der KI-Begleiter den fehlenden Onlinemodus wieder wett machen, völlig ausmerzen können diese Kollegen das Fehlen menschlicher Mitstreiter aber nicht.
Atemberaubend und dennoch nervend
Monster Hunter Freedom Unite
Optisch wie auch akustisch ist "Unite" nach wie vor beeindruckend. Was Capcom hier auf den kleinen Bildschirm zaubert, sieht auch heute noch extrem atemberaubend aus. Tolle Animationen, lebensechtes Verhalten der Tiere, üppig detaillierte Landschaften und außergewöhnliche Panoramaaussichten sorgen nach wie vor für einen Augenschmaus, obwohl sich grafisch seit der ersten Ausgabe eigentlich nur wenig getan hat. Letzteres trifft aber leider auch auf die Steuerung zu. Nach wie vor sorgt vor allem die Kamera für etliche Probleme. Diese muss manuell nachjustiert werden, wozu der Daumen vom Steuerkreuz zum Stick wandern muss. Dadurch vernachlässigt man seinen Helden und lässt ihn wie ein dummes Opfer in der Landschaft herumstehen. Die Übersicht geht vor allem in den hektischen Kämpfen verloren, so dass zahlreiche Attacken nur Luftlöcher schlagen, anstatt die Monster bluten zu lassen. Seit dem ersten Ableger plädieren wie auf ein entsprechendes Lock-On Feature, aber leider scheint Capcom bis heute keinen Grund zur Überarbeitung der Steuerung zu sehen. Sehr schade, da die Handhabe alles andere als intuitiv und angenehm ausgefallen ist.
